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grenz|wissenschaft-aktuell
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  • Heute auf grenzwissenschaft-aktuell.de
    Außerirdisches Leben, Space | Raumfahrt
    Kontinente auch auf Super-Erden möglich
    Evanston (USA) - Felsplaneten mit einer 1,5- bis zu 15-fachen Masse der Erde werden als "Super-Erden" bezeichnet. Dieser Name sagt jedoch noch nichts darüber aus, ob es auf diesen großen Planeten auch Leben gibt, geschweige denn ob sie überhaupt lebensfreundlich sind. Zweifelsohne sind sie also "erdartig" - ob sie aber auch "erdähnlich" sind, ist deshalb immer noch Inhalt kontroverser Diskussionen. Eine neue Studie widerspricht nun einigen der bisherigen Theorien, wonach es sich bei Super-Erden um reine Wasserwelten handelt. Stattdessen, so die Forscher, könnten sich aus vielen der dortigen Ozeane durchaus auch Kontinente erheben, wodurch nicht nur Leben in den außerirdischen Meeren, sondern auch an Land möglich wäre. weiterlesen...

    Natur | Umwelt, Forschung | Wissenschaft
    Neues Fachgebiet an der Uni Kassel: Widerstandsfähige Pflanzen - ohne Gentechnik

    Kassel (Deutschland) - Dass die EU bald einen neuen Genmais zulässt, wird immer wahrscheinlicher. Pflanzen widerstandsfähig zu machen, geht aber auch ohne Gentechnik - so der Anspruch von Biozüchtern. Unterstützung erhalten sie von einem neuen Fachgebiet der Universität Kassel. weiterlesen...

    ...weitere Meldungen folgen
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    Meldungen vom 23. April 2014

    Space | Raumfahrt, Technik
    NASA-Astronauten und Wissenschaftler warnen: Schwere Asteroideneinschläge häufiger als gedacht

    Washington (USA) - Es ist eine Standardfloskel populärwissenschaftlicher Astronomen, wonach es eigentlich "Kein Grund zur Sorge" gibt, dass ein großer Asteroid in absehbarer Zukunft die Erde treffen wird - schließlich sei die Wahrscheinlichkeit dafür sehr gering (1, 2). In Wirklichkeit sind es nicht nur Ereignisse wie die des Tscheljabinsk-Einschlags vom vergangenen Jahr aber nur die medienwirksamsten solche Treffer, die uns an das tatsächliche Risiko erinnern. Jetzt haben US-Astronomen und ehemalige NASA-Astronauten die bedeutendsten Einschläge der vergangene 13 Jahre visualisiert und warnen: Die Gefahr, die von Asteroiden für die Erde ausgeht, wird meist unterschätzt (m.Videos). weiterlesen...

    Sagen | Legenden, Sonstige Phänomene
    Psychiater erforscht Geschichte des Werwolf-Syndroms

    Groningen (Niederlande) - Neben dem physiologischen Syndrom der extrem starken Körperbehaarung, der sogenannten Hypertrichose, gilt auch die psychologische Ausprägung der Vorstellung, dass der eigene Körper mit Fell und klauenartigen Finge- und Fußnägeln bedeckt sei und man sich selbst in einen Wolf verwandele - oder sich in einen solchen verwandele, als reales Vorbild für viele Legenden rund um den Mythos vom Werwolf. Ein niederländischer Psychiater hat sich nun auf die historische Spurensuche der seltenen Wahnvorstellung begeben. weiterlesen...

    Space | Raumfahrt, Technik, Natur | Umwelt
    Kosmetik-Institut will den Mond und unsere Nächte heller machen

    Stockholm (Schweden) - Es klingt zunächst wie ein Scherz, doch offensichtliche oder gar versteckte Hinweise etwa auf einen Aprilscherz sucht man auf der Projektseite für "Brighter Moon" der Gedankenwerkstatt des Kosmetik-Instituts "FOREO" vergeblich. Tatsächlich verfolgt das Projekt mit der Vision, den Mond heller zu machen, angeblich aber ein ernsthaftes Ziel. weiterlesen...



    Meldungen vom 22. April 2014

    Außerirdisches Leben, Space | Raumfahrt
    Wechselnde Achsenneigung durch stark gegeneinander geneigte Umlaufbahnebenen von Planeten nicht zwangsläufig lebensfeindlich

    Washington (USA) - Gingen bislang viele Astrophysiker und Astrobiologen davon aus, dass Planeten mit einer immer wieder zur Ebene ihres Sterns variierend geneigten Umlaufbahn - und damit einhergehend schwankenden Planetenachsen - die Entstehung von Leben verhindern, zeigt eine neue Studie nun, dass genau dieses Merkmal in einigen Fällen sogar dazu beitragen kann, lebensfreundliche Bedingungen auf diesen Planeten zu erzeugen. Zugleich widerspricht die neue Erkenntnis der bislang von vielen Astronomen vertretenen Vorstellung von der Notwendigkeit eines die Planetenachse stabilisierenden großen Mondes. Auch weitet sie die Grenzen der klassischen habitablen Zone in entsprechenden Planetensystemen um bis zu 20 Prozent aus und erhöht damit einmal mehr die Wahrscheinlichkeit für außerirdisches Leben. weiterlesen...

    Meldungen vom 20./21. April 2014

    Religion | Glaube, Geister | Spuk, Gesellschaft
    Historische Aufarbeitung des Exorzismus-Falls der Anneliese Michel vorgestellt

    Würzburg (Deutschland) - In ihrer Dissertation hat sich die Würzburger Historikerin Petra Ney-Hellmuth mit dem sogenannten Exorzismus von Klingenberg auseinandergesetzt und diese Doktorarbeit nun auch in Buchform publiziert. In ihrem Werk "Der Fall Anneliese Michel - Kirche, Justiz, Presse" kommt die Historikerin zu dem Schluss, dass die Todesursache und damit einhergehend auch die Schuldfrage bislang in der Öffentlichkeit größtenteils falsch dargestellt wurde und die Berichterstattung der Presse über den Fall fiel nicht so vorverurteilend ausgefallen war, wie in Kirchenkreisen damals befürchtet. Nachweislich neu entfacht hatte der Exorzismus allerdings die Diskussion über die Realexistenz des Bösen. weiterlesen...

    Kornkreise
    Kornkreise 2014: Erste Formation nun auch in England

    Wooton Rivers (England) - Nachdem mittlerweile vier Korn- bzw. Graskreis-Formationen in den Niederlanden gefunden wurden, hat nun auch das eigentliche "Mutterland der Kornkreise", England, seinen ersten Kornkreis für 2014. Der Beginn der diesjährigen Saison fiel jedoch eher unspektakulär aus. weiterlesen...

    Meldungen vom 19. April 2014

    Space | Raumfahrt, Technik
    NASA-Sonde fotografiert unbemannten Roboter auf dem Mars...
    Pasadena (USA) - Zuerst schicken wir Orbitalsonden zum Mars, dann unbemannte Robotersonden auf dessen Oberfläche und fotografieren diese Rover dann wiederum mit den Orbitalsonden aus dem All, um diese Aufnahmen dann wieder zur Erde zu funken. Was noch vor wenigen Jahrzehnten wie reine Science-Fiction klang, ist heute fast schon wissenschaftlicher Alltag: Die NASA-Sonde "Mars Reconnaissance Orbiter" (MRO) hat eine Satellitenaufnahme der Marsoberfläche zur Erde gefunkt, auf der das kleinbusgroße mobile Wissenschaftslabor "Curiosity" der Mission "Mars-Science-Laboratory" und mitsamt den Fahrspuren des Rovers zu erkennen ist. weiterlesen...

    GreWi-Review
    Wiederbelebte Neandertaler - Mathematischer Urknall - Urzeitliche Landschaft - Lebensspendende Raucher - Außerirdisches Vitamin
    In dieser Rubrik berichten wir immer zum Wochenende durch Links zur Originalquelle und zu externen deutschsprachigen Meldungen über Entdeckungen und Ergebnissen, über die wir in der vergangenen Woche nicht mit einer eigenen GreWi-Meldung berichtet hatten. weiterlesen...

    Meldungen vom 19. April 2014

    Space | Raumfahrt, Technik
    NESSI: Erdgestütztes Teleskop analysiert ferne Atmosphären

    Socorro (USA) - Mit dem "New Mexico Exoplanet Spectroscopic Survey Instrument" (NESSI) am 2,4-Meter Teleskop des Magdalena Ridge Observatory beginnen Astronomen im kommenden Sommer mit der Analyse der Atmosphären ferner Planeten von der Erde aus. weiterlesen...

    Space | Raumfahrt, Technik
    Geplantes Ende der Mission LADEE: NASA-Sonde stürzt auf die dunkle Seite des Mondes
    Moffet Field (USA) - Wie geplant, ist die NASA-Mondsonde LADEE (Lunar Atmosphere and Dust Environment Explorer) am Donnerstag bei ihrem Überflug über die erdabgewandte und damit dunkle Seite des Mondes, kontrolliert auf dessen Oberfläche gestürzt. weiterlesen...

