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OST:BLOG
OSTBERLINER NEWSBLOG - PLATTFORM FÜR KUNDSCHAFTER, KADER, VOLXKORRESPONDENTEN [ONLINE SEIT MÄRZ 2003]

  • KINOPREMIERE: BAIZ bleibt ...woanders

    Als der Kultur- und Schankwirtschaft “BAIZ” in Prenzlauer Berg von neuen Eigentümern der Pachtvertrag nicht verlängert wird, wachsen Unterstützung und Protest auf der kleinen Bühne des Lokals und in den Straßen ringsum.
    Im Verlauf der Ereignisse wird der Film zu einer bewegenden Erzählung über die “Kraft der Solidarität”. Mit einer kilometerlangen Menschenkette ziehen sie um in den neuen Laden, den sie gemeinsam gekauft haben.

    D 2014 | digital | 16:9 | 60 min. | R: Jochen Wisotzki | mit: Der singende Tresen, Lena Stöhrfaktor, Piet Botha (ZA), Wundabunta Straszenpunk, Atze Wellblech, Miasz (PL),
    Simone Barrientos & Tobias Thiele, YOK pocketpunk

    Screenings

    KINOPREMIERE »
    6. April 2015 | 20:00 Uhr
    @ Babylon Berlin
    Eintritt 7 EUR / 10 EUR inkl. DVD
    Bier zum Sonderpreis!



  • Mehr verdienen, weniger kriegen

    Von Jenz Steiner

    Heute ist Equal Payday. Bis heute müssten Frauen in Deutschland über Silvester hinaus theoretisch arbeiten müssen, um auf das gleiche Geld zu kommen wie Männer. Dabei sichern Grundgesetz und Grundrechte-Charta der Europäischen Union beiden Geschlechtern gleiche Rechte und gleichen Lohn zu. In einem Staat, der Diskriminierung verbietet, müsste Gleichbehandlung eine Selbstverständlichkeit sein. In Wirklichkeit verdienen Frauen 22 Prozent weniger als Männer. Das hat das Statistische Bundesamt errechnet. Diese geschlechterabhängige Verdienstkluft nennen die Statistiker Gender Pay Gap. Das Amt befragt vierteljährlich 40.000 Betriebe nach Anzahl der Voll- und Teilzeitbeschäftigeten, nach Arbeitszeiten und Brutto-Verdienstsummen.

    Es gibt zwei Arten von Statistik-Kluften, die unbereinigte Kluft zeigt den Wert unabhängig von Beruf, Qualifikationen und den Umfang der Beschäftigung. Danach verdienen Männer 22 Prozent mehr als Frauen. Die Faktoren erklären eine unterschiedliche Entlohnung nur teilweise. Nach Abzug dieser Faktoren beträgt die Kluft immer noch sieben Prozent.

    Das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut der Hans-Böckler-Stiftung hat dazu in einer nicht repräsentativen, freiwilligen und anonymen Online-Umfrage 20.000 Vollbeschäftigte befragt und sich dabei auf einzelne Branchen wie das Versicherungswesen und Bankenwesen konzentriert. Bei den Versicherern verdienen Frauen 28 Prozent weniger, bei den Banken knapp 20 Prozent weniger als ihre Kollegen. Mit etwa sechs Prozent sind unter Erziehern, Informatikern und Marketing-Experten die Lohnunterschiede zwischen den Geschlechtern deutlich geringer, doch immer noch beachtlich.

    Lohndiskriminierung ist eines der ältesten Themen der Frauenbewegung. In den Massenmedien taucht es hingegen nur von Zeit zu Zeit auf. Etwa 2012, als zuerst ausgerechnet „Der Spiegel“ über unfaire Bezahlung beim Schuh- und Sandalenhersteller Birkenstock. Die Frauen im Betrieb bekamen 1,14 Euro weniger pro Stunde als die Männer. Begründung: Frauen können nicht so schwer heben. Über 100 Verfahren wegen Lohndiskriminierung sind noch immer im Arbeitsgericht in Koblenz anhängig. Für die Birkenstockgruppe sind das Altlasten aus der fernen Vergangenheit. Erst seit 2013 zahlt der Latschenproduzent gleichen Lohn für verschiedene Geschlechter.

