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OSTBERLINER NEWSBLOG - PLATTFORM FÜR KUNDSCHAFTER, KADER, VOLXKORRESPONDENTEN [ONLINE SEIT MÄRZ 2003]

  • MANI IN ALTO, BITTE

    HÄNDE HOCH! – BITTE!

    Nur wenige Angaben erhalten wir von der „Organization of Partisans Underground and Ghetto Fighters“ über Enrico Loewenthal:
    seine „War unit: Autonomic Partisan Group”
    sein „Job: Commander”.
    (thepartisan.org, E. Loewenthal)

    Wer wollte, konnte den inzwischen 88jährigen gestern in einer kleinen italienischen Buchhandlung in Berlin-Mitte (Mondolibro – libreria italiana a Berlino, Torstraße 159) kennenlernen. Vor ca. 60 Menschen (die Mehrzahl davon italienische Berliner) stellte er sein Buch „Hände hoch, bitte! Erinnerungen des Partisanen Ico“ vor.

    Enrico, geboren 1926, besuchte bis 1934 eine deutsche Volksschule. Gestern erzählte er, ihm hätte man als Kind beigebracht, daß man in Deutschland am Ende immer ein „bitte“ anhängt. Deshalb: „Hände hoch! – bitte.“
    Ermuntert durch Freunde und Familienangehörige hatte er seine Erinnerungen („MANI IN ALTO, BITTE. Memorie di Ico, partigiano, ebreo“) aufgeschrieben, die dann 2010 in einem italienischen Verlag erschienen sind.
    Das mit Enrico befreundete Ehepaar Buck (bei der Veranstaltung war es anwesend und moderierte) hat das Buch übersetzt und der engagierte Verlag Hentrich&Hentrich in der Reihe „Jüdische Memoiren“ in diesem Monat herausgegeben.

    Ico kämpfte gegen italienische und deutsche Faschisten, für ein freies, demokratisches und antifaschistisches Italien, sein Operationsgebiet war das Alpental Vallée d'Aoste / Valle d'Aosta und die Umgebung des Gran San Bernardo. Die gefangen genommenen deutschen Soldaten wurden nicht liquidiert, sondern über die Berge in die Schweiz gebracht, um den Krieg nicht mehr mitmachen zu müssen und zu leben. Familienangehörige Enricos wurden von den Deutschen nach Riga deportiert und dort ermordet.



  • 2x Abwärts! Nr. 3 Release

    „Gegen bejahendes Gelächter über die Feste der Macht. Für ein Tanzen, das stolpernd zwischen Weinen und Schreien dem Schlußpunkt des kapitalistischen Wahns entgegenschreitet.“

    Freitag, 18.07.2014, ab 20 Uhr
    Schankwirtschaft Rumbalotte continua
    Metzer Str. 9
    10405 Berlin-Prenzlauer Berg
    Es lesen: Annett Gröschner, Ronald Lippok und Bert Papenfuß einerseits – andererseits mit Sarah Marrs und Doc Schoko.
    Anschl. Frau Dr. Ute Bratz an den Turntabletten …

    Mittwoch, 23.07.2014, ab 20 Uhr
    Schankwirtschaft Laidak
    Boddinstr. 42/43
    12053 Berlin-Neukoelln
    Es lesen: Jannis Poptrandov, Dietmar Wolf, Kai Pohl, Robert Mießner, Mark Mallon, Bert Papenfuß, Manja Präkels.

    Eintritt frei!

    weitere Informationen zum Abwärts Nr. 3:
    http://www.ostblog.de/2014/07/der_abwaerts_nr_3_2014_ist_ger_1.php



  • Der Abwärts! Nr. 3 / 2014 ist gerade erschienen.

    abwaerts3.jpg

    Gegen bejahende Gelächter über die Feste der Macht.
    Für ein Tanzen, das stolpernd zwischen Weinen und Schrei dem Schlußpunkt des kapitalistischen Wahns entgegenschreitet.