    Meldungen vom 18. April 2014

    Außerirdische Leben, Space | Raumfahrt
    Weltraumteleskop Kepler entdeckt erstmals erdgroßen Planeten in lebensfreundlicher Zone um fernen Stern

    Washington (USA) - Mit Hilfe des NASA-Weltraumteleskops "Kepler" haben Astronomen erstmals einen nahezu erdgroßen Planeten entdeckt, der seinen Stern innerhalb dessen sogenannten habitablen Zone umkreist. Diese beschriebt jene Abstandregion um einen Stern, innerhalb derer ein Planet diesen umkreisen muss, damit aufgrund milder Temperaturen auf seiner Oberfläche flüssiges Wasser - und damit die Grundlage zumindest des irdischen Lebens - existieren kann. Die Entdeckung beweist, dass es auch um andere Sterne als unsere Sonne erdgroße Planeten innerhalb habitabler Zonen gibt. weiterlesen...


  • Kontinente auch auf Super-Erden möglich

    Künstlerische Darstellung der Vorstellung verschiedener Super-Erden im Vergleich zur Erde (o.r.). | Copyright: NASA/Ames/JPL-Caltech

    Evanston (USA) - Felsplaneten mit einer 1,5- bis zu 15-fachen Masse der Erde werden als "Super-Erden" bezeichnet. Dieser Name sagt jedoch noch nichts darüber aus, ob es auf diesen großen Planeten auch Leben gibt, geschweige denn ob sie überhaupt lebensfreundlich sind. Zweifelsohne sind sie also "erdartig" - ob sie aber auch "erdähnlich" sind, ist deshalb immer noch Inhalt kontroverser Fachdiskussionen. Eine neue Studie widerspricht nun einigen der bisherigen Theorien, wonach es sich bei Super-Erden um reine Wasserwelten handelt. Stattdessen, so die Forscher, könnten sich aus vielen der dortigen Ozeane durchaus auch Kontinente erheben, wodurch nicht nur Leben in den außerirdischen Meeren, sondern auch an Land möglich wäre.

    Wie die Forscher um Nicolas Cowan von der Northwestern University und Dorian Abbot, von der University of Chicago in der Fachzeitschrift "The Astrophysical Journal" (DOI: 10.1088/0004-637X/781/1/27) berichten, gelten Super-Erden vielen Astrophysikern deshalb als reine Wasserwelten, da davon ausgegangen wird, dass ihre starke Oberflächengravitation nur eine vergleichsweise flache Oberflächengeographie aber große und tiefe Ozeane entstehen lässt.

    In ihrer Studie anhand von Modellberechnungen der fernen Super-Erden und der Art und Weise, wie diese Planeten Wasser sowohl auf der Oberfläche als auch im Planetenmantel speichern können, kommen die Wissenschaftler nun aber zu der Schlussfolgerung, dass es auch auf Super-Erden durch Plattentektonik zu freiliegenden Kontinenten kommen kann. Voraussetzung ist jedoch, dass die Wassermasse auf einem solchen Planeten weniger als 0,2 Prozent der gesamten Planetenmasse beträgt.


    www.grenzwissenschaft-aktuell.de
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    "Ein Planet könnte bis zu zehnmal feuchter sein als unsere Erde und immer noch erhabene Kontinente aufweisen", so Cowan. "Diese Erkenntnis ist wichtig, um besser zu verstehen, wie solche Welten aussehen und altern."


    Wie auf der Erde, so könnte die Bewegung der Kontinentalplatten (Plattentektonik) auch auf einigen Super-Erden dazu führen, dass Wassermassen zwischen Ozeanen und Planetenmantel kontinuierlich durch Tiefengestein ausgetauscht werden.


    "Die Erde ist der einzige bekannte Planet, der sowohl Plattentektonik als auch einen tiefen Wasserkreislauf besitzt. Das ist also schon mal ein guter Ausgangspunkt.", so Cowan.


    Zudem führe die stärkere Gravitation an den tiefen Meeresböden von Super-Erden dazu, dass durch den höheren Druck mehr Wasser in den Planetenmantel gepresst und dort gebunden bleibt.


    Da bislang aber selbst angesichts unserer eigenen Erde die Verteilung von Wasser zwischen Oberfläche und Mantel noch nicht gänzlich bekannt ist (...wir berichteten), beinhalten natürlich auch die auf der Erde basierenden Modelle der beiden Forscher noch einige Unsicherheiten. Bedeutend für das Ergebnis der Modellberechnungen ist auch, dass es auf den fernen Super-Erden überhaupt zu Plattentektonik kommt. Um diesen Unsicherheiten soweit wie möglich zu begegnen, ziehen die Forscher in ihrem Artikel nur stark konservative Schlussfolgerungen. Doch selbst diese Minimalwerte legen nahe, dass Super-Erden nicht zwangsläufig reine Wasserwelten sein müssen.


    Eindeutige Antworten werden aber erst Teleskope der nächsten Generation liefern können, mit denen Astronomen belastbare Direktdaten über die Zusammensetzung und Oberflächenstruktur extrasolarer Planeten (sog. Exoplaneten) ermitteln können. "Hierzu würde man aber zumindest ein Weltraumteleskop mit einem mehrere Meter durchmessenden Spiegel benötigen, der zudem über einen mehre tausend Kilometer entfernt positionierten sogenannten 'Starshade'-Coronagraphen verfügt. Das von der NASA geplante WFIRST-Teleskop könnte diese Aufgabe meistern und schon in den 2030er Jahren starten."


    grenzwissenschaft-aktuell.de

    Quelle: astrobio.net

  • Neues Fachgebiet an der Uni Kassel: Widerstandsfähige Pflanzen - ohne Gentechnik

    Symbolbild: Junges Getreide. | Copyright: grewi.de

    Kassel (Deutschland) - Dass die EU bald einen neuen Genmais zulässt, wird immer wahrscheinlicher. Pflanzen widerstandsfähig zu machen, geht aber auch ohne Gentechnik - so der Anspruch von Biozüchtern. Unterstützung erhalten sie von einem neuen Fachgebiet der Universität Kassel.

    - Bei dieser Meldung handelt es sich um einen Presseinformation der Universität Kassel


    Rund 340.000 Pflanzenarten wachsen auf der Erde, doch nur ein Bruchteil davon landet auf dem Teller: 30 Arten liefern 95 % der pflanzlichen Nahrungsmittel. Insgesamt spielen nur rund 150 Arten für die Ernährung eine nennenswerte Rolle. Und es könnten noch weniger werden. Denn getrieben von Marktmechanismen konzentriert sich die konventionelle Landwirtschaft immer stärker auf wenige ertragsstarke Sorten. Das trägt dazu bei, dass die Biodiversität drastisch sinkt.


    Gegen diesen Trend steuern Biobauern: "Ökologische Landwirtschaft strebt nicht nur mehr Sortenvielfalt, sondern auch eine höhere genetische Variation innerhalb der Sorten an", erklärt Prof. Dr. Gunter Backes, Leiter des Fachgebietes "Ökologische Pflanzenzüchtung und Agrarbiodiversität" an der Universität Kassel. "Eine höhere Diversität innerhalb einer Sorte kann begünstigen, dass die Pflanzen langfristig widerstandsfähiger werden und sich besser an geografische und klimatische Schwankungen anpassen."

     
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    Dass die ökologische Landwirtschaft genetische Vielfalt stärker fördert als die konventionelle, liegt an den unterschiedlichen Züchtungszielen und -methoden. "Konventionelle Landwirtschaft schafft für die Pflanze eine künstliche und reduzierte Umwelt", erklärt Backes. Mineraldünger sorgen für eine hohe Nährstoffzufuhr, Chemikalien wie Pestizide halten Krankheiten und Schädlinge fern. Diese künstliche Umwelt wird kurzfristig an die Pflanze angepasst, mit dem Ziel, Erträge zu optimieren. In der Biolandwirtschaft hingegen fügt sich die Pflanze in ein bestehendes Ökosystem ein. Alle Bestandteile dieses Systems werden so beeinflusst, dass sie die nachhaltige Produktion einer Feldfrucht bestmöglich unterstützen. "Das Ziel ist eine Pflanze, die in einem ökologischen Umfeld eine bessere Leistung bringt. Dafür muss sie imstande sein, sich an ein spezifisches lokales System anzupassen sowie kurzfristig stärkere Schwankungen der Bedingungen abzupuffern. Die potentiell höhere Diversität von ökologisch gezüchteten Sorten steigert diese Anpassungsfähigkeit", erklärt Backes.