    Interessant sind die Reaktionen der Politik auf das Thema Lohndiskriminierung.
    „Nein, Frauen verdienen nicht für die GLEICHE Arbeit 22% weniger. Sonst würde sich ja die Frage stellen, warum nicht mehr Unternehmen nur Frauen beschäftigen, um 22% Lohnkosten zu sparen?!“, schreibt CDU-Politkerin Kristina Schröder auf ihrer Facebook-Seite. Im gleichen sozialen Netzwerk schreibt der Grünen-Politker Wolfgang Strengmann-Kuhn „Die Aussage "Frauen verdienen 22% weniger" ist doppelt falsch. 1) Der Einkommensunterschied ist deutlich größer, weil sich die 22% auf den Stundenlohn beziehen. 2) verdienen Frauen nicht weniger, sondern Frauen verdienen mehr!“. Die SPD ist auf Kuschelkurs mit dem Thema Lohngerechtigkeit. In Zeiten, in denen die Partei deutlich unter mangelndem Zuspruch und Image-Verlusten zu leiden hat, scheint das auf den Weg gebrachte Entgeltgleichheitsgesetz ein passender Rettungsanker zu sein. Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig und Fraktionschef Thomas Oppermann halten heute bei einer Kundgebung am Brandenburger Tor in Berlin große Reden dazu.

    Treffend beschreibt die Feministin Laurie Penny in ihrem neuen Buch "Unsagbare Dinge - Sex, Lügen und Revolution" den Zustand: „Wir können alles haben, was wir wollen, solange wir ein Leben wollen, in dem wir Kräfte zehrende Arbeit verrichten, die für die Meisten von uns nicht genug Geld einbringt, Sachen kaufen, die wir nicht brauchen und soziale und sexuelle Regeln befolgen, die unter den dicken Schichten aus Kitsch und Werbung so starr sind wie eh und je.“



  • Erinnerungslücken aufgefüllt

    Doku über die Staatliche Filmdokumentation

    Als Abteilung des Filmarchivs der DDR sammelte die Staatliche Filmdokumentation am Rosenthaler Platz in den siebziger und achtziger Jahren ungeschminkte Einblicke in den DDR-Alltag. Das Material landete direkt im Archiv, wurde nach der Wende ungesichtet ins Bundesarchiv in Hoppegarten überführt und erst 2014 wiederentdeckt.

    In "Der heimliche Blick. Wie die DDR sich selbst beobachtete" sprechen die Filmemacher Thomas Eichberg und Holger Metzer mit ehemaligen Filmern und Gefilmten und zeigen Ausschnitte aus dem vergessenen Material.
    ZK-Mitglied Karl Mewis spricht vor der Kamera der Filmdokumentation offen über den Druck, der bei der Kollektivierung der Landwirtschaft auf ganze Dörfer ausgeübt wurde. Die Reporter für die Zukunft sprechen mit dem Leipziger SED-Sekretär Horst Schuhman, suchen aber immer mehr den Blick ins normale DDR-Leben, filmen Baustellen und Passanten auf der Schönhauser Allee, arbeitslose Ausreisewillige in Prenzlauer Berg, Arbeiter im VEB Elektrokohle, alte Mietskasernenbewohner oder Volkspolizisten im Revieralltag. Die Abteilung folgte damals auch Manfred Stolpe zu christlichen Rüstzeiten und Kirchenkonferenzen oder portraitierte das Leben des Künstlers und Wehrdienstverweigerers Christian Richter.

