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OSTBERLINER NEWSBLOG - PLATTFORM FÜR KUNDSCHAFTER, KADER, VOLXKORRESPONDENTEN [ONLINE SEIT MÄRZ 2003]

  • Steinzeit-Journalisten mit Stasi-Keule

    Zur Steinzeit war das Wort „Demokratie“ noch nicht gedacht und aufgeschrieben, nicht mal als Bild an eine Höhlenwand gemalt.
    Ob die Steinzeit-Menschen schon das Gefühl der Scham kannten?
    Wie wurde eigentlich damals mit denen umgegangen, die sich für eine bestimmte Tätigkeit in der Horde als völlig ungeeignet herausstellten?
    Fragen über Fragen, die sich aufdrängen, wenn wir lesen, wie Mitglieder der „meinungsbildenden Berufsgruppe“ gegen Kritikerinnen vorgehen: Publikumskonferenz im Visier.

    Update vom 25.02.:
    Lesenswerte Betrachtung der kriegsteilnehmenden Journalistinnen von Malte Daniljuk auf telepolis



  • “Weitere Mieterhöhungen sind ausgeschlossen”

    6. Pressemitteilung und Einladung zur Prozessbeobachtung am 04.03.2015

    Am 04.03.2015 beginnt die erste Gerichtsverhandlung um Mieterhöhungen für die Brunnenstraße 6/7. Damit steht der Erhalt eines der größten politischen Hausprojekte Europas auf dem Spiel.

    Die Bewohner_innen hatten sich intensiv um eine langfristige Lösung für das Projekt auf dem Verhandlungsweg bemüht, jedoch brach der Eigentümer unvermittelt die bis dahin konstruktiven Gespräche ab und zwingt die Bewohner_innen nun vor Gericht.

    In einem langen Prozess von Verhandlungen wurden im Jahr 2000 Mietverträge abgeschlossen. Diese wurden am runden Tisch mit der Stadt und ab 1998 mit dem neuen Eigentümer Klaus Gawehn ausgehandelt, in einem für das Projekt schmerzhaften Kompromiss. In den Mietverträgen sind jedoch weitere Mieterhöhungen nach Auslaufen einer zehnjährigen Staffelmiete explizit ausgeschlossen.

    Nun, im Jahr 2015, will die Besitzerfamilie hiervon nichts mehr wissen. „Sie versucht, vor Gericht neue Fakten zu schaffen, um aus der Brunnenstraße 6/7 im teuren und hochgentrifizierten Brunnenkiez in Berlin-Mitte maximalen Profit zu schlagen“, so die Bewohner_innen. „Unser Anspruch ist, dass die Brunnenstraße 6/7 weiterhin ein kollektiver Freiraum bleibt, der Menschen mit geringem Einkommen nicht ausschließt“, so die Bewohner_innen weiter. „Wir wollen keine Stadt, in der nur die Reichen sich aussuchen können, wo sie wohnen wollen, in der Miete zahlen heißt, über die Hälfte des Einkommens für die Miete ausgeben zu müssen und in der Menschen zwangsgeräumt werden.“ Die Verdrängung von Mieter_innen und die Transformation von sozialverträglichem und bezahlbarem Wohnraum in Kapitalanlagen sind seit Jahren in der Kritik.

    Die Brunnenstraße geht in die Offensive und macht den Gerichtprozess öffentlich, in dem sie zur Prozessbeobachtung und einer Kundgebung vor dem Amtsgericht Mitte einlädt. Sie wollen zeigen, dass sie nicht alleine sind, weder mit dem Thema und schon gar nicht als Hausprojekt in Berlin.

    Die Kundgebung beginnt um 9:30 und die Gerichtsverhandlung um 10:30, Amtsgericht Mitte, in der Littenstr. 12-15.

    Die Bewohner_innen der Brunnenstraße 6/7
    www.brunnen7.org

    Kontakt und Anfragen an den VEB 7 e.V. unter: info.brunnen7@riseup.net



  • SECHSUNDACHTZIG JAHRE SPÄTER - Teil 1 - 4

    http://telegraph.cc/sechsundachtzig-jahre-spaeter



  • Die Kulturspelunke Rumbalotte continua lädt ein:

    Ein Fest mit Lesung, Musik, Filmen, Wodka und Erbsensuppe –
    zum 70. Geburtstag von Thomas Brasch am 19.2.2015
    Beginn: 20 Uhr, Metzer Str. 9, 10405 Berlin

    In Kooperation mit der Akademie der Künste, Berlin

    Es lesen:
    Ursula Andermatt, Elke Erb, Annett Gröschner, Martina Hanf, Katja Lange-Müller, Annette und Elisa Maennel, Hannah Markus, Robert Mießner, Hans-Ulrich Müller-Schwefe, Bert Papenfuß, Kai Pohl, Heike Schmidt, Peter Schneider, Petra Schramm, Kristin Schulz, Hugo Velarde

    Anschließend: GP NULL Live
    Sie nennen das Schrei – A Tribute to Thomas Brasch
    Präsentiert von der lebenden Repetiermaschine Rex Joswig



  • 1 Jahr Abwärts! – 2 Lesungen

    Ein-Jahr-Abwaerts.png

    Für die Mutter der Ordnung
    Querschnittslesungen aus 6 Heften Abwärts!