    Im Labor macht Backes gezielt genetische Ressourcen durch ihre Charakterisierung für die Züchtung nutzbar. Am Beispiel Dinkel, Roggen, Hafer und wildem Weizen analysiert er derzeit, wie genetisch divers und somit wertvoll bestimmte Gruppen von Sorten sind. Die Diagnose genetischer Marker hilft, neue Kreuzungen zu planen. Backes kristallisiert heraus, welche Eigenschaften mit welchen Gen-Allelen verknüpft sind, erkennt dadurch beispielsweise, welche Gene für Resistenzen verantwortlich sind. Dieses Wissen stellt er den Züchtern zur Verfügung, die dadurch sehen, welche Kreuzungspartner sich am besten eignen, wenn die am Ende des Züchtungsprozesses stehende Sorte die erwünschten Eigenschaften haben soll. Mit Gentechnik, bei der Gene von einer Art zu einer anderen übertragen werden, hat die Kasseler Forschung nichts zu tun. Die Gen-Untersuchungen dienen nur der Diagnose. So lässt sich beispielsweise auch langfristig beobachten, welche genetischen Veränderungen Züchtungen verursachen.


    Backes arbeitet zukünftig eng mit Züchtern zusammen. Er widmet sich Problemen, die sich für Biozüchter oder aber konventionelle Züchter, die für den Ökolandbau arbeiten, ergeben. Die enge Zusammenarbeit mit Züchtern soll sicherstellen, dass die Projektergebnisse den Weg in die Praxis finden. Neben der Charakterisierung genetischer Ressourcen will Backes sich zunächst zwei anstehenden Projekten widmen: Er erforscht, wie man Ackererbsen mithilfe nützlicher Begleitpilze vor Krankheiten schützen kann. Außerdem beschäftigt er sich weiterhin verstärkt mit Getreide - wie mit der Charakterisierung und Nutzung komplexer Weizensorten.


    Quelle: uni-kassel.de


  • NASA-Astronauten und Wissenschaftler warnen: Schwere Asteroideneinschläge häufiger als gedacht

    Künstlerische Darstellung eines großen Asteroiden zwischen Erde und Mond (Illu.). | Copyright/Quelle: b612foundation.org

    Washington (USA) - Es ist eine Standardfloskel populärwissenschaftlicher Astronomen, wonach es eigentlich "Kein Grund zur Sorge" gibt, dass ein großer Asteroid in absehbarer Zukunft die Erde treffen wird - schließlich sei die Wahrscheinlichkeit dafür sehr gering (siehe Videos: 1, 2). In Wirklichkeit sind Ereignisse wie die des Tscheljabinsk-Einschlags vom vergangenen Jahr aber nur die medienwirksamsten solche Treffer, die uns an das tatsächliche Risiko erinnern. Jetzt haben US-Astronomen und ehemalige NASA-Astronauten die bedeutendsten Einschläge der vergangene 13 Jahre visualisiert und warnen: Die Gefahr, die von Asteroiden für die Erde ausgeht, wird meist unterschätzt.

    Wie die Wissenschaftler der "B612 Foundation", die sich die Entdeckung und Abwehr potentiell erbedrohender Asteroiden und Himmelskörper zu Ziel gesetzt hat, in ihrer Visualisierung (Video s. unten) anschaulich zeigen, zeichnete das weltweite Sensorennetzwerk der "Nuclear Test Ban Treaty Organization" von 2000 bis 2013 26 bedeutende Detonationen von 1 bis 600 Kilotonnen Explosionskraft auf. "Doch keine dieser Explosionen wurde von einer Nuklearwaffe erzeugt." In allen Fällen handele es sich um das Ergebnis von Asteroideneinschlägen. Zum Vergleich: Die Kraft der Atombombe, die 1945 Hiroshima verwüstet hatte, betrug 15 Kilotonnen.


    Zum Glück, so erläutern die Forscher zugleich, gelangten die meisten dieser kosmischen Brocken nicht bis zur Erdoberfläche selbst, sondern verglühten noch in der Atmosphäre oder zerbrachen darin, weshalb es zu geringeren zerstörerischen Auswirkungen auf der Oberfläche gekommen sei. Zudem stürzten die Mehrheit dieser Einschläger für die meiste Menschen unbemerkt über den Ozeanen ab.


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    Zu Bedenken geben die NASA-Wissenschaftler zugleich aber auch, dass nur eines der 26 aufgezeigten eingeschlagenen Objekte bereits vorab entdeckt worden war. Doch selbst in diesem Fall habe die Vorwarnzeit nur wenige Stunden betragen.


    Anhand der neuen Berechnungen geht die B612-Gruppe nun davon aus, dass die Erde etwa alle 100 Jahre von einem mehrere Megatonnen-Asteroiden getroffen wird, wie er im schlimmsten Fall eine ganze Großstadt vernichten könnte, sollte er in einem entsprechenden Gebiet einschlagen.


    "Zu den meisten Asteroideneinschlägen in den vergangenen zehn Jahren, lagen uns bis vor kurzem nur vergleichsweise wenig Daten vor. Jetzt wissen wir aber, dass solche Ereignisse häufiger sind als wir dies bislang angenommen haben", erläutert der einstige Shuttle-Astronaut und heutige Vorsitzende der Forschergruppe Ed Lu gegenüber der BBC.


    Vor dem Hintergrund der neuen Erkenntnisse fordern die Wissenschaftler die möglichst schnelle Entwicklung und Umsetzung neuer Teleskope. Das vorgeschlagene und durch private Spenden finanzierte Weltraumteleskop mit der Bezeichnung "Sentinel" soll 2018 starten und die Erde aus einer venusähnlichen Umlaufbahn beobachten, um so auch bislang unentdeckte Brocken im Inneren Sonnensystem ausfindig zu machen, die aus Richtung der Sonne auf die Erde zufliegen und deshalb von der Erde aus nahezu unsichtbar sind. Durch eine Infrarot-Optik soll Sentinel zudem in der Lage sein, sogenannte Dunkle Asteroiden ausfindig zu machen.



    Konzept des Weltraumteleskops "Sentinel". | Copyright/Quelle: b612foundation.org

    Frühere Studien waren noch davon ausgegangen, dass etwa mehr als 90 Prozent der wirklichen Killer-Asteroiden bereits bekannt seien und auf absehbare Zeit keine Bedrohung für die Erde darstellen.


    Neuste Daten des NASA-Weltraumteleskop WISE legen nun jedoch nahe, dass die wirkliche Anzahl solcher Asteroiden von 100 Metern Durchmesser und mehr rund 20.000 beträgt und die Mehrheit dieser Objekte noch immer nicht identifiziert und ihre Flugbahnen somit noch immer unbekannt sind.


    Gerade vor diesem Hintergrund gelte es, die Vorwarnzeit so lange wie möglich werden zu lassen. Die Grundvoraussetzung hierfür sei allerdings, dass die potentielle Bedrohung auch bekannt und damit für mögliche Abwehrmaßnahmen berechenbar werde. Dies vorausgesetzt, könne schon ein vergleichsweise kleiner Stups den Körper stark genug beschleunigen oder abbremsen, um eine Kollision mit der Erde zu verhindern. "Solche Missionen sind wahrscheinlich wesentlich einfacher als die Umsetzung des Sentinel-Teleskops", so Lu abschließend.


     

    B612 Impact Video 4-20-14 H264 from D Josh Rosen on Vimeo.
    Klicken Sie auf die Bildmitte, um das Video zu starten

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    grenzwissneschaft-aktuell.de
    Quellen: b612foundation.org, BBC

  • Psychiater erforscht Geschichte des Werwolf-Syndroms

    Werwolf-Darstellung aus "The Werewolf Howls" (Weird Tales, 1946). | Copyright: Public Domain

    Groningen (Niederlande) - Neben dem physiologischen Syndrom der extrem starken Körperbehaarung, der sogenannten Hypertrichose, gilt auch die psychologische Ausprägung der Vorstellung, dass der eigene Körper mit Fell und klauenartigen Finge- und Fußnägeln bedeckt sei und man sich selbst in einen Wolf verwandele - oder sich in einen solchen verwandele, als reales Vorbild für viele Legenden rund um den Mythos vom Werwolf. Ein niederländischer Psychiater hat sich nun auf die historische Spurensuche der seltenen Wahnvorstellung begeben.

    Wie der Psychologie-Assistenzprofessor Dr. Jan Dirk Blom von der Rijksuniversiteit Groningen in der Märzausgabe der Fachzeitschrift "History of Social Sciences" (DOI: 10.1177/0957154X13512192) berichtet, wurde er selbst erst durch einen aktuellen Fall auf das psychologische Werwolf-Syndrom, das als klinische Lykanthropie (altgr. Lykos = Wolf, anthropos = Mensch) bezeichnet wird, aufmerksam.


    Während bislang davon ausgegangen wurde, dass der Zustand vergleichsweise weit verbreitet war und ist, konnte Blom seit 1850 zwar 56 dokumentierte Fälle von angeblicher Lykanthropie nachweisen - doch nur 13 dieser Fälle, so berichtet der Psychologe, erfüllen die Kriterien für eine entsprechende klinische Diagnose.


