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OSTBERLINER NEWSBLOG - PLATTFORM FÜR KUNDSCHAFTER, KADER, VOLXKORRESPONDENTEN [ONLINE SEIT MÄRZ 2003]

  • Die Länder-Bestenliste der Wahlbeteiligung

    Das vergangene Wahl-Wochenende in Brandenburg und Thüringen hat die Bestenliste der Wahlbeteiligung bzw. Nichtbeteiligung bei Landtagswahlen der Bundesrepublik Deutschland völlig neu sortiert:

    Wahlbeteiligung

    1. Platz Sachsen-Anhalt (26.03.2006) 44,4%
    2. Platz Brandenburg (14.09.2014) 47,9%
    3. Platz Sachsen (31.08.2014) 49,2%
    4. Platz Meckl-Vorpomm (04.09.2011) 51,5%
    5. Platz Thüringen (14.09.2014) 52,7%

    6. Platz Baden-Württberg (26.03.2006) 53,4%

    Deutlicher geht's kaum: Die ostdeutschen Länder besetzen nun die Plätze 1. bis 5. und geben damit ein eindrückliches Zeichen, was die Mehrheit, im Jahr der „Großen Feierlichkeiten zum 25. Jahrestag der Friedlichen Revolution“, von der repräsentativen oder indirekten Demokratie, von der Veranstaltung „freier und demokratischer Wahlen“, die am Ungerechtigkeits- und Ungleichheitssystem nichts ändern, halten.
    Den Staatsmedien ist die große Nichtbeteiligung an den Wahlen natürlich weder Meldung noch Diskussion wert. Auch wenn es diese gäbe, nach drei Tagen Gelaber, daß die Bürgerinnen und Bürger die Wahlprogramme, die doch so viel Gutes wollen für das Land, nicht verstanden hätten, es also nur ein Vermittlungsproblem gäbe, würde sowieso zum Bewährten zurückgekehrt. Fünf Jahre später erinnert sich dann auch kaum noch jemand der Programme der vorigen Wahl und alles beginnt von vorn: PR-Firmen geben der stinkenden Suppe eine noch schönere Farbe und einen verbesserten Cocktail angenehmer Geschmacks- und Geruchsaromen.

    Bürgerinnen und Bürger, so können wir nicht auf eine Änderung hoffen!

    1. Die Parteipolitiker könnten auch bei einer Wahlbeteiligung von 1% noch über die „Politikverdrossenheit“ fabulieren, um dann dennoch zu errechnen, daß ihre Partei 25,6% der abgegebenen Stimmen erreicht hat und deshalb Koalitionsverhandlungen führen wird oder eine andere Partei mit 15,3% einen herben Verlust gegenüber der Vorwahl erlitten hat und vom Wähler abgestraft worden sei. (Dem Einwurf, die Wahlgesetze ließen die Gültigkeit der Wahl bei so geringer Wahlbeteiligung nicht zu, kann entgegnet werden: Die Wahlgesetze würden von den Politikern in die gewünschte Richtung geändert werden, um den Fortbestand von „Freiheit, Demokratie und Wohlstand“ für das Land zu sichern.)

    2. Hält der Trend der Nichtbeteiligung z.B. für Sachsen (2009 = 52,2 % → 2014 = 49,2 %) an, müßten wir noch 80 Jahre warten, um zu hören, daß nur 300.000 zur Wahl gegangen sind.
    So geht das nicht! In 80 Jahren sind wir tot!
    Das muß deutlich schneller gehen! Deshalb: Gebt Euch Alle alle Mühe!