    – am Dienstag, den 17. Februar ab 19 Uhr, BAIZ
    mit Su Tiqqun, Bert Papenfuß, Jannis Poptrandov, Gerd Schönfeld, Hugo Velarde

    Kultur- und Schankwirtschaft BAIZ
    Schönhauser Allee 26a, 10435 Berlin-Prenzlauer Berg


    – am Montag, den 23. Februar ab 20 Uhr, Café Cralle
    mit Carola Göllner, Kristin Schulz, Robert Mießner, Kai Pohl, Clemens Schittko

    Café Cralle
    Hochstädter Straße 10a, 13347 Berlin-Wedding


    „Die eine Hälfte leidet, die andere Hälfte sieht sich das Elend im Fernsehen an. „Sorry, aber Norden ist hier, wenn das Metzer Eck da ist.“ Der Westen kann ja auch im Osten liegen oder umgekehrt, verbunden mit einer sehr gegenwärtigen Form der Hybris, immer mehr haben zu wollen, und am Ende ist dann nichts mehr da. Die Leute nehmen zur Kenntnis, daß sie von Banken enteignet und von Geheimdiensten überwacht werden, und niemand interessiert es. Dostojewski hätte sich das nicht gefallen lassen. Aber Dostojewski ist tot und Mandela ist auch tot, das Mittelmeer steht in Flammen, der Wind entflaggt die geilen Unterteile und Lügen sind die Pest der Atemluft. Nur die offizielle Kultur fürchtet sich vor der Panik, während sie ins Mündungsfeuer der untergehenden Sonne blickt.“

    Flyer ansehen

    Eintritt frei!

    Abwärts! erscheint im BasisDruck Verlag



  • Pegida, die linke Opposition in der DDR und der zeitgenössische Antikommunismus

    von Thomas Klein

    1. „Viva Pegida“ …?
    Der verunsicherte deutsche Kleinbürger geht auf die Straße – eine konservative außerparlamentarische Opposition protestiert gegen das politische Establishment, eine gelenkte „Lügenpresse“ und gegen die vermeintlich drohende „Islamisierung des christlichen Abendlands“ (1). Die Attribute des Protests sind nationalistisch-völkisch, patriotisch und chauvinistisch („Wir sind das Volk – ihr nicht“), kulturalistisch-religiös („Das christliche Abendland singt Weihnachtslieder“) und subkutan rassistisch/fremdenfeindlich.



  • Poroschenko auf der SIKO in München

    Am kommenden Wochenende ( 7./8. Februar 2015) findet in München wieder die jährliche so genannte „Sicherheitskonferenz“ (SIKO) statt. Ein hochrangiges Stelldichein von Politikern, Militärs und Lobbyisten der Rüstungsindustrie. Wie jedes Jahr wird es auch diesmal eine große Demonstration dagegen geben.

    Wie aus verschiedenen Netz-Quellen zu erfahren ist, wird diesmal auch der Präsident der Ukraine Poroschenko in München sein. Neben seiner Anwesenheit auf der SIKO soll es am Samstag, mitten in München am Stachus (Karlsplatz), eine Kundgebung „zur Unterstützung der Ukraine“ geben, auf der Poroschenko öffentlich auftreten soll.

    Wie weiter bekannt wurde, wird es dagegen eine Gegenkundgebung geben. Sie beginnt um 11 Uhr auf der anderen Seite des Stachus, links neben dem Hotel „Königshof“.