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    Die verbleibenden Fälle beschreiben hingegen Vorstellungen der Verwandlung in andere Tierarten, darunter in Hunde, Schlangen, einen Frosch bis zu zur Biene und stellen damit eher Fälle von generellem Zooanthropie - und nicht gezielt der werwolfartigen Verwandlung in einen Wolf dar.


    Beispiel der physiologischen Variante des "Werwolf-Syndroms", der sogenannten Hypertrichose. Das Foto zeigt einen Patienten (Adr. Evtikhie) des Arztes N. Mansurov aus dem 19. Jahrhundert. | Copyright: Public Domain

    Während Blom erklärt, dass er ursprünglich deutlich mehr Fälle erwartet habe, spreche das Ergebnis seiner Studie dafür, dass das klinische Werwolfsyndrom (wobei das Adjektiv "klinisch" unterstreicht, dass es sich eben "nur" um eine psychologische Wahnvorstellung und nicht um die wirkliche Transformation in einen Wolf handelt), wesentlich seltener sei als bislang angenommen.


    Psychologen vermuten, dass die klinische Lykanthropie eine ungewöhnliche Ausdrucksform anderer psychologischer Krankheiten wie Schizophrenie, bipolarer Störungen oder starker Depression ist. Tatsächlich fand Blom in 25 Prozent der von ihm untersuchten 56 historischen Fällen von klinischer Lykanthropie und Zooanthropie Diagnosen für Schizophrenie. 23 Prozent der Patienten litten offenbar an psychotischen Depressionen und etwa 20 Prozent an bipolaren Störungen. Die berichteten 56 Fälle beschreiben 34 männliche und 22 weibliche Patienten, deren Symptome zwischen einer Stunde und mehren Jahrzehnten andauerten.


    Der erste historisch beschriebene Fall von klinischer Lykanthropie wurde laut Blom 1852 veröffentlicht und schildert di Krankengeschichte eines Mannes, der damals in eine Anstalt in Nancy eingeliefert wurde. Um zu beweisen, dass der sich tatsächlich in einen Wolf verwandele, verwies der Mann auf seine verlängerten "Wolfszähne" und beschwerte sich darüber, dass er hufartige Füße und Haare am ganzen Körper bekommen habe und zudem nur noch rohes Fleisch essen wolle. Als ihm dieses jedoch vorgesetzt wurde, habe er dieses abgelehnt, weil es noch nicht genug verwest gewesen sei. In anderen Fällen berichteten die Patienten, dass sie beim Blick in den Spiegel nicht ihr menschliches Antlitz, sondern den Kopf eines Wolfes sehen würden. Ein anderer Patient war davon überzeugt, dass seine menschlichen Knochen gegen die eines Schweins ausgetauscht worden seien.




    Blom selbst vermutet, dass die Vorstellungen und Wahrnehmungen des sich in ein Tier verwandelnden Körpers auf Störungen jener Hirnregionen zurückzuführen sind, die sowohl für Bewegung als auch für unsere Selbst- und Körperwahrnehmung verantwortlich sind. Da die Vorstellungen von der Verwandlung in ein Tier jedoch meist mit bekannten psychologischen Erkrankungen einhergingen, schlägt Blom selbst deren Behandlung als am meisten geeignete Therapie vor.


    WEITERE MELDUNGEN ZUM THEM
    A
    Forscher finden das Werwolf-Gen 6. Juni 2011

    grenzwissenschaft-aktuell.de

    Quelle: hpy.sagepub.com

  • Kosmetik-Institut will den Mond und Nächte heller machen

    Grafische Vorher-Nacher-Simulation des Stadtbildes von Stockholm. | Copyright/Quelle: foreo.com

    Stockholm (Schweden) - Es klingt zunächst wie ein Scherz, doch offensichtliche oder gar versteckte Hinweise etwa auf einen Aprilscherz sucht man auf der Projektseite für "Brighter Moon" der Gedankenwerkstatt des Kosmetik-Instituts "FOREO" vergeblich. Tatsächlich verfolgt das Projekt mit der Vision, den Mond heller zu machen, angeblich aber ein ernsthaftes Ziel.

    "Stellen Sie sich eine Welt vor, in der die Tage länger und die Nächte heller sind", erläutert das FOREO-Institut auf der Webseite zu "Brighter Moon". "Durch eine Erhöhung der Reflexionsfähigkeit des Mondes, könnte die Welt hellere Nächte erleben und somit gleichzeitig, in den Stunden nach Sonnenuntergang, weniger Energie verbrauchen. Stellen Sie sich die Auswirkung auf die globale Energie-Krise vor, wenn jedes Straßenlicht ausgeschaltet werden könnte. Stellen Sie sich vor, um wie viele Tonnen täglich die CO2 Emissionen reduziert werden könnten."


    Hintergrund des Gedankenspiels ist die Tatsache, dass der Mond einen sehr geringen Albedowert (Sonnenlichtreflexion) von nur 0,12 besitzt. Es werden also nur 12 Prozent des Sonnenlichts reflektiert. Zum Vergleich: Frischer Schnee besitzt einen Albedowert von 0,8 bis 0,9 - reflektiert also bis zu 90 Prozent des Sonnenlichts.


    www.grenzwissenschaft-aktuell.de
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    Diesen Reflexionsgrad wollen die FOREO-Forscher erhöhen und erläutern, dass bereits eine Transformation eines vergleichsweise kleinen Teiles der Mondoberfläche, eine Erhöhung des reflektierten Sonnenlichts in Richtung Erde zur Folge haben könnte. "Wenn dieser Prozess auch nur auf 0,1% der Mondoberfläche - also auf einer Fläche die in etwa dem Staatsgebiet der Schweiz entspricht - durchgeführt würde, könnte damit eine Steigerung um bis zu 80% des gewünschten Effekts erzielt werden."


    Der Vorteil hellerer Nächte, so die Visionäre des Instituts, wäre "eine weltweite stark verminderte Abhängigkeit vom nächtlichen Straßenlicht". All jenen, die auch angesichts dieses Arguments zunächst vielleicht schmunzeln, rechnen die Forscher die potentielle Möglichkeit einer drastischen Reduzierung des globalen Energie- und CO2-Verbrauchs nach Sonnenuntergang wie folgt vor:


    - Zahlreiche Länder wenden bis zu 40% ihrer Energiekosten für Straßenbeleuchtung auf: In Großbritannien gibt es 7,5 Millionen Straßenlichter, die 840 Millionen US-Dollar kosten. Gesamteuropa gibt pro Jahr 13 Milliarden US Dollar für Straßenbeleuchtung aus. 1 Straßenlicht = 120kg CO2 pro Jahr - in den USA gibt es 30 Millionen Straßenlichter. Die USA produziert 3,6 Millionen Tonnen CO2 Emissionen jährlich durch die Straßenbeleuchtung Europa setzt durch das Betreiben der Straßenlichter über 40 Millionen Tonnen CO² pro Jahr frei (das entspricht der Emission von 20 Millionen Autos).


    "Denken Sie daran, wie viel Stromkosten sich der Einzelne, sowie gesamte Nationen sparen könnten und wie groß der positive Einfluss auf die Weltwirtschaft wäre. Denken Sie darüber hinaus daran, wie viel weniger CO2 wir in die Atmosphäre freisetzen würden und was dies für einen Effekt auf unsere Umwelt und die globale Erwärmung hätte - alles nur durch die Einsparungen der Straßenlichter."


    Von elektrischem Licht erhellte nächtliche Erde. | Copyright: NASA

    Zugleich gestehen die Forscher aber auch ein, dass es einige Punkte gibt, die es vor einer Umsetzung der Vision zu bedenken gäbe - nennen aber zugleich aber auch schon Lösungen für die Probleme:


    So solle etwa der Prozess über einen Zeitraum von rund 30 Jahren nach und nach vorangetrieben werden, um Mensch und Umwelt die Möglichkeit zu geben, sich schrittweise an die Veränderung anzupassen.


    Die Zusätzlich durch diese Veränderung herbeigeführte Hitze bzw. Erwärmung der gesamten Erdtemperatur halten die Forscher zudem für unerheblich und verweisen auf den Umstand, dass das heutige Mondlicht rund 10.000 Mal schwächer sei als das Licht der Sonne. "Der Einfluss dürfte zu gering sein, um die Erdtemperatur zu erhöhen, aber die Untersuchungen diesbezüglich werden fortgeführt."


    Auch gegenüber den sich ob dieser Vision schon die Haare raufenden Astronomen und Sternenfreunden, geben die Projektköpfe eine vermeintliche Entwarnung und erklären, dass obwohl natürlich eine Zunahme der nächtlichen Lichtstärke zu einer größeren sogenannten Lichtverschmutzung führen würde, sich der entsprechende Beobachtungen einschränkende Effekt wohl nur während der Vollmondphasen auswirken würde. Da in anderen Mondphasen das Sonnenlicht schwächer reflektiert werde, sollten also in klaren Nächten auch die Sterne weiterhin "gut sichtbar sein". Weitere Studien seien jedoch notwendig, um "alle erwähnten Risiken und mögliche Konsequenzen (zu) untersuchen."