  • Aufruf zur Versöhnung zwischen Ukrainern und Russen

    Friedensappell ehemaliger sowjetischer Kriegsgefangener

    Wir Veteranen der Roten Armee gerieten als Frontkämpfer in deutsche Gefangenschaft. Wir sind Überlebende eines Menschheitsverbrechens, dem über drei Millionen unserer Kameraden zum Opfer fielen. Wir überlebten, weil wir solidarisch waren. Russen, Belorussen, Ukrainer, Kaukasier, Mittelasiaten teilten das gleiche Schicksal in den Lagern der Wehrmacht und halfen sich brüderlich. Wir alle riefen nach der Befreiung dasselbe: NIE WIEDER KRIEG!Es ist eine einfache Lehre, die wir aus unserer harten Lebensgeschichte ziehen: Nationaler Egoismus, Nationalismus ist die Keimzelle des Unfriedens zwischen Nachbarvölkern. Die Deutschen haben dies gelernt und leben in friedlicher Union mit ihren einstigen Feinden. Wir sowjetischen Kriegsveteranen glaubten nach der Befreiung, alle Bürgerinnen und Bürger unserer multinationalen Union hätten als Überlebende und Besieger des faschistischen Terrors umso mehr gelernt. Unvorstellbar war der Gedanke, dass sich dereinst unsere Völker in Hass und nationalem Dünkel gegenüber stünden. Es heißt, wir seien Brudervölker. Wer ist hier Kain, wer Abel? Die Medien beider Länder nennen die einen „Terroristen“, die andern „Faschisten“.

    Besinnt Euch! Erstickt Euren Hass, redet miteinander statt aufeinander zu schießen! Blickt zurück: Krieg und Stalinismus belasteten Russen und Ukrainer gleichermaßen. Die Nazis wollten uns gegeneinander hetzen, um beide Seiten besser zu beherrschen. Wo es ihnen gelang, floss auf beiden Seiten Blut. Ihr jungen Leute mit der Kalaschnikow in ungeübter Hand, respektiert Eure Großväter, die mit ihrer Waffe einen wirklichen Feind vertrieben. Hört auf uns, die in faschistischen Lagern das wenige Brot miteinander teilten. Benehmt Euch wie Mitglieder einer Familie, in der man sich streitet im Bewusstsein gegenseitigen Respekts und sich wieder verträgt.

    Macht endlich Frieden miteinander!

    Nikolaj Lebedew, Russland Semen. Iwtschenko, Ukraine.

    Quelle: www.kontakte-kontakty.de/deutsch/verein/aktuelles.php



  • Zeitschriftenvorstellung: Abwärts! Heft 4

    Mit Wissenskraft gegen Machenschaft

    Sonnabend, den 13. September um 20.30 Uhr,
    Kulturspelunke Rumbalotte continua, Metzer Str. 9, 10405 Berlin

    Die Redakteure Robert Mießner, Bert Papenfuß, Alexander Pehlemann, Kai Pohl, Stefan Ret, Andreas Schreier, Kristin Schulz, Hugo Velarde und Dietmar Wolf, sowie die Autoren Bora Hegyes, Jochen Scheiper, Heiner Müller, Gerd Schönfeld, Erhard Weinholz, Jannis Poptrandov, Arben Idrizi, Blerina Rogova Gaxha, Verschwörung der Feuerzellen, Karl Rauschenbach, Alexander Brener & Barbara Schurz, Frau Dr. Ute Bratz und Andrej Oponenko geben sich die Ehre.

    Alexander Brener, Barbara Schurz, Kai Pohl, Kristin Schulz, Robert Mießner, Mareile Fellien und Gerd Schönfeld werden das neue Abwärts!-Heft vorstellen.

    Anschl. Tanz mit Nordpolzigeuner (Hippie-, Punk- und Popschrott)
    Eintritt frei!

    ---

    Montag, den 29.09. 20:00 Uhr: Makler gespart - Präsentation von Heft 4 der Zeitschrift Abwärts!,
    Kultur- und Schankwirtschaft BAIZ, Schönhauser Allee 26 A, 10435 Berlin
    Mit: Kristin Schulz, Ronald Galenza, Alexander Krohn, Robert Mießner, Bert Papenfuß, Gerd Schönfeld und Hugo Velarde.

    Abwärts! erscheint seit März 2014 zweimonatlich im BasisDruck Verlag Berlin. Das literarisch-politische Gemeinschaftsprojekt inkorporiert die Zeitschriften Sklaven, den unregelmäßig erschienenen Nachfolger Gegner, die floppy myriapoda (als „Subkommando für die freie Assoziation“), den politjournalistisch ausgerichteten telegraph (Nachfolgeblatt der Ostberliner Umweltblätter) und den kulturpolitischen Almanach Zonic.

    Abwärts!-Heft 4 enthält: Nachlasstexte Heiner Müllers, kosovarische Lyrik, fortgesetzte Briefe an Onkel Karl und den Nekrolog auf eine Stadt. Überraschungen sind vorbehalten.

    Eintritt frei!