  • Nachruf auf Phil Hill

    Philipp Andrew Hill ist am Montag, den 22. Dezember 2014 in Berlin gestorben.
    Die Beisetzung fand am 26. Januar 2015 in Berlin auf dem Friedhof in der Greifswalder Straße, gegenüber vom Haus der Demokratie, statt.
    Geboren wurde Phil am 10. Dezember 1949 in Paris. Sein Leben war durch politisches Engagement geprägt und so spiegelt sich in seiner Biographie die Geschichte der vergangenen Jahrzehnte. Als 18jähriger wurde er 1967 als US-amerikanischer Soldat in den Vietnamkrieg geschickt. Nach Kriegsende gründete Phil gemeinsam mit anderen Gefährten die Friedensgruppe “Vietnam Veterans against War” …
    Würdigung und Abschied finden sich im Blog von Franz-Josef Hanke:
    Sein Wissen war ´ne Wucht
    Verständnis und Verständigung



  • Pogrom als Kunst

    “Wir sind jung. Wir sind stark.” (Regie: Burhan Qurbani)

    Von Angelika Nguyen

    Es gibt in Deutschland ein paar Symbolorte für Ausländerhass und Rassismus, einer davon ist Rostock-Lichtenhagen. Dieser Film mit dem langen Titel listet, so tut er jedenfalls, die Chronik eines einzigen Tages auf: des 24.August 1992, an dem die massenhaften Ressentiments von Bewohnern gegen die Zuwanderer im Kiez - Sinti, Roma, Vietnamesen - gefüttert vom Frust der eigenen Lage, sich in einem von der Politik ermöglichten Pogrom entladen.

    Die Handlung setzt ein, da Familien der Sinti und Roma aus der Zentralen Aufnahmestelle für Flüchtlinge (ZASt) bereits evakuiert werden, als Zugeständnis an die immer lauter gewordene Fremdenfeindlichkeit der Anwohner und letztlich Ermutigung zum Angriff auf die Vietnamesen .

    Auf Schwarzbild erscheint im Laufe des Films fortlaufend die Uhrzeit. Die Chronik ist jedoch nur vorgetäuscht, hier läuft keine Action-Doku. Der Terror des Pogroms ist eher Nebensache, vielmehr lotet der Film eine gewisse Stimmung aus, auf beiden Seiten: einer Clique gewaltbereiter Jugendlichen – Stefan und Robbi zum Beispiel - und einer Gruppe bedrohter Vietnamesen im Wohnhaus Sonnenblumenhaus – zum Beispiel Lien und ihr Bruder.



  • Für die Mutter der Ordnung – gegen den Vater aller Dinge!

    Gaucks-Thierleben260.jpg

    Rumbalotte Prenzlauer Berg Connection e. V. in Kooperation mit dem Bezirksamt Pankow, FB Kunst und Kultur, gefördert vom Bezirkskulturfonds, präsentiert den Auftakt des kulturpolitischen Jahresprojektes.

    Am Donnerstag, den 29. Januar um 20 Uhr:
    Schankwirtschaft Rumbalotte continua
    Metzer Str. 9
    10405 Berlin

    Vorstellung des ersten Plakats der 12-teiligen Serie, Januar-Ausgabe:

    GAUCKS THIERLEBEN, Plakat: Kai Pohl

    Das Plakat mit größerer Ansicht als Popup ansehen.

    Das Plakat als PDF downloaden.

    Helmut Höge liest: Über die Tiernamen von Kettenfahrzeugen und Betriebssystemen

    „Ein vortragender Major in der Bundeswehrzentrale auf der Bonner Hardthöhe hatte uns dort 1998 die neue NATO-Verteidigungsdoktrin erklärt: ‚Sie ist nicht mehr nach Russland hin angelegt, die russischen Soldaten haben inzwischen dieselbe Einstellung zum Krieg wie wir auch – sie wollen nicht sterben! Außerdem ist die Stationierung von Atomwaffen in Ungarn und Polen z. B. so gut wie gesichert, es geht eigentlich nur noch darum, wie viel wir dafür zahlen müssen. Ganz anders sieht es jedoch bei den Arabern aus, mit dem Islam. Deswegen verläuft die neue Verteidigungslinie jetzt auch‘ – ratsch! zog er hinter sich eine neue Landkarte auf – ‚etwa hier: zwischen Marokko und Afghanistan‘.

    Bert Papenfuß liest: Anriß der Gewaltfrage

    „Aus dem Joch, Konsumenten! Parlamentarismus führt mit dem Arsch an die Wand. Unsere Probleme sind politisch nicht zu lösen; die Politik ist das Problem, es liegt an uns, dies zu ändern. Raus aus den Schubladen, Anarchisten ohne Adjektive! Jede Minute des Bangens vor Sanktion wegen nicht bezahlter Mieten, Steuern und sonstigen Schröpfungen wird zurückgezahlt. Die Dummheit vor der Unnatur des Staates und die Feigheit vor seinen Vollstreckern schlägt nicht nur auf den Magen, sondern setzt dem ganzen Körper zu. – Allein, mit Gegnerschaft, Protest und Widerstand gegen den Staat ist es heute nicht getan: Der Staat ist nur mehr ein Dienstleistungsbetrieb der globalisierten Ökonokraten und Öloligarchen und ihrer arschkriechenden Massenmedien. Gegnerschaft fordert ein profundes Mandat. Zieht eure Schlüsse und schließt euch zusammen.“