    ABWÄRTS! ist das Gemeinschaftsprojekt folgender Zeitschriften: Die seligen Sklaven, den unregelmäßig erschienenen Nachfolger Gegner, die floppy myriapoda (als „Subkommando für die freie Assoziation“), der politjournalistisch ausgerichteten telegraph, der dem katastrophalen Abbau ostdeutscher Ökonomie, Kultur und Identität seit 1989 – als Nachfolgeblatt der Ostberliner Umweltblätter – nachgeht, und der kulturpolitischen Almanach Zonic.

    Das neue literarisch-politische Periodikum erscheint seit März 2014 und wird alle zwei Monate herausgegeben.


    INHALT DER AUSGABE 3:
    3 „Sie haben versucht, uns das in die Schuhe zu schieben.“ Zum 10. Jahrestag des NSU-Nagelbombenanschlages
    in der Kölner Keupstraße – Dietmar Wolf – In einer Art Opfer-Täter-Umkehr wurden die Betroffenen und ihre Familien mit Verdächtigungen und Anschuldigungen konfrontiert, in zahlreichen Verhören drangsaliert und gezielt durch V-Leute ausspioniert.
    4 Bericht – Mitat Özdemir – Anfang April war ich das zweite Mal in München. Eigentlich das dritte Mal, denn vor 48 Jahren bin ich dort mit dem Zug aus der Türkei
    angekommen.
    4 Bericht – Muhammat Ayazgün – Ich saß nur zwei bis drei Meter von Zschäpe entfernt. In dem Moment, als mein Name genannt wurde, drehte Zschäpe sich zu mir um und sah mich neugierig an.
    5 Prolog einer Grabschändung – S.U. – Ich tappte weiter durch das Ende des Wahnsinns, wich zerfransten Stahlträgern aus. Im fünften Stock, im Dachgeschoß, riß es mir den Mund auf wie zu einem Schrei, der nicht schreien konnte.
    6 Gesucht ist nicht gefunden – Silka Teichert – Eine Küche muss aussehen, als könne man von ihr aus den dritten Weltkrieg auslösen. Ein Gegenüber ohne Bedienungsanleitung ist die eine Variable zuviel. Die Gleichung lässt sich nicht lösen.
    6Hör mir mal zu! – Bora Hegyes – Die Wahrheit ist eine Zwangsjacke. Wenn du die Wahrheit sagst, bist du ein Nichts, das sich ständig wiederholt. Die Wahrheit ist
    dem Unberechenbaren ausgeliefert.
    7 Psychonautikon des eigentlichen Prenzlauer Bergs – Ronald Lippok und Bert Papenfuß im Gespräch mit Annett Gröschner – Insofern reagieren wir auf den Klassismus mit unserem Manierismus, Surrealismus, den Karten, indem wir sagen, okay, unser Universum ist ein bißchen anders gestrickt als eures.
    14Aregemia – Mark Mallon – Die Erfahrungen von Schönheit und Erfüllung müssen mit störenden Geräuschen und störenden Gedanken zersetzt werden, damit sie zu Gegenständen zerbrechen.
    16 100 Jahre Sun Ra – Robert Mießner und Jürgen Schneider – „Die Schönheit ist für das Überleben notwendig“, erklärte Sun Ra 1983.
    18 Die alten Herren von 1914 – Emil Szittya (Nachbemerkung: Walter Fähnders) – Das Verschwinden der weidenden Ziegen aus der Landschaft begleiteten die Greise mit schalem Gelächter.
    19 100 Jahre Erster Weltkrieg (Teil 2) – Torsten Schleip – Der bluttriefende Hunne respektive Germane oder Teutone, vorzugsweise mit Messer zwischen den Zähnen, stürmte aus den eurasischen Steppen heran, machte sich bereit zum Sprung über den Kanal.
    20 Sechsundachtzig Jahre später (Teil 3) – Jannis Poptrandov – „Dieser Napoleon. Was für ein Prachtkerl! Ein Mann, der das Leben bis zur Neige ausgekostet hat. Ich gehe jede Wette ein, daß er griechische Vorfahren hatte.“
    23 Das schwarze Loch Mitteleuropas – Peter Korig – Die slowakische Hauptstadt muss hier als Karikatur aller Vorstellungen vom wilden und gefährlichen Osten Europas herhalten.
    24 Dichtung und Elend – Manja Präkels – „Bei uns haben wir sehr wenig Platz und keine Küche. Ich benutze manchmal den Backofen hier.“
    27 Mother‘s Little Helpers – Carola Göllner – Schwer zu sagen, wo die Persönlichkeit aufhörte und die Drogen anfingen.
    28 Referendum – Bert Papenfuß – Wenn Karlshorst zum Himmel gellt – / quicklebendig, abgeschlafft, malade, verzweifelt, entleibt; / Ultimatum, Referendum, Ostrazismus, Plebiszit – / raus aus dem Museum: OSTSEE BLEIBT!
    29 Neue Produkte – Various Artists – die schatten kennen uns / nicht doch sie winken uns zu
    31 Aber ich blieb schattenlos wie ein Geist – Frau Dr. Ute Bratz gibt Rat – Gehen Sie doch mal in einem Schritt, na ja, das wird wohl nicht reichen, nach Frankreich. Und da lesen Sie noch mal, oder endlich, den Schlemihl.