    ---

    Weitere Informationen zum Abwärts! und Bestellmöglichkeiten:
    http://www.basisdruck.de//product_info.php?products_id=203
    https://www.facebook.com/abwaerts.basisdruck



  • Ukraine: Ex-CIA Russland-Spezialist Ray McGovern spricht

    6. September 2014, 19.30 Uhr im Sprechsaal,
    Marienstraße 26, 10117 Berlin

    Ray McGovern arbeitete fast 30 Jahre als Analyst der CIA und war der tägliche Bericht­erstatter für die Präsidenten Reagan und Bush Senior.
    Bei seiner Pensionierung erhielt er die Intelligence Commendation Medal, die er 2006 aus Protest gegen die Folterungen im Irak zurück gab.
    Bereits 2002 kritisierte er die Tätigkeit der Geheimdienste im Vorfeld des Irak-Krieges.

    2002 begründete McGovern mit weiteren ehemaligen CIA-Kollegen den Whistleblower-Preis Sam Adams Award, der Adams‘ ethisches Verhalten im Vietnamkrieg würdigt. Der Preis wurde u.a. Chelsea Manning und Edward Snowden verliehen.

    Als Russland-Experte wird McGovern über die Überwachung durch Geheimdienste und die Interessen der NATO im Osten Europas sprechen. Die zentrale Rolle der Ukraine wird im Kontext von altem und neuem Kalten Krieg erörtert. Dadurch werden einige Zusammenhänge klarer, die in den Medien ausgeblendet bleiben.

    Eintritt frei, um Spenden wird gebeten!



  • BUNDESWEITE DEMONSTRATION & AKTIONSTAG Tag X, München

    KEUPSTRAßE IST ÜBERALL - GEMEINSAM ZUM NSU-PROZESS

    Die Keupstraße ist bekannt als die zentrale Geschäfts- und Wohnstraße der türkischen Community in Köln; weit über die Stadtgrenzen hinaus. Am 9. Juni 2004 explodierte am helllichten Tag auf der Keupstraße eine von Nazis gezündete Nagelbombe. Das Ziel war es möglichst viele, vermeintlich nicht- deutsche Menschen zu töten und zu verletzen und deren anliegende Geschäfte und Häuser zu zerstören. Nur durch glückliche Zufälle hat dieser Anschlag durch den Nationalsozialistischen Untergrund keine Todesopfer gefordert. Er steht in einer rassistischen Kontinuität, die seit dem Mauerfall weit über 100 Menschen das Leben kostete und nicht nur unter Migrant_innen entsetzliches Leid verursachte.

    Bis zur Selbstenttarnung des NSU 2011 ermittelten die Behörden in Sachen Keupstraße in erster Linie gegen die zum Teil schwer verletzten und geschädigten Opfer und machten sie so zu Täter_innen. Die Medien und die Öffentlichkeit flankierten diese Ermittlungen mit dem Gerede von »kriminellen Ausländermilieus«. Der rassistische Anschlag, der mit der Bombe von 2004 begann, fand dadurch für die Bewohner_innen der Keupstraße seine Fortsetzung.



  • Berlin: Heute 14 Uhr



  • Neues aus dem Osten

    Auch wir informieren uns im www über das Geschehen in der Ukraine. Weil die öffentlichen Medien in Deutschland keine objektiven Informationen bieten, sondern sich überwiegend die Sichtweise der einen Konfliktpartei, der ukrainischen Polit-Milliardäre und ihrer staatlichen Unterstützungseinrichtungen, zu eigen machen, sind wir quasi gezwungen, selbst regelmäßig zu recherchieren, um wenigstens versuchen zu können, zu verstehen, was dort passiert, das schließt ukrainische und russische Internetseiten ein.

    So wundern wir uns nur noch manchmal, wenn in den deutschen Medien Tatsachen besonders frech verdreht, gelogen und über bestimmte Vorkommnisse vor allem nicht berichtet wird. Die deutschen Journalisten, die vor Ort sind, erscheinen deshalb in ihrer überwiegenden Mehrzahl noch mal sehr viel deutlicher als sonst, als Teil eines Propagandaapparates, obwohl es bisher dafür kein zentrales „Wahrheitsministerium“ gibt.