    In nächsten Schritten wollen die Forscher nun die für das Projekt aufgebrachten Mittel für Machbarkeits-Tests und weitere Forschung verwenden. Hierzu habe man "verschiedene, vielversprechende Methoden entwickelt, um die Mondoberfläche zu transformieren, die noch weitergehend untersucht werden müssen. Zahlreiche Machbarkeits-Tests werden durchgeführt, um die genaue Methode des Prozesses zu bestimmen. Außerdem soll ermittelt werden, welche der Lösungen die kosteneffizienteste und am leichtesten durchführbare ist."


    Aufgrund des frühen Projektstadiums, von Patentrechtsfragen und anderen Punkten, sei es dem FOREO Institut derzeit "nicht möglich genaue Details des Transformationsprozesses zu veröffentlichen". Gegenüber Medienvertretern erklärte das Unternehmen jedoch, man wolle die bereits auf dem Mond vorhandenen Materialien - also den Mondboden - nutzen.


    Ginge alles nach den Plänen der FOREO-Visionäre, so könnte schon 2020 eine erste Mission zum Mond starten. Danach sollen alle drei Jahre ein neuer Rover zum Mond transportiert werden, um die notwendigen Arbeiten durchzuführen und diese bis 2040 abzuschließen. Danach müsse das transformierte Areal weiterhin gewartet werden (s. grafischer Zeitplan).


    Angeblich, so behauptet das die Firma, habe man mittels 9544 Projektunterstützern 38.355.775 Euro an Geldern zusammengetragen. Wer diese Unterstützer sind, verrät FOREO indes nicht.



    Schaubild zum anvisierten Zeitplan. | Copyright/Quelle: foreo.com

    Bis zur Umsetzung der Aufhellung des Mondes ist das Unternehmen um eine möglichst weitreichende Produktplatzierung des ebenfalls vom Institut neuentwickelten Gesichtsreinigungsgeräts bemüht. Der Name des Produkt dürfte vor dem Hintergrund "Brighter Moon"-Projekts indes kein Zufall sein und lässt schnell auch an eine ausgeklügelte Werbekampagne denken: "LUNA"...


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    Quelle: foreo.com

  • Wechselnde Achsenneigung durch stark gegeneinander geneigte Umlaufbahnebenen von Planeten nicht zwangsläufig lebensfeindlich

    Künstlerische Darstellung eines Planetensystems mit voneinander abweichend geneigten Umlaufbahnebenen (Illu.). | Copyright: NASA/GSFC

    Washington (USA) - Gingen bislang viele Astrophysiker und Astrobiologen davon aus, dass Planeten mit einer immer wieder zur Ebene ihres Sterns variierend geneigten Umlaufbahn - und damit einhergehend schwankenden Planetenachsen - die Entstehung von Leben verhindern, zeigt eine neue Studie nun, dass genau dieses Merkmal in einigen Fällen sogar dazu beitragen kann, lebensfreundliche Bedingungen auf diesen Planeten zu erzeugen. Zugleich widerspricht die neue Erkenntnis der bislang von vielen Astronomen vertretenen Vorstellung von der Notwendigkeit eines die Planetenachse stabilisierenden großen Mondes. Auch weitet sie die Grenzen der klassischen habitablen Zone in entsprechenden Planetensystemen um bis zu 20 Prozent aus und erhöht damit einmal mehr die Wahrscheinlichkeit für außerirdisches Leben.

    Wie Forscher um John Armstrong von der Weber State University, Rory Barnes von der University of Washington und Shawn Domagal-Goldman vom Goddard Space Flight Center der NASA aktuell im Fachjournal "Astrobiology" (DOI: 10.1089/ast.2013.1129) berichten, führt die Verschiebung der Neigung der Umlaufbahnebene dieser Planeten, wie die durch die Schwerkraftinteraktion mit anderen Planeten zustande kommen kann dazu, dass diese Planeten einem geringeren Risiko unterworfen sind, im Laufe ihrer Entwicklung zu einem sogenannten Schneeball-Planeten zu werden - also gänzlich einzufrieren. Der Grund hierfür liegt in dem Umstand, das die wechselnde Bahnneigung die Wärme des Zentralgestirns immer wieder gleichmäßig über den gesamten Planeten hinweg verteilt.


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    Dieser Vorgang, so schränkt die Studie allerdings bedingt ein, funktioniert jedoch nur am äußeren Rand der sogenannten habitablen Zone um einen Stern. (Die auch als "grüne oder lebensfreundliche Zone" bezeichnete Region bezeichnet jene Abstandregion um einen Stern, innerhalb derer ein Felsplanet diesen umkreisen muss, damit aufgrund milder Temperaturen Wasser in flüssiger Form - und damit die Grundlage zumindest des bekannten irdischen Lebens - auf seiner Oberfläche existieren kann.) Befindet sich ein Planet außerhalb dieser Zone, so kann er sich aus der eisigen Umklammerung des sogenannten "Schneeball-Zustandes", also des globalen Einfrierens nicht mehr befreien und die Entstehung und Entwicklung von Leben in der Form, wie wir es von der Erde kennen, ist nicht mehr möglich.

    Zugleich dehnt dieser Effekt nun aber in jenen Systemen, die derartige Planeten aufweisen, die Grenzen der lebensfreundlichen Zone um 10 bis 20 Prozent aus und erhöht damit die Anzahl potentiell lebensfreundlicher Planeten dramatisch.


    Der Grund, weshalb ein Planet mit einer derart schwankenden Bahnneigung potentiell lebensfreundlich wird ist der, dass seine Pole immer wieder in Richtung ihres Muttersterns weisen, wodurch die für gewöhnlich eisigen Polkappen schmelzen. "Ohne diese 'Heimstätte' für Eis, ist das globale Zufrieren eines Planeten sehr viel schwieriger", erläutert Barnes. Die schnelle Neigung eines solchen Exoplaneten erhöht damit die Wahrscheinlichkeit, dass es auf dessen Oberfläche flüssiges Wasser geben könnte."


    Zwar teilt sich unsere Erde mit ihren Nachbarplaneten mehr oder weniger einige gemeinsame Umlaufbahnebene um die Sonne, doch gebe es auch Beweise für Planetensysteme, in denen die Umlaufbahnebenen der Planeten deutlich voneinander abweichen. "Auf diese Weise kommt es dann während der Umläufe dieser Planeten immer wieder dazu, dass diese Planeten von oben und unten aneinander ziehen (s.Abb.) und sich so die Ausrichtung ihrer Pole im Vergleich zu ihrem Zentralgestirn stark verändert", erläutert Barnes.


    Die Erkenntnis der aktuellen Studie widerspricht zugleich der bislang von vielen Astrobiologen vertretenen Ansicht, dass ein Planet die achsenstabilisierende Anwesenheit eines großen Mondes (wie unsere Erde) benötigt, damit Leben entstehen und sich entwickeln kann.


    "Unser Ergebnis zeigt, dass Planeten nicht unbedingt eine stabile Achsenneigung haben müssen, um lebensfreundlich zu sein", erläutert Barnes. "Ohne unseren Erdmond, würde die Ausrichtung der Erdachse von derzeit relativ stabilen 23,5 Grad um etwa 10 Grad größer sein." Zwar würde das Klima stark fluktuieren, dennoch wäre Leben weiterhin möglich. "Unsere Studie zeigt sogar, dass ein großer Mond die Entstehung von Leben sogar behindern würde - zumindest in den beschriebenen Systemen an äußeren Rande der habitablen Zone."


    WEITERE MELDUNGEN ZUM THEMA
    Beweist die geneigte Bahnebene unserer Planeten im Sonnensystem eine einst zweite Sonne? 21. november 2012

    Komplexes Leben auf Planeten auch ohne große Monde möglich 8. August 2011

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    Quelle: washington.edu

  • Kornkreise 2014: Erste Formation nun auch in England

    Luftbild: Kornkreisformation im Raps nahe Wootton Rivers, entdeckt am 16. April 2014. | Copyright/Quelle: Joel Freeman / cropcircleconnector.com

    Wooton Rivers (England) - Nachdem mittlerweile vier Korn- bzw. Graskreis-Formationen in den Niederlanden gefunden wurden, hat nun auch das eigentliche "Mutterland der Kornkreise", England, seinen ersten Kornkreis für 2014. Der Beginn der diesjährigen Saison fiel jedoch eher unspektakulär aus.

    Entdeckt wurde die kleine, aus sich zu einer Art Winkelnetzwerk kreuzenden und verbinden Linien bestehende Formation am 16. April 2014 in einem Rapsfeld der Brimsdale Farm bei Wootton Rivers in der südenglische Grafschaft Wiltshire. Angesichts des kleinen und geometrisch eher ungenauen Musters ist selbst die Resonanz bei ausgewiesenen Kornkreis-Fans eher verhalten.