    Grafiken – Ronald Lippok und Bert Papenfuß
    Zitat auf dem Titelblatt – Claudia Salamanca/Hugo Velarde

    Den Abwärts! Nr. 3 hier bestellen:
    http://ostbuero.de/tinc?key=XpgYFoDu



  • GALWAY ALLIANCE AGAINST WAR IRLAND: Achtzigjährige, krebskranke irische Friedensaktivistin hinter Gittern

    Von Jürgen Schneider

    Die achtzigjährige, krebskranke irische Friedensaktivistin Margaretta D’Arcy befindet sich zum zweiten Mal in diesem Jahr hinter Gittern wegen ihrer Friedensaktivitäten. Im Juni wurden sie und Niall Farrell, beide Mitglieder der irischen Antikriegsgruppe Galway Alliance Against War, verurteilt wegen „unrechtmäßiger Nutzung“ des Flughafens Shannon bei einem Hände-weg-von-Syrien-Protest auf dessen Landebahn am 1. September 2013.



  • Duisburg: SPD-Oberbürgermeister Link verbietet »totlast«

    von Jürgen Schneider

    In Stommeln bei Köln steht eine Synagoge, die einst dem Zerstörungswillen der Nazis entzogen wurde, indem die jüdische Gemeinde, deren Mitglieder das Städtchen fast alle verlassen hatten, an einen Landwirt verkaufte. Dieser verbarg den Davidstern an der Fassade hinter Putz und erklärte den SA-Schergen, die das Gebäude 1938 anzünden wollten, es sei keine Synagoge mehr. Seit 1991 werden Künstler nach Stommel eingeladen, sich mit diesem einstigen Bethaus auseinanderzusetzen.

    In diesem Jahr hat der Künstler Gregor Schneider die Synagoge zum Verschwinden gebracht, indem er die Fassade eines spießigen Einfamilienhauses samt Garagentor davor gestellt und hübsch gelb angemalt hat. Der Nazi-Nachfolgestaat hat seine Geschichte übertünscht und behauptet entschlossen die Normalität. An Judenverfolgung und –vernichtung möchte bitte nicht erinnert werden. Unsere Häuserfassaden sind schön bunt, dahinter aber verbirgt sich der Horror. Schneiders Ästhetik des Verschwindens zwingt quasi dazu, die »Normalität« vom historischen »Verhängnis« der Shoah her zu denken.

    schneider_stommeln.jpgGregor Schneider, Hauptstraße 85a, Stommeln, Juli 2014 (Foto: Uta Baatz)



  • ERICH MÜHSAM FEST 2014

    zur Erinnerung an den 80. Jahrestag der Ermordung des Dichters im KZ Oranienburg, zur Feier seines lebendigen Geistes!

    12.07.2014 – 16:00 bis open end
    Ort: Zukunft/Ostkreuz, Lasker Str. 5, Friedrichshain
    Konzerte, Lesungen, Podiumsgespräche, Filme mit über 80 Künstlern auf 4 Bühnen, 2 Kinos, Tanzfläche

    Mit dabei: Outsourced Underground (feat. Tapete, Lena Stoehrfaktor, Guts Pie Earshot), Der Singende Tresen, The Incredible Herrengedeck, Sogenannte Anarchistische Musikwirtschaft, Manfred Maurenbrecher, Zuckerklub, die Herausgeber der Mühsam-Tagebücher u.v.m.