    Thomas Eichberg und Holger Metzer stellen die Staatliche Filmdokumentation keineswegs als Propagandainstrument dar, eher als Kleinod und absurden Freiraum innerhalb einer Diktatur für Medienmacher und Filmkünstler, die in den staatlichen Medien keinen Platz gefunden hätten. Die Produktion des Films wurde mit Mitteln der Bundesstiftung Aufarbeitung unterstützt. Der heimliche Blick ist derzeitig noch über die RBB - Mediathek in voller Länge abrufbar.

    rbb-Mediathek

    Jenz Steiner



  • Soliparty für die KvU im Schokoladen

    Party-KvU_45sten_klein.jpg

    Also, am Freitag den 27. 03. 2015

    !!! EINLASS 19 UHR - BEGINN 20 UHR !!!!

    Es spielen:
    DER ENDGEGNER
    (Surf, Reggae, Metal aus Berlin)
    +
    UGLY HURONS
    (Brutalschlager, Punkrock, Ska aus Thüringen)
    +
    ab 22 Uhr DJ TERRY

    Flyer ansehen!

    ... und Wenke feiert ihren 45 igsten nach! Dann mal ab ins Altersheim !



  • Good bye ABWÄRTS!

    Goodbye.gif

    Die Redakteure der Zeitschrift telegraph sind nach der Nummer 6 aus dem Projekt ABWÄRTS ausgestiegen.
    Damit ist erneut ein Versuch gescheitert Politik und Literatur unter einen Hut zu bekommen. Was auf keine Kuhhaut geht, geht auch in keine Zeitung!

    Im ABWÄRTS arbeiteten Redakteure verschiedener literarischer und politischer Zeitschriften gemeinsam an etwas Neuem.
    Im Editorial der Nummer 1 hieß es:

    ABWÄRTS konstatiert Realität – und sucht
    Partner, um sich gegen jene zu verbünden.

    Der eigene Bund hielt nicht lange – die Verbündeten stecken fest auf dem Holz-Weg der Realität!

    Die Ansichten über Politik, Literatur und Kunst, über Vertrieb und Betrieb klafften zu weit auseinander,
    die Zersammlungen krachten quer über den Runden Tisch der Spelunke und ließen sich auch bei russischen Wodka nicht mehr deckeln.

    Die Basis ist hin – ein Versuch war’s wert!


    Redaktion telegraph
    03.03.2015



  • Steinzeit-Journalisten mit Stasi-Keule

    Zur Steinzeit war das Wort „Demokratie“ noch nicht gedacht und aufgeschrieben, nicht mal als Bild an eine Höhlenwand gemalt.
    Ob die Steinzeit-Menschen schon das Gefühl der Scham kannten?
    Wie wurde eigentlich damals mit denen umgegangen, die sich für eine bestimmte Tätigkeit in der Horde als völlig ungeeignet herausstellten?
    Fragen über Fragen, die sich aufdrängen, wenn wir lesen, wie Mitglieder der „meinungsbildenden Berufsgruppe“ gegen Kritikerinnen vorgehen: Publikumskonferenz im Visier.

    Update vom 25.02.:
    Lesenswerte Betrachtung der kriegsteilnehmenden Journalistinnen von Malte Daniljuk auf telepolis



  • “Weitere Mieterhöhungen sind ausgeschlossen”

    6. Pressemitteilung und Einladung zur Prozessbeobachtung am 04.03.2015

    Am 04.03.2015 beginnt die erste Gerichtsverhandlung um Mieterhöhungen für die Brunnenstraße 6/7. Damit steht der Erhalt eines der größten politischen Hausprojekte Europas auf dem Spiel.

    Die Bewohner_innen hatten sich intensiv um eine langfristige Lösung für das Projekt auf dem Verhandlungsweg bemüht, jedoch brach der Eigentümer unvermittelt die bis dahin konstruktiven Gespräche ab und zwingt die Bewohner_innen nun vor Gericht.

    In einem langen Prozess von Verhandlungen wurden im Jahr 2000 Mietverträge abgeschlossen. Diese wurden am runden Tisch mit der Stadt und ab 1998 mit dem neuen Eigentümer Klaus Gawehn ausgehandelt, in einem für das Projekt schmerzhaften Kompromiss. In den Mietverträgen sind jedoch weitere Mieterhöhungen nach Auslaufen einer zehnjährigen Staffelmiete explizit ausgeschlossen.