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    Luftbild-Panorama: Kornkreisformation im Raps nahe Wootton Rivers, entdeckt am 16. April 2014. | Copyright/Quelle: Joel Freeman / cropcircleconnector.com

    Kornkreisforscher Andreas Müller (kornkreise-forschung.de) bringt es auf den Punkt: "Angesichts eines derartigen 'Versuchs' braucht es schon wirklich viel Enthusiasmus, um hier das 'echte Phänomen' zu sehen. Auch die ersten Aufnahmen aus dem Innern zeigen deutliche Schäden an den Pflanzen, wie sie gerade im Raps bei mechanischer Krafteinwirkung zu erwarten sind."


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  • Historische Aufarbeitung des Exorzismus-Falls der Anneliese Michel vorgestellt

    Anneliese Michel (1952-1976)

    Würzburg (Deutschland) - In ihrer Dissertation hat sich die Würzburger Historikerin Petra Ney-Hellmuth mit dem sogenannten Exorzismus von Klingenberg auseinandergesetzt und diese Doktorarbeit nun auch in Buchform publiziert. In ihrem Werk "Der Fall Anneliese Michel - Kirche, Justiz, Presse" kommt die Historikerin zu dem Schluss, dass die Todesursache und damit einhergehend auch die Schuldfrage bislang in der Öffentlichkeit größtenteils falsch dargestellt wurde und die Berichterstattung der Presse über den Fall fiel nicht so vorverurteilend ausgefallen war, wie in Kirchenkreisen damals befürchtet. Nachweislich neu entfacht hatte der Exorzismus allerdings die Diskussion über die Realexistenz des Bösen.

    Für die "erstmalige wissenschaftliche Aufarbeitung des Exorzismus von Klingenberg" hatte Petra Ney-Hellmuth vom Lehrstuhl für Neueste Geschichte an der Universität Würzburg zusammen mit ihrem Doktorvater Professor Wolfgang Altgeld eigens Sondergenehmigungen zur Eröffnung der Akten des Staatsarchivs und des Diözesanarchivs Würzburg erteilt bekommen.


    Ein Ergebnis der Arbeit ist die Erkenntnis, dass gleich "mehrere Details des Falls wurden bisher in der Öffentlichkeit falsch dargestellt" wurden. So wurde beispielsweise der Exorzismus mit der Todesursache gleichgesetzt - für Ney-Hellmuth der größte Fehler in der öffentlichen Darstellung.


    "Der Exorzismus ist ein Gebet in einer seelsorglichen Betreuungssituation", so die Forscherin und führt weiter präzisierend aus. "Gestorben sei die epilepsiekranke junge Frau, über die zwischen September 1975 und Juni 1976 der Große Exorzismus gesprochen worden war, jedoch an Unterernährung."


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    Der damalige Bischof Josef Stangl habe den Großen Exorzismus genehmigt und den beiden Priestern, Anneliese Michels "Seelenführer" Ernst Alt und dem Exorzisten Pater Arnold Renz, vertraut, die später wegen unterlassener Hilfeleistung verurteilt wurden. Michel selbst und deren Familie hatten ärztliche Hilfe verweigert und auf eine spirituelle Lösung gesetzt. "Das Fehlen einer ärztlichen Begleitung ist nicht Stangl anzulasten; die Schuldfrage ist spekulativ", so die Historikerin.


    Ein weiteres Ergebnis der Untersuchung: "Die Presseberichterstattung über die Klingenberger Ereignisse fiel nicht so vorverurteilend aus wie in Kirchenkreisen befürchtet und von der Verteidigung der angeklagten Alt und Renz bemängelt."


    Nachweislich neu entfacht hatte der Exorzismus allerdings die Diskussion über die Realexistenz des Bösen. Eine Folge der Ereignisse war laut Ney-Hellmuth, dass der Exorzismus-Ritus überarbeitet wurde, dass seitdem beim Exorzismus auch ein Arzt miteinbezogen werden muss und dass letztlich in Deutschland und vor allem in der Diözese Würzburg der Exorzismus ein sehr tabuisiertes Thema ist. Von konservativ-traditionalistischen Kreisen werde dagegen noch heute der Fall Michel instrumentalisiert, um gegen die Neuerungen des Zweiten Vatikanischen Konzils vorzugehen.


    Petra Ney-Hellmuths Dissertation in Buchform

    Wolfgang Altgeld sieht in der nun vorgestellten Dissertation eher eine zeitgeschichtliche und keine kirchen- und theologiegeschichtliche Arbeit.

    "Bei der Entwicklung der Idee zu dieser Doktorarbeit sei es zunächst allein darum gegangen, anhand von knapp 4000 Zeitungsartikeln die öffentliche Resonanz der Vorkommnisse von Klingenberg zu untersuchen und in die zeitgeschichtlich auffällige soziokulturelle und politische Umbruchphase der späteren 1970er-Jahre einzuordnen", so die Pressemitteilung der Universität. "Die Auseinandersetzung um die terroristische Rote-Armee-Fraktion RAF, die Debatte um die Zwangsernährung von hungerstreikenden RAF-Häftlingen, die Nato-Nachrüstung sowie die schnellen Papstwechsel nannte er als Beispiele für diese Umbruchszeit, in der die öffentliche Meinung unsicher geworden sei. Ihm sei es bei der Begleitung der Arbeit darum gegangen, den Fall Klingenberg vor diesem Hintergrund besser zu verstehen.

    Vertrauen bei Archiven aufgebaut"

    Dass den Forschern die eigentlich noch lange gesperrte Archivalien eröffnet wurden, sei die Leistung von Ney-Hellmuth gewesen, Vertrauen bei den zuständigen Archiven aufzubauen, um die Akten des Staatsarchivs und des Diözesanarchivs Würzburg für die wissenschaftliche Forschung vorzeitig zu eröffnen, unterstrich Altgeld.



    Bei der Vorstellung des Buches "Der Fall Anneliese Michel – Kirche, Justiz, Presse" (v.l.): Ingrid Heeg-Engelhart (Staatsarchiv Würzburg), Generalvikar Karl Hillenbrand, Petra Ney-Hellmuth, Prof. Wolfgang Altgeld und Prof. Johannes Merz, Direktor des Diözesanarchivs Würzburg. | Copyright: Bernhard Schweßinger, POW

    Mit Hilfe dieser Akten hätten dann das tatsächliche Geschehen von Klingenberg, die Vorkommnisse um die leidende Anneliese Michel, aufgezeigt und bisherige Veröffentlichungen teils richtig gestellt werden können – "auch vieles zum Verhalten des damaligen Bischofs Josef Stangl".


    Ausdrücklich betont Altgeld, dass es keinerlei Beeinflussung durch die betroffenen Akteure gegeben habe. Zugleich legte der Wissenschaftler auch Wert auf die Tatsache, dass weder er noch die Autorin katholisch seien. Entstanden ist nach den Worten Altgelds "eine sorgfältige Darstellung des Falls selbst und der öffentlichen Resonanz."


    Archivdirektor Professor Johannes Merz vom Diözesanarchiv Würzburg wertet die Eröffnung der kirchlichen Akten für die wissenschaftliche Forschung als einen "Beleg für einen Wandel der Kirchenleitungen, als Zeichen der Professionalisierung des kirchlichen Archivwesens. Es sei ein Glücksfall, dass Professor Altgeld den Fall Klingenberg aufgegriffen und als Dissertationsthema vergeben habe. "Eine geschichtswissenschaftlich seriöse Aufarbeitung erschien überfällig."


    - Die Hintergründe des Exorzismus-Falls der Anneliese Michel werden HIER übersichtlich und ausgewogen zusammengefasst.


    Weitere Bücher zum Thema

    WEITERE MELDUNGEN ZUM THEMA
    Live-Mitschnitt eines echten Exorzismus aus dem Jahre 1971 als Internet-Video verfügbar 13. Januar 2013
    Neue Monatszeitschrift markiert Höhepunkt des Exorzismus-Booms in Polen 12. September 2012Kontroverse um Exorzismus in Deutschland 26. Mai 2008

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    Quelle: uni-wuerzburg.de

  • NASA-Sonde fotografiert unbemannten Roboter auf dem Mars...

    Satellitenaufnahme der HiRISE-Kamera an Bord des Mars Reconnaissance Orbiter zeigt den Mars-Rover "Curiosity" am 11. April 2014 mitsamt Fahr- und Wendespuren. (Klicken Sie auf die Bildmitte, um zu einer vergrößerbaren Originalversion der NASA zu gelangen.) | Copyright: NASA/JPL-Caltech/Univ. of Arizona

    Pasadena (USA) - Zuerst schicken wir Orbitalsonden zum Mars, dann unbemannte Robotersonden auf dessen Oberfläche und fotografieren diese Rover dann wiederum mit den Orbitalsonden aus dem All, um diese Aufnahmen dann wieder zur Erde zu funken. Was noch vor wenigen Jahrzehnten wie reine Science-Fiction klang, ist heute fast schon wissenschaftlicher Alltag: Die NASA-Sonde "Mars Reconnaissance Orbiter" (MRO) hat eine Satellitenaufnahme der Marsoberfläche zur Erde gefunkt, auf der das kleinbusgroße mobile Wissenschaftslabor "Curiosity" der Mission "Mars-Science-Laboratory" und mitsamt den Fahrspuren des Rovers zu erkennen ist.