  • „Israelfreunde“ haben mehr Vorbehalte gegen Juden als „Palästinafreunde“

    Ach, wie schön wäre es, wenn die Welt und ihre Erklärung einfach einfach wäre: hier Gut, da Böse.
    Pech gehabt! (D.h.: So ist die Welt eben oftmals nicht!)
    In der druckfrischen „Jüdische Zeitung“ von Juni 2014 stellt Rolf Verleger die neuesten Auswertungsergebnisse des seit 2008 laufenden Projektes zur Erforschung des Zusammenhangs zwischen „Israelkritik“ und „Antisemitismus“ vor. Der Artikel steht bei jzeit.de noch nicht online. Jedoch finden wir einen fast identischen (an einigen Stellen etwas ausführlicheren) Artikel bei der Projektgruppe Friedensforschung der Universität Konstanz: hier.



  • Schmierige Angelegenheiten

    Vier Monate lagen die Abhörprotokolle im Safe.
    Nun war der richtige Zeitpunkt.
    Nun soll das Hündchen Sikorski daran gehindert werden, ein richtiger antikommunistischer und antirussischer Kampfhund in Brüssel zu werden. Gerade erst war er wieder von Steinmeier auf eine große Reise mitgenommen worden. So kann Steinmeier für Deutschland genauer prüfen, ob er als Nachfolger von Catherine Ashton (früher: "Hoher Vertreter der Europäischen Union für Außen- und Sicherheitspolitik", heute: "EU-Außenminister") und als Deutschlands Interessenvertreter geeignet ist.
    Ist nun alles umsonst gewesen?
    Welches andere, fremde, mächtige Herrchen wird da wohl die Entscheidung zur Kastration getroffen haben?

    Rätsel:
    Wer hat korrekt zitiert und übersetzt?

    Das Handelsblatt?:
    „Das polnisch-amerikanische Bündnis ist nichts wert. Totaler Bullshit ... Wir haben Konflikte mit den Deutschen, mit Russland, und wir tun so, als sei alles super, weil wir den Amerikanern einen Gefallen tun. Totale Verlierer.“

    Der Freitag?:
    "Wir haben Konflikte mit den Deutschen, mit Russland, und wir tun so, als sei alles super, weil wir den Amerikanern einen Gefallen tun. Totale Verlierer."

    Die Zeit?:
    "Wir haben Konflikte mit den Deutschen, mit Russland, und wir tun so, als sei alles super, weil wir den Amerikanern einen Gefallen tun. Totale Verlierer."

    Also, wir glauben: Der Spiegel:
    "Du weißt, dass das polnisch-amerikanische Bündnis wertlos ist. Es ist sogar schädlich, da es Polen das falsche Gefühl von Sicherheit gibt ... Völliger Bullshit! Wir haben Konflikte mit Deutschland, mit Russland, und sind der Meinung, dass alles super ist, weil wir den Amerikanern einen geblasen haben. Das ist absolut naiv."



  • Veranstaltung: Geheimsache NSU - Bleibt die Wahrheit auf der Strecke?

    Heute, 19. 06. um 19:00 Uhr, HAUS DER DEMOKRATIE UND MENSCHENRECHTE, Greifswalder Straße 4, 10405 Berlin

    In dem jetzt bei Klöpfer&Meyer erschienenen Buch "Geheimsache NSU" analysieren zehn Journalisten Spuren und Zusammenhänge im NSU-Komplex, die bislang von den Ermittlungsbehörden weitgehend unbeachtet geblieben sind. Ausgehend von den Erkenntnissen der Buchautoren gehen die Diskussionsteilnehmer der Frage nach, welche Defizite es in den bisherigen NSU-Ermittlungen gibt, warum staatliche Sicherheitsbehörden eigene Verwicklungen vertuschen und wie eine umfassende Aufklärung von Hintergründen der rechtsterroristischen Mordserie noch erreicht werden kann.

    mit: MdB Martina Renner (Linke), Rechtsanwalt Sebastian Scharmer (angefragt), Hajo Funke (Politwissenschafler) und Andreas Förster (Journalist, Herausgeber des Buches "Geheimsache NSU"). Moderation: Malte Daniljuk

    Siehe auch: http://www.3sat.de/page/?source=/kulturzeit/lesezeit/177090/index.html



  • Belforter bleibt! - Protestperformance am 21. Juni

    Aktion am Belforter Karree am 21. Juni 2014 / 11 Uhr / Straßburger Ecke Metzer Straße / Berlin / Prenzlauer Berg

    Belforter bleibt!