    Nun, im Jahr 2015, will die Besitzerfamilie hiervon nichts mehr wissen. „Sie versucht, vor Gericht neue Fakten zu schaffen, um aus der Brunnenstraße 6/7 im teuren und hochgentrifizierten Brunnenkiez in Berlin-Mitte maximalen Profit zu schlagen“, so die Bewohner_innen. „Unser Anspruch ist, dass die Brunnenstraße 6/7 weiterhin ein kollektiver Freiraum bleibt, der Menschen mit geringem Einkommen nicht ausschließt“, so die Bewohner_innen weiter. „Wir wollen keine Stadt, in der nur die Reichen sich aussuchen können, wo sie wohnen wollen, in der Miete zahlen heißt, über die Hälfte des Einkommens für die Miete ausgeben zu müssen und in der Menschen zwangsgeräumt werden.“ Die Verdrängung von Mieter_innen und die Transformation von sozialverträglichem und bezahlbarem Wohnraum in Kapitalanlagen sind seit Jahren in der Kritik.

    Die Brunnenstraße geht in die Offensive und macht den Gerichtprozess öffentlich, in dem sie zur Prozessbeobachtung und einer Kundgebung vor dem Amtsgericht Mitte einlädt. Sie wollen zeigen, dass sie nicht alleine sind, weder mit dem Thema und schon gar nicht als Hausprojekt in Berlin.

    Die Kundgebung beginnt um 9:30 und die Gerichtsverhandlung um 10:30, Amtsgericht Mitte, in der Littenstr. 12-15.

    Die Bewohner_innen der Brunnenstraße 6/7
    www.brunnen7.org

    Kontakt und Anfragen an den VEB 7 e.V. unter: info.brunnen7@riseup.net



  • SECHSUNDACHTZIG JAHRE SPÄTER - Teil 1 - 4

    http://telegraph.cc/sechsundachtzig-jahre-spaeter



  • Die Kulturspelunke Rumbalotte continua lädt ein:

    Ein Fest mit Lesung, Musik, Filmen, Wodka und Erbsensuppe –
    zum 70. Geburtstag von Thomas Brasch am 19.2.2015
    Beginn: 20 Uhr, Metzer Str. 9, 10405 Berlin

    In Kooperation mit der Akademie der Künste, Berlin

    Es lesen:
    Ursula Andermatt, Elke Erb, Annett Gröschner, Martina Hanf, Katja Lange-Müller, Annette und Elisa Maennel, Hannah Markus, Robert Mießner, Hans-Ulrich Müller-Schwefe, Bert Papenfuß, Kai Pohl, Heike Schmidt, Peter Schneider, Petra Schramm, Kristin Schulz, Hugo Velarde

    Anschließend: GP NULL Live
    Sie nennen das Schrei – A Tribute to Thomas Brasch
    Präsentiert von der lebenden Repetiermaschine Rex Joswig



  • 1 Jahr Abwärts! – 2 Lesungen

    Ein-Jahr-Abwaerts.png

    Für die Mutter der Ordnung
    Querschnittslesungen aus 6 Heften Abwärts!

    – am Dienstag, den 17. Februar ab 19 Uhr, BAIZ
    mit Su Tiqqun, Bert Papenfuß, Jannis Poptrandov, Gerd Schönfeld, Hugo Velarde

    Kultur- und Schankwirtschaft BAIZ
    Schönhauser Allee 26a, 10435 Berlin-Prenzlauer Berg


    – am Montag, den 23. Februar ab 20 Uhr, Café Cralle
    mit Carola Göllner, Kristin Schulz, Robert Mießner, Kai Pohl, Clemens Schittko