    Hier wollen wir mal zwei lange Interviews vorstellen, weil sie einige interessante Hintergrundinformationen enthalten, nicht nur aktuelles Geschehen im Bürgerkriegsgebiet, sondern auch Motivationen einfangen, warum sich Menschen an der Selbstverteidigung des Ostens gegen die Bataillone der Nationalgarde und des Rechten Sektors und der ukrainischen Armee beteiligen. Die Übersetzung wurde von der veröffentlichenden Seite vorgenommen. Das Deutsch ist etwas holperig, es wurde durch uns aber bewußt nicht korrigiert. Die Quellen sind unten angehängt, auch die Originalquellen. Wir haben die Seiten nicht nur verlinkt, sondern den Gesamttext übernommen, weil manchmal die Inhalte und manchmal ganze Seiten, auf youtube einzelne Nachrichtenkanäle und auf der vk-Seite (vk.com früher vkontakte.ru, dem facebook-Pendant vor allem in Belorußland, Rußland, der Ukraine und einigen anderen GUS-Staaten) einzelne accounts plötzlich verschwinden. Der infowar findet ja schon statt, ganz ohne Kriegserklärung.

    Hier nun die Texte:



  • FORTSCHRITTE DER FEINDBILDENTWICKLUNG

    Die Möglichkeit relativ risikofrei auch mal so richtig mutig aufzutreten und durch harte Forderungen eine Pressemeldung zu landen gab es in den vergangen drei Tagen für deutsche Politiker der zweiten und dritten Reihe. Nach dem Abschuß des malaysischen Passagierflugzeuges MH-17 in der Ukraine möchten diese tatkräftig-entschlossenen Politiker die Fußball-WM 2018 in Rußland verhindern. Die lustigste Wortmeldung kam von Michael Fuchs:

    „Der stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag, Michael Fuchs, fordert sogar eine Aberkennung der Gastgeberrolle Russlands. "Ein Land, das nicht einmal die Überflugrechte von Flugzeugen garantieren kann, sollte keine Weltmeisterschaft ausrichten", sagte er der Mittwochsausgabe der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung (HAZ).“ (zeit.de)

    Herr Fuchs, das Flugzeug wurde über der Ukraine abgeschossen, nicht über Rußland!
    Herr Fuchs könnte antworten: Mir doch egal, jetzt ist die Zeit, da kann man Rußland für Alles verantwortlich machen!

    Ich dachte auch noch, vielleicht weiß Herr Fuchs einfach mehr und die verschiedenen Teile in ihm sind dann durcheinandergekommen. Denn ich hatte im Netz von der Überlegung gelesen, es könnte Absicht gewesen sein, das Flugzeug grenznah abzuschießen, damit es auf russisches Territorium abstürzt (die Grenze war nur noch 10 Flugminuten entfernt). Das wäre für die Eskalationsstrategen natürlich noch vorteilhafter gewesen.



  • Ukraine: Es gibt auf diesem Planeten noch objektive Journalisten.

    Der US-Außenminister Kerry hat diagnostiziert, dass die ostukrainischen Rebellen würdelos mit den Leichen der Flugzeugabschussopfer umgehen würden. Und die Weltpresse verbreitet dies wieder einmal, ohne diese Behauptung von Kerry zu hinterfragen.

    Die österreichische Rundfunkanstalt ORF führt ein telefonisches Interview, mit ihrem Korrespondenten Christian Wehrschütz am Absturzort in der Ostukraine und fragt diesen: „... Ist den dieser würdelose Umgang mit den Absturzopfern inzwischen vorbei? ...“.

    Doch das Interview verläuft dann doch nicht ganz so, wie sich die ORF-Redakteure das eigentlich vorgestellt hatten.

    Zum Tondokument: http://apasfftp1.apa.at/oe1/news/00022F5E.MP3

    Quelle: Fefes Blog http://blog.fefe.de/?ts=ad30fa66



  • Claus Kleber: „Es gibt diese Faschisten nicht. Jedenfalls nicht an verantwortlicher Stelle in Kiew!“

    Ein Beitrag von Sten

    Montagabend, 21. Juli, "heute-journal". Claus Kleber reicht es:
    „Propaganda auf allen wichtigen russischsprachigen Kanälen lässt Millionen Menschen glauben, in Kiew der Hauptstadt der Ukraine herrschten blutrünstige Faschisten, die einen Genozid an Russischstämmigen in der Ost-Ukraine planen. Wir und viele Medien sind Hinweisen nachgegangen, ob das stimmt und haben festgestellt: Es gibt diese Faschisten nicht! Jedenfalls nicht an verantwortlicher Stelle in Kiew. Und trotzdem bekommen wir immer noch Zuschriften die das behaupten.“