    Auf der hochauflösenden Aufnahme der HiRISE-Kamera an Bord des Orbiters vom 11. April 2014 ist "Curiosity" und seine Fahr- und Wendespuren deutlich zu erkennen.

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    Derzeit blickt der Rover auf einen etwa fünf Meter hohen Hügel, den die NASA-Forscher "Mount Remarkable" getauft haben und der von geologischen Aufbrüchen umgeben ist (s. MRO-Aufnahme links von Curiosity).


    http://www.jpl.nasa.gov/spaceimages/details.php?id=PIA18083
    Mosaik-Aufnahme der Navcam mit Blick auf "Mount Remarkable". (Klicken Sie auf die Bildmitte, um zu einer vergrößerbaren Originalversion der NASA zu gelangen.) | Copyright: NASA/JPL-Caltech

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    Quelle: NASA/JPL

  • Wiederbelebte Neandertaler - Mathematischer Urknall - Urzeitliche Landschaft - Lebensspendende Raucher - Außerirdisches Vitamin
    In dieser Rubrik berichten wir immer zum Wochenende durch Links zur Originalquelle und zu externen deutschsprachigen Meldungen über Entdeckungen und Ergebnissen, über die wir in der vergangenen Woche nicht mit einer eigenen GreWi-Meldung berichtet hatten.

    Letzte Hürde für die Wiederbelebung des Neandertalers
    Es fehlt nicht viel, dann können Forscher Stammzellen sozusagen neandertalisieren. Im Labor ließen sich dann Zellen des Frühmenschen züchten. Weitere Experimente dürften folgen...

    Link zum Originalartikel:

    http://www.sciencemag.org/content/early/2014/04/16/science.1250368

    Link zu einer externen, deutschsprachigen Meldung:

    http://www.zeit.de/wissen/2014-04/neandertaler-genom-auferstehung-epigenetik

    Mathematiker erbringen den Beweis für die Möglichkeit eines Urknall aus dem Nichts
    Eine der großen Grundlegenden Theorien der modernen Kosmologie ist die Vorstellung von der Entstehung des Universums durch den sogenannten Urknall. Der Urknall selbst ist dabei nicht bloß ein reines theoretisches Konstrukt sondern wird auch von einer ganzen Reihe von Indizien und Beweisen gestützt. Doch trotz aller Indizien steht einen grundlegende Frage weiterhin offen im Raum: Was war vor dem Urknall bzw. aus was heraus konnte hier was urknallen? Eine Theorie vermutet, dass der Urknall selbst das Ergebnis von Quantenfluktuationen aus dem Nichts heraus ist. Jetzt haben Mathematiker zumindest mathematisch nachgewiesen, dass ein solches Szenario möglich wäre.

    Link zur Originalmeldung:

    https://medium.com/the-physics-arxiv-blog/ed7ed0f304a3

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    Forscher finden 3 Millionen Jahre alter Tundra-Landschaft unter Grönlands Eisdecke
    Ein Gletscher in Grönland hat eine 2,7 Millionen Jahre alte Tundra-Landschaft konserviert, anstatt sie zu zermalmen - ein Glücksfall. In Bohrkernen fanden Forscher zudem Hinweise auf einstiges Leben.

    Link zur Originalmeldung:

    http://www.nasa.gov/content/goddard/researchers-find-3-million-year-old-landscape-beneath-greenland-ice-sheet/index.html#.U1LhU8fja2w

    Link zu einer externen, deutschsprachigen Meldung:

    http://www.welt.de/wissenschaft/umwelt/article127112271/Eis-konserviert-Millionen-Jahre-alte-Landschaft.html

    Alkalische Untersee-Geysire könnten einst die Bildung der ersten Zellen gefördert haben
    Das erste Leben könnte an einer besonderen Form von Untersee-Geysiren entstanden sein: An Schloten, die warmes, alkalisches Wasser ausstoßen. Denn im sauren Urmeer sorgte dieser Unterschied für gleich zwei wichtige Energiequellen des Lebens: einen Protonengradienten und freie Elektronen. Diese Hypothese stellen NASA-Forscher auf, nachdem sie diese seltene Form der Schwarzen Raucher genauer untersucht haben.

    Link zu einer externen, deutschsprachigen Meldung:

    http://www.scinexx.de/wissen-aktuell-17462-2014-04-16.html

    Link zur Originalmeldung:

    http://www.jpl.nasa.gov/news/news.php?release=2014-115

    Vitamin B3 kam möglicherweise mit Meteoriten zur Erde
    Die junge Erde erhielt wahrscheinlich einen Vitaminschub mit dem Vitamin B3 aus dem All in Form von kohlenstoffreichen Meteoriten. Die neuen Analyseergebnisse stützen die Theorie, nach der das irdische Leben erst durch die Zufuhr außerirdischer Schlüsselmoleküle entstehen konnte, wie sie im All entstanden und dann mit Kometen und Meteoriten zur Erde kamen.

    Link zur Originalmeldung:

    http://www.nasa.gov/content/goddard/vitamin-b3-might-have-been-made-in-space-delivered-to-earth-by-meteorites/

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  • NESSI: Erdgestütztes Teleskop analysiert ferne Atmosphären

    Das Magdalena Ridge Observatory des New Mexico Institute of Mining and Technology in Socorro. | Copyright: New Mexico Tech

    Socorro (USA) - Mit dem "New Mexico Exoplanet Spectroscopic Survey Instrument" (NESSI) am 2,4-Meter Teleskop des Magdalena Ridge Observatory beginnen Astronomen im kommenden Sommer mit der Analyse der Atmosphären ferner Planeten von der Erde aus.

    Nachdem NESSI in den ersten Apriltagen die Sterne Pollux und Arcturus zu Testzwecken angepeilt hatte, bereiten sich die Astronomen um Michele Creech-Eakman vom New Mexico Institute of Mining and Technology in Socorro nun auf die ersten Beobachtungen ferner Planeten vor: "Planetenjäger haben mittlerweile tausende Exoplaneten ausfindig gemacht. Mit NESSI können wir mehr über die Zusammensetzung ihrer Atmosphären erfahren."


    Unterstützt vom "Experimental Program to Stimulate Competitive Research" (EPSCoR) der NASA werden mit NESSI zunächst rund 100 Exoplaneten direkt anvisiert. Zu diesen Planeten gehören sowohl riesige Versionen unserer Erde, sogenannte "Super-Erden", als auch Gasriesen, sogenannte "Heiße Jupiter", die alle ihre Sterne in vergleichsweise dichtem Abstand umkreisen.


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    NESSI ist speziell darauf ausgerichtet, die Planeten und ihre entsprechenden Atmosphäre immer dann zu untersuchen, wenn diese - aus Sicht des Teleskops - vor der "Sonnenscheibe" ihrer Sterne in sogenannten Transits vorbeiziehen. Mit dieser als "Transitspektroskopie" bezeichneten Methode wird das Licht des Sterns mit einem Spektrometer aufgeschlüsselt, wenn es während der Passage des Planeten durch dessen Atmosphäre fällt. Zieht man die dabei gewonnen Daten von dem normalen Spektrum des Sternenlichts ab, bleibt die spektrale Signatur der Atmosphäre des Planeten übrig. Auf ähnliche Weise haben Wissenschaftler schon die Atmosphären Heißer Jupiter mit Hilfe der Spektrometer an Bord der Weltraumteleskope "Hubble" und "Spitzer" analysiert. Mit der gleichen Methode wird dann auch die nächste Generation von Weltraumteleskopen nach lebensfreundlichen Atmosphären um erdartige Planeten Ausschau halten.

    Die Weitwinkeloptik des Teleskops ermöglich den Forschern nicht nur eine Reduktion atmosphärischer Störungen der Erdatmosphäre sondern auch das Fokussieren gleich zweier oder mehrerer Sterne zugleich.


    "Mit NESSI können wir eine ganze Bandbreite von Wellenlängen im nahen Infrarot abdecken und damit multiple Signaturen von Molekülen zur gleichen Zeit messen", erläutert der NESSI-Astronom Mars Swain vom Jet Propulsion Laboratory (JPL) der 
NASA.


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    Quelle: NASA/JPL

  • NASA-Sonde stürzt auf die dunkle Seite des Mondes

    Künstlerischer Darstellung des NASA-Mondsatelliten "LADEE" über der Mondoberfläche (Illu.). | Copyright: NASA

    Moffet Field (USA) - Wie geplant, ist die NASA-Mondsonde LADEE (Lunar Atmosphere and Dust Environment Explorer) am Donnerstag bei ihrem Überflug über die erdabgewandte und damit "dunkle Seite" des Mondes, kontrolliert auf dessen Oberfläche gestürzt.