    Als Genossenschaftsmodell gebaut, ist der Wohnblock Belforter Straße, Stargarder Straße, Metzer Straße (in Berlin - Prenzlauer Berg) von den Mieterinnen und Mietern bewohnt, gepflegt und auch modernisiert worden. Für viele der rund 100 Mieterinnen und Mieter war dies ihr Zuhause, seit sie es vor Jahrzehnten mit aufgebaut haben.

    Doch der Investor Rainer Bahr, Geschäftsführer von Econcept kaufte das Grundstück, reißt einen Teil der Wohnanlage mit preisgünstigen Wohnungen ab und lässt noch 50 Bäume fällen, um das Grundstück für Luxus-Eigentumswohnungen zu verwerten. Dazu gehört nach Ansicht des Investors auch eine Tiefgarage für die Luxusautos.

    Zehn sanierte Wohnungen in der Straßburger Straße wurden nach der Entmietung bereits abgerissen. „Die Wände wackelten ziemlich, die übrigen Mieter_innen fragten sich, ob es ein Erdbeben gibt. Leute auf der Straße dachten, es habe eine Explosion stattgefunden.“ Doch nein, die vorderen Häuser sind für unnützen Luxuswohnraum gefallen. Ein weiterer Abriss – im noch bewohnten Teil – soll folgen. Um die Mieter und Mieterinnen raus zu bekommen schikaniert der Investor Rainer Bahr sie mit abwegigen
    Räumungsklagen. Zwei Klagen konnten vor Gericht bereits erfolgreich abgewendet werden. Sehr erfreulich war, dass zu beiden Terminen zahlreiche Unterstützer_innen gekommen sind und ihre Solidarität gezeigt haben.

    Aber die Mieterinnen und Mieter brauchen mehr Unterstützung. Von der Stadtpolitik im Stich gelassen, können wir uns nur selbst organisieren. Deshalb freuen wir uns, wenn ihr zur Kundgebung am 21. Juni vorbei kommt und den Nachbar_innen zeigt, dass sie nicht alleine sind!

    Solidarität ist machbar, Frau Nachbar

    Weitere Infirmationen über: http://belforterunterstuetzen.blogsport.de



  • Audio-Mitschnitt - Drei Veranstaltungen zum 10. Jahrestag des NSU-Nagelbombenanschlags in der Kölner Keupstraße

    Für das „Birlikte – Zusammenstehen“ – Kulturfest zum 10 Jahrestag des NSU-Nagelbombenanschlags auf die Kölner Keupstraße, organisierte die Initiative „Keupstraße ist überall“ verschiedene interessante Veranstaltungen.

    ostblog.de dokumentiert hier drei Veranstaltungen als Audio-Mitschnitt.



  • „weil man etwas tun muss, sonst kann es morgen wieder passieren.“Der Nagelbombenanschlag des NSU in der Kölner Keupstraße

    Keupstraße ist überall

    Vor 10 Jahren, am Nachmittag des 9. Juni 2004 gegen 16 Uhr, explodierte in der stark belebten Keupstraße in Köln-Mühlheim eine Nagelbombe. Die vor dem Friseursalon Özcan abgelegte Bombe, gefüllt mit über 5,5 kg Sprengstoff und ca. 800 Zimmermannsnägeln, sollte ein Blutbad mit Toten und Verletzten in der hauptsächlich von türkischen Menschen bewohnten Straße anrichten. Wie durch ein Wunder starb niemand. Jedoch wurden 22 Menschen zum Teil schwer verletzt. Für die Bewohner und Bewohnerinnen der Straße war sofort klar, dass das nur ein Terroranschlag von Neonazis sein kann.