    Café Cralle
    Hochstädter Straße 10a, 13347 Berlin-Wedding


    „Die eine Hälfte leidet, die andere Hälfte sieht sich das Elend im Fernsehen an. „Sorry, aber Norden ist hier, wenn das Metzer Eck da ist.“ Der Westen kann ja auch im Osten liegen oder umgekehrt, verbunden mit einer sehr gegenwärtigen Form der Hybris, immer mehr haben zu wollen, und am Ende ist dann nichts mehr da. Die Leute nehmen zur Kenntnis, daß sie von Banken enteignet und von Geheimdiensten überwacht werden, und niemand interessiert es. Dostojewski hätte sich das nicht gefallen lassen. Aber Dostojewski ist tot und Mandela ist auch tot, das Mittelmeer steht in Flammen, der Wind entflaggt die geilen Unterteile und Lügen sind die Pest der Atemluft. Nur die offizielle Kultur fürchtet sich vor der Panik, während sie ins Mündungsfeuer der untergehenden Sonne blickt.“

    Flyer ansehen

    Eintritt frei!

    Abwärts! erscheint im BasisDruck Verlag



  • Pegida, die linke Opposition in der DDR und der zeitgenössische Antikommunismus

    von Thomas Klein

    1. „Viva Pegida“ …?
    Der verunsicherte deutsche Kleinbürger geht auf die Straße – eine konservative außerparlamentarische Opposition protestiert gegen das politische Establishment, eine gelenkte „Lügenpresse“ und gegen die vermeintlich drohende „Islamisierung des christlichen Abendlands“ (1). Die Attribute des Protests sind nationalistisch-völkisch, patriotisch und chauvinistisch („Wir sind das Volk – ihr nicht“), kulturalistisch-religiös („Das christliche Abendland singt Weihnachtslieder“) und subkutan rassistisch/fremdenfeindlich.



  • Poroschenko auf der SIKO in München

    Am kommenden Wochenende ( 7./8. Februar 2015) findet in München wieder die jährliche so genannte „Sicherheitskonferenz“ (SIKO) statt. Ein hochrangiges Stelldichein von Politikern, Militärs und Lobbyisten der Rüstungsindustrie. Wie jedes Jahr wird es auch diesmal eine große Demonstration dagegen geben.

    Wie aus verschiedenen Netz-Quellen zu erfahren ist, wird diesmal auch der Präsident der Ukraine Poroschenko in München sein. Neben seiner Anwesenheit auf der SIKO soll es am Samstag, mitten in München am Stachus (Karlsplatz), eine Kundgebung „zur Unterstützung der Ukraine“ geben, auf der Poroschenko öffentlich auftreten soll.

    Wie weiter bekannt wurde, wird es dagegen eine Gegenkundgebung geben. Sie beginnt um 11 Uhr auf der anderen Seite des Stachus, links neben dem Hotel „Königshof“.



  • Nachruf auf Phil Hill

    Philipp Andrew Hill ist am Montag, den 22. Dezember 2014 in Berlin gestorben.
    Die Beisetzung fand am 26. Januar 2015 in Berlin auf dem Friedhof in der Greifswalder Straße, gegenüber vom Haus der Demokratie, statt.
    Geboren wurde Phil am 10. Dezember 1949 in Paris. Sein Leben war durch politisches Engagement geprägt und so spiegelt sich in seiner Biographie die Geschichte der vergangenen Jahrzehnte. Als 18jähriger wurde er 1967 als US-amerikanischer Soldat in den Vietnamkrieg geschickt. Nach Kriegsende gründete Phil gemeinsam mit anderen Gefährten die Friedensgruppe “Vietnam Veterans against War” …
    Würdigung und Abschied finden sich im Blog von Franz-Josef Hanke:
    Sein Wissen war ´ne Wucht
    Verständnis und Verständigung



  • Pogrom als Kunst

    “Wir sind jung. Wir sind stark.” (Regie: Burhan Qurbani)

    Von Angelika Nguyen

    Es gibt in Deutschland ein paar Symbolorte für Ausländerhass und Rassismus, einer davon ist Rostock-Lichtenhagen. Dieser Film mit dem langen Titel listet, so tut er jedenfalls, die Chronik eines einzigen Tages auf: des 24.August 1992, an dem die massenhaften Ressentiments von Bewohnern gegen die Zuwanderer im Kiez - Sinti, Roma, Vietnamesen - gefüttert vom Frust der eigenen Lage, sich in einem von der Politik ermöglichten Pogrom entladen.