    Heute, am 23. Juli: In den 8.00-Uhr-Nachrichten meldet Inforadio (RBB), dass das ukrainische Parlament gestern über eine Teilmobilmachung abgestimmt hat. Dem Abgeordnete Nikolai Lewtschenko von der Partei der Regionen, der mit den Worten, es zeige sich, dass diese Regierung das Blut von noch mehr Ukrainern vergießen wolle dagegen argumentierte, ist von Parlamentspräsident Turtschinow mit der Begründung „hier spricht die fünfte Kolonne Moskaus“ das Mikro abgedreht und Lewtschenko anschließend von Swoboda-Abgeordneten verprügelt worden. Danach wurde er laut Inforadio vor dem Parlament bedroht und von Journalisten verfolgt. Desweiteren wurde per Parlamentsbeschluss die Fraktion der ukrainischen KP aufgelöst, was die Abgeordneten der Swoboda durch Absingen der Nationalhymne (Mitschnitt von Inforadio eingespielt) feierten.

    Nochmal Claus Kleber: „Es gibt diese Faschisten nicht. Jedenfalls nicht an verantwortlicher Stelle in Kiew!“ Das hat dann auch Inforadio mitbekommen und die Meldung nicht mehr wiederholt (wer diesen Sender kennt, weiß, dass er sich sonst dadurch auszeichnet, dass jede Sendung mindestens dreimal wiederholt wird...)



  • MANI IN ALTO, BITTE

    HÄNDE HOCH! – BITTE!

    Nur wenige Angaben erhalten wir von der „Organization of Partisans Underground and Ghetto Fighters“ über Enrico Loewenthal:
    seine „War unit: Autonomic Partisan Group”
    sein „Job: Commander”.
    (thepartisan.org, E. Loewenthal)

    Wer wollte, konnte den inzwischen 88jährigen gestern in einer kleinen italienischen Buchhandlung in Berlin-Mitte (Mondolibro – libreria italiana a Berlino, Torstraße 159) kennenlernen. Vor ca. 60 Menschen (die Mehrzahl davon italienische Berliner) stellte er sein Buch „Hände hoch, bitte! Erinnerungen des Partisanen Ico“ vor.

    Enrico, geboren 1926, besuchte bis 1934 eine deutsche Volksschule. Gestern erzählte er, ihm hätte man als Kind beigebracht, daß man in Deutschland am Ende immer ein „bitte“ anhängt. Deshalb: „Hände hoch! – bitte.“
    Ermuntert durch Freunde und Familienangehörige hatte er seine Erinnerungen („MANI IN ALTO, BITTE. Memorie di Ico, partigiano, ebreo“) aufgeschrieben, die dann 2010 in einem italienischen Verlag erschienen sind.
    Das mit Enrico befreundete Ehepaar Buck (bei der Veranstaltung war es anwesend und moderierte) hat das Buch übersetzt und der engagierte Verlag Hentrich&Hentrich in der Reihe „Jüdische Memoiren“ in diesem Monat herausgegeben.

    Ico kämpfte gegen italienische und deutsche Faschisten, für ein freies, demokratisches und antifaschistisches Italien, sein Operationsgebiet war das Alpental Vallée d'Aoste / Valle d'Aosta und die Umgebung des Gran San Bernardo. Die gefangen genommenen deutschen Soldaten wurden nicht liquidiert, sondern über die Berge in die Schweiz gebracht, um den Krieg nicht mehr mitmachen zu müssen und zu leben. Familienangehörige Enricos wurden von den Deutschen nach Riga deportiert und dort ermordet.



  • 2x Abwärts! Nr. 3 Release

    „Gegen bejahendes Gelächter über die Feste der Macht. Für ein Tanzen, das stolpernd zwischen Weinen und Schreien dem Schlußpunkt des kapitalistischen Wahns entgegenschreitet.“

    Freitag, 18.07.2014, ab 20 Uhr
    Schankwirtschaft Rumbalotte continua
    Metzer Str. 9
    10405 Berlin-Prenzlauer Berg
    Es lesen: Annett Gröschner, Ronald Lippok und Bert Papenfuß einerseits – andererseits mit Sarah Marrs und Doc Schoko.
    Anschl. Frau Dr. Ute Bratz an den Turntabletten …

    Mittwoch, 23.07.2014, ab 20 Uhr
    Schankwirtschaft Laidak
    Boddinstr. 42/43
    12053 Berlin-Neukoelln
    Es lesen: Jannis Poptrandov, Dietmar Wolf, Kai Pohl, Robert Mießner, Mark Mallon, Bert Papenfuß, Manja Präkels.