  • Wie die Feindbilder von heute die Gehirne vernebeln

    Bei der Recherche zu Propaganda und Gegen-Propaganda bzgl. der Ukraine haben wir doch eine interessante Darstellung einer Langzeitstudie in Frankreich gefunden, die sich mit ganz anderen Dingen befaßt.
    Die dargestellte Umfrage wurde 1944/45, 1994 und 2004 durchgeführt.
    Die uns hier interessierende Frage lautete:
    Quelle est la nation qui a le plus contribué à la défaite de l’Allemagne en 1945?
    Ins Deutsche übersetzt:
    Was meinen Sie, welche Nation hat am meisten zur Niederlage Deutschlands im Jahr 1945 beigetragen?

    1945 antworteten
    57%: die UdSSR
    20%: die USA
    12%: Großbritannien

    2004 antworteten
    58%: die USA
    20%: die UdSSR
    16%: Großbritannien

    Für 2004 sind auch Kontexte verfügbar (auf der Seite nach unten scrollen), z.B. welchen Parteien die antwortenden Französinnen und Franzosen politisch nahe stehen, das ist nicht weniger erschütternd!
    Olivier Berruyer, der Autor der Internetseite, gehört zu den Gründungsmitgliedern einer neuen Partei "Nouvelle Donne" (zwei Sitze fürs EU-Parlament gewonnen bei der Wahl vor drei Wochen).

    Berruyer schreibt:
    1945 wußten die Franzosen noch, wer Deutschland geschlagen hat, 70 Jahre später haben wir eine ganz andere Geschichte im Kopf, die Ergebnisse haben sich verkehrt.

    Tja, wie kommt das nur?

    http://www.les-crises.fr



  • Ich habe eine Fahne



  • Kerry drängt flehend oder fleht drängend nach Beweisen

    Seit drei Monaten faseln Politiker und Journalisten der USA und der EU von der "russischen Einmischung" in der Ostukraine. Sie fordern Rußland auf, die Einmischung zu unterlassen und sie fordern gleichzeitig auf, mäßigend auf die „prorussischen Separatisten“ einzuwirken, also, sich einzumischen. In der Kommunikationstheorie wird das eine „paradoxe Botschaft“ oder „double bind“ genannt. Wie sich Rußland auch verhält, es ist falsch. Ein Fehlverhalten ist unumgänglich und wird bestraft. Breitbeinig wurden Sanktionen angedroht und dann auch verhängt, die jedoch Pillepalle sind.

    Seit mehr als drei Monaten nehmen wir hier eine sich stetig steigernde Propaganda wahr, die Feindbilder aufbaut, um die Bevölkerungsmehrheit zu manipulieren und zur Zustimmung für noch folgende Handlungen zu bringen. So marschierten schon vor 100 Jahren dann schließlich Millionen „patriotische“ deutsche Soldaten außer Landes, um zu morden und zu sterben. „Wir. Dienen. Deutschland.“ Sicher gibt es für diese Feindbilderzeugung Strategien. Seit Jahrhunderten, nein, seit Jahrtausenden hat sich auch auf diesem Gebiet ein Herrschaftswissen herausgebildet, wie man das eigene Volk auf ein anderes hetzt oder andere Völker bzw. Menschengruppen gegeneinander. Vielleicht ist es ja hilfreich, gerade in diesem Jahr, in dem sich der I. Weltkrieg zum 100.mal jährt, darauf zu schauen, wie damals Desinformation, Falschmeldung, Lüge, Propaganda durch Politiker und Medien eingesetzt wurde und was wir davon auch heute, aktuell im „Ukraine-Konflikt“ wiederfinden.

    Peter Baker, the chief White House correspondent for The New York Times, war mit seinem Präsidenten in Warschau. Der Präsident wollte mit der polnischen Führung den 25. Jahrestag des Untergangs des „kommunistischen Regimes“ feiern. Anwesend war auch der Oligarch Poroshenko, den sich die Westukraine vor wenigen Tagen als Präsidenten erwählte, weil sie, so heißt es, auf dem Maidan die Macht der Oligarchen stürzen und endlich Demokratie und Freiheit haben wollte. Was für eine Logik. Überhaupt: Freie Wahlen. Wir verstehen das Adjektiv einfach nicht.



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