    Anschl. an den Turntabletten: Nordpolzigeuner



  • DER LEIDENDE DEUTSCHE

    Der Leidende, der im Oktober 2013, im Januar 2014 und erneut im Oktober 2014 meinte, Deutschland soll wieder mehr Verantwortung in der Welt übernehmen, unter Umständen auch militärisch, ließ sich die Chance zur Rede am 27. Januar 2015 natürlich nicht entgehen. Ein gehörig Maß an Realitätsverleugnung ließ ihn sagen:
    "Und doch konnten wir nach den dunklen Nächten der Diktatur, nach Schuld und Scham und Reue ein taghelles Credo formulieren. Wir taten es, als wir dem Recht seine Gültigkeit und seine Würde zurückgaben. Wir taten es, als wir Empathie mit den Opfern entwickelten. Und wir tun es heute, wenn wir uns jeder Art von Ausgrenzung und Gewalt entgegenstellen und jenen, die vor Verfolgung, Krieg und Terror zu uns flüchten, eine sichere Heimstatt bieten." Wann soll das gewesen sein?

    Die erschütterndsten Sätze in Gaucks Betroffenheitsrede, hier voll aus dem patriotischen Zusammenhang gerissen:
    „Hier ist jemand eingetreten in eine Verantwortungsgemeinschaft, die nicht aus einer Erfahrungsgemeinschaft herrührt. Aber wir finden uns wieder in einem gemeinsamen Willen.“
    Als ich die Sätze im Radio hörte, sorry, aber ganz unfair blitzte es mir in den Kopf:
    „Volksgemeinschaft“.

    (Zum Nachlesen, nicht empfohlen.)



  • MIT BLEISTIFT GESCHRIEBEN

    Mit Bleistift geschrieben im verplombten Waggon

    hier in diesem Transport
    bin ich Eva
    mit Abel meinem Sohn
    wenn ihr meinen großen Sohn seht
    Kain Adams Sohn
    sagt ihm daß ich

    Dan Pagis: An beiden Ufern der Zeit, 2003.



  • Marie Heurtin entdeckt den Schnee

    “Die Sprache des Herzens” (Regie: Jean-Pierre Améris)

    Von Angelika Nguyen

    Der deutsche Titel des Films ist nicht nur pseudo-poetisch, sondern auch irreführend. Denn die Gebärdensprache, um die es geht, ist in Wirklichkeit eine Sprache des Körpers und somit sehr sinnlich. Daher seit Beginn des 19.Jahrhunderts von aufmerksamen Sittenwächtern als “obszön” verfemt und verboten, wurde sie von taubstummen Menschen natürlich trotzdem weiter benutzt und entwickelt und tatsächlich erst 1991 offiziell erlaubt.
    Der französische Originaltitel lautet schlicht: “Marie Heurtin”.
    Das ist der Name des 14jährigen Mädchens, das im Film von der Nonne Marguerite jene Gebärdensprache erlernt und damit aus seinem taub-stumm-blinden Gefängnis ausbrechen kann. Das schreibt sich leicht hin, für Schwester Marguerite ist es zunächst Schwerstarbeit. Ungefähr die Hälfte des Films über bleibt Marguerites Beharrlichkeit unbelohnt. Nicht selten hat sie nach einem langen Tag, an dem sie versucht hat, Marie anzukleiden, zu füttern, zu kämmen und ihr gar die Gebärdensprache in die Hände zu schreiben, nichts als Schläge und Tritte von dem temperamentvollen Mädchen bekommen, eine Überschwemmung im Badezimmer oder Aufruhr unter den anderen taubstummen Zöglingen im Speisesaal.



  • KRIEGSPROPAGANDA

    Unser Redakteur Thomas Leusink schrieb im telegraph #129/130 darüber, wie die Herrschenden Menschen für den Krieg gewinnen.

    Jetzt ist der Artikel online:

    http://telegraph.cc/kriegspropaganda/



  • telegraph Weihnachtslesung Teil 3

    Am 20.12.2014 wurde in der Rumbalotte continua (Berlin-Prenzlauer Berg) die neue Ausgabe der Zeitschrift telegraph vorgestellt:

    Teil 3: Die Rinderzucht in der DDR und im Rest der Welt

    Helmut Höge wagt lichtbildgestützt eine Darstellung der Befindlichkeiten von Kühen, Kälbern, Färsen, Bullen und Ochsen in den Hauptviehzuchtgebieten weltweit. Ein schneller Rundumschlag.



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