    Eintritt frei!

    weitere Informationen zum Abwärts Nr. 3:
    http://www.ostblog.de/2014/07/der_abwaerts_nr_3_2014_ist_ger_1.php



  • Der Abwärts! Nr. 3 / 2014 ist gerade erschienen.

    abwaerts3.jpg

    Gegen bejahende Gelächter über die Feste der Macht.
    Für ein Tanzen, das stolpernd zwischen Weinen und Schrei dem Schlußpunkt des kapitalistischen Wahns entgegenschreitet.


    ABWÄRTS! ist das Gemeinschaftsprojekt folgender Zeitschriften: Die seligen Sklaven, den unregelmäßig erschienenen Nachfolger Gegner, die floppy myriapoda (als „Subkommando für die freie Assoziation“), der politjournalistisch ausgerichteten telegraph, der dem katastrophalen Abbau ostdeutscher Ökonomie, Kultur und Identität seit 1989 – als Nachfolgeblatt der Ostberliner Umweltblätter – nachgeht, und der kulturpolitischen Almanach Zonic.

    Das neue literarisch-politische Periodikum erscheint seit März 2014 und wird alle zwei Monate herausgegeben.


    INHALT DER AUSGABE 3:
    3 „Sie haben versucht, uns das in die Schuhe zu schieben.“ Zum 10. Jahrestag des NSU-Nagelbombenanschlages
    in der Kölner Keupstraße – Dietmar Wolf – In einer Art Opfer-Täter-Umkehr wurden die Betroffenen und ihre Familien mit Verdächtigungen und Anschuldigungen konfrontiert, in zahlreichen Verhören drangsaliert und gezielt durch V-Leute ausspioniert.
    4 Bericht – Mitat Özdemir – Anfang April war ich das zweite Mal in München. Eigentlich das dritte Mal, denn vor 48 Jahren bin ich dort mit dem Zug aus der Türkei
    angekommen.
    4 Bericht – Muhammat Ayazgün – Ich saß nur zwei bis drei Meter von Zschäpe entfernt. In dem Moment, als mein Name genannt wurde, drehte Zschäpe sich zu mir um und sah mich neugierig an.
    5 Prolog einer Grabschändung – S.U. – Ich tappte weiter durch das Ende des Wahnsinns, wich zerfransten Stahlträgern aus. Im fünften Stock, im Dachgeschoß, riß es mir den Mund auf wie zu einem Schrei, der nicht schreien konnte.
    6 Gesucht ist nicht gefunden – Silka Teichert – Eine Küche muss aussehen, als könne man von ihr aus den dritten Weltkrieg auslösen. Ein Gegenüber ohne Bedienungsanleitung ist die eine Variable zuviel. Die Gleichung lässt sich nicht lösen.
    6Hör mir mal zu! – Bora Hegyes – Die Wahrheit ist eine Zwangsjacke. Wenn du die Wahrheit sagst, bist du ein Nichts, das sich ständig wiederholt. Die Wahrheit ist
    dem Unberechenbaren ausgeliefert.
    7 Psychonautikon des eigentlichen Prenzlauer Bergs – Ronald Lippok und Bert Papenfuß im Gespräch mit Annett Gröschner – Insofern reagieren wir auf den Klassismus mit unserem Manierismus, Surrealismus, den Karten, indem wir sagen, okay, unser Universum ist ein bißchen anders gestrickt als eures.
    14Aregemia – Mark Mallon – Die Erfahrungen von Schönheit und Erfüllung müssen mit störenden Geräuschen und störenden Gedanken zersetzt werden, damit sie zu Gegenständen zerbrechen.
    16 100 Jahre Sun Ra – Robert Mießner und Jürgen Schneider – „Die Schönheit ist für das Überleben notwendig“, erklärte Sun Ra 1983.
    18 Die alten Herren von 1914 – Emil Szittya (Nachbemerkung: Walter Fähnders) – Das Verschwinden der weidenden Ziegen aus der Landschaft begleiteten die Greise mit schalem Gelächter.
    19 100 Jahre Erster Weltkrieg (Teil 2) – Torsten Schleip – Der bluttriefende Hunne respektive Germane oder Teutone, vorzugsweise mit Messer zwischen den Zähnen, stürmte aus den eurasischen Steppen heran, machte sich bereit zum Sprung über den Kanal.
    20 Sechsundachtzig Jahre später (Teil 3) – Jannis Poptrandov – „Dieser Napoleon. Was für ein Prachtkerl! Ein Mann, der das Leben bis zur Neige ausgekostet hat. Ich gehe jede Wette ein, daß er griechische Vorfahren hatte.“
    23 Das schwarze Loch Mitteleuropas – Peter Korig – Die slowakische Hauptstadt muss hier als Karikatur aller Vorstellungen vom wilden und gefährlichen Osten Europas herhalten.
    24 Dichtung und Elend – Manja Präkels – „Bei uns haben wir sehr wenig Platz und keine Küche. Ich benutze manchmal den Backofen hier.“
    27 Mother‘s Little Helpers – Carola Göllner – Schwer zu sagen, wo die Persönlichkeit aufhörte und die Drogen anfingen.
    28 Referendum – Bert Papenfuß – Wenn Karlshorst zum Himmel gellt – / quicklebendig, abgeschlafft, malade, verzweifelt, entleibt; / Ultimatum, Referendum, Ostrazismus, Plebiszit – / raus aus dem Museum: OSTSEE BLEIBT!
    29 Neue Produkte – Various Artists – die schatten kennen uns / nicht doch sie winken uns zu
    31 Aber ich blieb schattenlos wie ein Geist – Frau Dr. Ute Bratz gibt Rat – Gehen Sie doch mal in einem Schritt, na ja, das wird wohl nicht reichen, nach Frankreich. Und da lesen Sie noch mal, oder endlich, den Schlemihl.