    Die Handlung setzt ein, da Familien der Sinti und Roma aus der Zentralen Aufnahmestelle für Flüchtlinge (ZASt) bereits evakuiert werden, als Zugeständnis an die immer lauter gewordene Fremdenfeindlichkeit der Anwohner und letztlich Ermutigung zum Angriff auf die Vietnamesen .

    Auf Schwarzbild erscheint im Laufe des Films fortlaufend die Uhrzeit. Die Chronik ist jedoch nur vorgetäuscht, hier läuft keine Action-Doku. Der Terror des Pogroms ist eher Nebensache, vielmehr lotet der Film eine gewisse Stimmung aus, auf beiden Seiten: einer Clique gewaltbereiter Jugendlichen – Stefan und Robbi zum Beispiel - und einer Gruppe bedrohter Vietnamesen im Wohnhaus Sonnenblumenhaus – zum Beispiel Lien und ihr Bruder.



  • Für die Mutter der Ordnung – gegen den Vater aller Dinge!

    Gaucks-Thierleben260.jpg

    Rumbalotte Prenzlauer Berg Connection e. V. in Kooperation mit dem Bezirksamt Pankow, FB Kunst und Kultur, gefördert vom Bezirkskulturfonds, präsentiert den Auftakt des kulturpolitischen Jahresprojektes.

    Am Donnerstag, den 29. Januar um 20 Uhr:
    Schankwirtschaft Rumbalotte continua
    Metzer Str. 9
    10405 Berlin

    Vorstellung des ersten Plakats der 12-teiligen Serie, Januar-Ausgabe:

    GAUCKS THIERLEBEN, Plakat: Kai Pohl

    Das Plakat mit größerer Ansicht als Popup ansehen.

    Das Plakat als PDF downloaden.

    Helmut Höge liest: Über die Tiernamen von Kettenfahrzeugen und Betriebssystemen

    „Ein vortragender Major in der Bundeswehrzentrale auf der Bonner Hardthöhe hatte uns dort 1998 die neue NATO-Verteidigungsdoktrin erklärt: ‚Sie ist nicht mehr nach Russland hin angelegt, die russischen Soldaten haben inzwischen dieselbe Einstellung zum Krieg wie wir auch – sie wollen nicht sterben! Außerdem ist die Stationierung von Atomwaffen in Ungarn und Polen z. B. so gut wie gesichert, es geht eigentlich nur noch darum, wie viel wir dafür zahlen müssen. Ganz anders sieht es jedoch bei den Arabern aus, mit dem Islam. Deswegen verläuft die neue Verteidigungslinie jetzt auch‘ – ratsch! zog er hinter sich eine neue Landkarte auf – ‚etwa hier: zwischen Marokko und Afghanistan‘.

    Bert Papenfuß liest: Anriß der Gewaltfrage

    „Aus dem Joch, Konsumenten! Parlamentarismus führt mit dem Arsch an die Wand. Unsere Probleme sind politisch nicht zu lösen; die Politik ist das Problem, es liegt an uns, dies zu ändern. Raus aus den Schubladen, Anarchisten ohne Adjektive! Jede Minute des Bangens vor Sanktion wegen nicht bezahlter Mieten, Steuern und sonstigen Schröpfungen wird zurückgezahlt. Die Dummheit vor der Unnatur des Staates und die Feigheit vor seinen Vollstreckern schlägt nicht nur auf den Magen, sondern setzt dem ganzen Körper zu. – Allein, mit Gegnerschaft, Protest und Widerstand gegen den Staat ist es heute nicht getan: Der Staat ist nur mehr ein Dienstleistungsbetrieb der globalisierten Ökonokraten und Öloligarchen und ihrer arschkriechenden Massenmedien. Gegnerschaft fordert ein profundes Mandat. Zieht eure Schlüsse und schließt euch zusammen.“

    Anschl. an den Turntabletten: Nordpolzigeuner



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