    Grafiken – Ronald Lippok und Bert Papenfuß
    Zitat auf dem Titelblatt – Claudia Salamanca/Hugo Velarde

    Den Abwärts! Nr. 3 hier bestellen:
    http://ostbuero.de/tinc?key=XpgYFoDu



  • GALWAY ALLIANCE AGAINST WAR IRLAND: Achtzigjährige, krebskranke irische Friedensaktivistin hinter Gittern

    Von Jürgen Schneider

    Die achtzigjährige, krebskranke irische Friedensaktivistin Margaretta D’Arcy befindet sich zum zweiten Mal in diesem Jahr hinter Gittern wegen ihrer Friedensaktivitäten. Im Juni wurden sie und Niall Farrell, beide Mitglieder der irischen Antikriegsgruppe Galway Alliance Against War, verurteilt wegen „unrechtmäßiger Nutzung“ des Flughafens Shannon bei einem Hände-weg-von-Syrien-Protest auf dessen Landebahn am 1. September 2013.



  • Duisburg: SPD-Oberbürgermeister Link verbietet »totlast«

    von Jürgen Schneider

    In Stommeln bei Köln steht eine Synagoge, die einst dem Zerstörungswillen der Nazis entzogen wurde, indem die jüdische Gemeinde, deren Mitglieder das Städtchen fast alle verlassen hatten, an einen Landwirt verkaufte. Dieser verbarg den Davidstern an der Fassade hinter Putz und erklärte den SA-Schergen, die das Gebäude 1938 anzünden wollten, es sei keine Synagoge mehr. Seit 1991 werden Künstler nach Stommel eingeladen, sich mit diesem einstigen Bethaus auseinanderzusetzen.

    In diesem Jahr hat der Künstler Gregor Schneider die Synagoge zum Verschwinden gebracht, indem er die Fassade eines spießigen Einfamilienhauses samt Garagentor davor gestellt und hübsch gelb angemalt hat. Der Nazi-Nachfolgestaat hat seine Geschichte übertünscht und behauptet entschlossen die Normalität. An Judenverfolgung und –vernichtung möchte bitte nicht erinnert werden. Unsere Häuserfassaden sind schön bunt, dahinter aber verbirgt sich der Horror. Schneiders Ästhetik des Verschwindens zwingt quasi dazu, die »Normalität« vom historischen »Verhängnis« der Shoah her zu denken.

    schneider_stommeln.jpgGregor Schneider, Hauptstraße 85a, Stommeln, Juli 2014 (Foto: Uta Baatz)



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