    Wie die US-Raumfahrtbehörde am Freitag bestätigte, wurde die etwa waschmaschinengroße Sonde - nachdem der nötige Treibstoff zur Neige gegangen war - kontrolliert zum Absturz und Einschlag auf dem Mond gebracht. Während ein Großteil der Sonde wahrscheinlich schon zuvor verglüht ist, dürften weiterhin verbleibende Teile von nun an in flachen Kratern begraben sein.


    "LADEE ist mit der dreifachen Geschwindigkeit einer Gewehrkugel auf die Mondoberfläche aufgeschlagen", erklärt Rick Elphic vom Ames Research Center der NASA. So ein Aufschlag verläuft nicht glimpflich. Es wäre nun interessant zu wissen, ob die Sonde lokal – etwa in einen Mondhügel – einen kleinen Krater geschlagen, oder in eher flachem Gelände ein Trümmerfeld hinterlassen hat." In den kommenden Wochen wollen die NASA-Forscher denn auch versuchen, mit der Mondsonde "Lunar Reconnaissance Orbiter" (LRO) Aufnahmen der Absturzstelle zu erstellen.


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    Gestartet war LADEE im September 2013 und hat den Erdtrabanten über dessen Äquator mehr als 100 Tage umrundet. Hierbei hatte die Mission die Untersuchungen des extrem dünnen Mondatmosphäre zum Ziel. Zudem sollte LADEE ein jahrzehntelanges Mondmysterium, das von den Astronauten der Apollo-Mission in Form eines Leuchtens über dem Mondhorizont jeweils vor Sonnenaufgang beobachtet wurde. Bisherige Theorien vermuten, dass dieser Effekt durch den Mondstaub hervorgerufen wird, der durch das Sonnenlicht elektrisch aufgeladen wird. Ein Ergebnis dieser Datenauswertung steht bislang noch aus.


    WEITERE MELDUNGEN ZUM THEMA

    NASA-Mondsonde LADEE findet keine Anzeichen für chinesische Mondlandung 28. Dezember 2013

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    Quelle: NASA

  • Weltraumteleskop Kepler entdeckt erstmals erdgroßen Planeten in lebensfreundlicher Zone um fernen Stern

    Künstlerische Darstellung des Exoplaneten "Kepler-186f", der seinen Stern innerhalb dessen lebensfreundlicher Zone umkreist (Illu.). | Copyright: NASA Ames/SETI Institute/JPL-Caltech

    Washington (USA) - Mit Hilfe des NASA-Weltraumteleskops "Kepler" haben Astronomen erstmals einen nahezu erdgroßen Planeten entdeckt, der seinen Stern innerhalb dessen sogenannten habitablen Zone umkreist. Diese beschriebt jene Abstandregion um einen Stern, innerhalb derer ein Planet diesen umkreisen muss, damit aufgrund milder Temperaturen auf seiner Oberfläche flüssiges Wasser - und damit die Grundlage zumindest des irdischen Lebens - existieren kann. Die Entdeckung beweist, dass es auch um andere Sterne als unsere Sonne erdgroße Planeten innerhalb habitabler Zonen gibt.

    Während schon zuvor ferne extrasolare, kurz "Exoplaneten" innerhalb der habitablen Zone anderer Sterne entdeckt wurden, handelte es sich dabei bislang ausschließlich um Planeten, die mindestens 40 Prozent größer sind als unsere Erde.


    "Die Entdeckung von 'Kepler-186f' ist ein wichtiger Schritt hin zum Nachweis ferner erdähnlicher Planeten", kommentiert Paul Hertz, von der Astrophysics Division am Hauptquartier der NASA. "Zukünftige Missionen wie etwa der Transiting Exoplanet Survey Satellite (TESS) und das James Webb Space Telescope, werden dann auch uns nahe Felsplaneten finden und deren Zusammensetzung und atmosphärische Bedingungen genau analysieren können."


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    Doch auch angesichts "Kepler-186f" stehen die Wissenschaftler noch vor einigen ebenso wichtigen wie unbeantworteten Fragen: Obwohl die Größe des Planeten bekannt ist, sind seine Zusammensetzung und Dichte noch unklar. Anhand früherer Modellberechnungen gehen die NASA-Forscher jedoch davon aus, dass es sich bei "Kepler-186f" um einen Felsplaneten wie die Erde handelt.


    "Bislang kennen wir nur einen Planeten, auf dem Leben existiert und das ist unsere Erde", kommentiert Elisa Quintana vom SETI Institute und dem Ames Research Center der NASA, die ihre Entdeckung gemeinsam mit Kollegen aktuell um Fachjournal "Science" (DOI: 10.1126/science.1249403) veröffentlicht hat. "Wenn wir nach Leben außerhalb des Sonnensystems suchen, so konzentrieren wir uns deshalb auch auf Planeten mit Eigenschaften, die denen unserer Erde gleichen. (...) Die Entdeckung eines erdgroßen Planeten innerhalb der habitablen Zone eines anderen Sterns ist ein großer und wichtiger Schritt bei dieser Suche."


    Gemeinsam mit vier weiteren Planeten, umkreist "Kepler-186f" den rund 500 Lichtjahre von der Erde entfernten Roten Zwergstern "Kepler-186" im Sternbild Schwan (Cygnus) gemeinsam mit vier weiteren Planeten. Rote Zwerge machen etwa 70 Prozent aller Sterne in unserer Galaxie, der Milchstraße aus. Deswegen sehen Wissenschaftler gute Chancen dafür, dass Leben außerhalb des Sonnensystems erstmal auch auf einem Planeten entdeckt werden wird, der einen solchen Roten Zwerg umkreist.


    Für eine Umrundung seines Heimatsterns benötigt "Kepler-186f" rund 130 Tage und erhält dabei etwa ein Drittel jener Energie von seinem Stern, die die Erde von der Sonne abbekommt. Damit umkreist der Planet seinen Stern etwas näher am äußeren Rand der habitablen Zone als die Erde die Sonne. Auf der Oberfläche des Planeten erreicht die "Mittagssonne" denn auch nur die Helligkeit unserer Sonne etwa eine Stunde vor Sonnenuntergang.


    "Der Umstand, dass dieser Planet seinen Stern innerhalb dessen habitabler, also lebensfreundlicher Zone umkreist, bedeutet aber noch nicht, dass er selbst auch lebensfreundlich ist", erläutert Thomas Barclay, vom Bay Area Environmental Research Institute am Ames Research Center und Mitautor des Fachartikels. "Die Temperatur auf dem Planeten selbst hängt maßgeblich davon ab, welche Art von Atmosphäre der Planet besitzt." Doch auch darüber liegen den Forschern bislang noch keine Informationen vor. "Man sollte ihn sich bislang also eher als Cousin und nicht zwangsläufig als Zwilling unserer Erde vorstellen."


    Die vier weiteren Planeten des Systems (Kepler-186b, Kepler-186c, Kepler-186d und Kepler-186e) umkreisen ihren Stern alle 4, 7, 13 und 22 Tage, weswegen diese viel zu heiß sind, als dass es darauf erdartiges Leben geben könnte. Alle vier sind etwa 1,5 mal so groß wie unsere Erde.



    Das System "Kepler-186" und unser Sonnensystem im maßstabsgetreuen Größenvergleich (Illu.). | Copyright: NASA/Ames/SETI Institute/JPL-Caltech

    Der nächste Schritt bei der Suche nach fernem außerirdischem Leben liegt für die Wissenschaftler nun in der Suche nach "Erd-Zwillingen". Hierbei handelt es sich um Planeten, die einen sonnenähnlichen Stern innerhalb dessen "grüner Zone" umkreisen, um dessen chemische Zusammensetzung bestimmt werden kann.


    Bis zu seinem kürzlichen Ausfall (...wir bericheten), suchte das Weltraumteleskop Kepler nach Exoplaneten, in dem es nach minimalen Helligkeitsschwankungen im Licht von mehr als 150.000 fernen Sternen in den Konstellationen Cygnus (Schwan) und Lyra (Leier) Ausschau hielt. Stellen sich diese in regelmäßigen Abständen immer wieder ein, so handelt es sich aller Wahrscheinlichkeit nach um den sogenannten Transit, also den Vorbeizug eines Planeten zwischen seinem Stern und dem Weltraumteleskop. Insgesamt werden mindestens drei solcher Transits benötigt, um als Planetensignal zu gelten, das dann noch durch Folgebeobachtungen überprüft und im besten Fall bestätigt werden zu können. Ziel der Mission ist die Entdeckung potentiell lebensfreundlicher Planeten.

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    Quelle: NASA/JPL

  • Ostern - Hintergründe und Symbolik

    Sonnenaufgang als Ostersymbol. | Copyright: grenzwissenschaft-aktuell.de

    Ostern selbst gilt den Christen als das wichtigste Jahresfest und feiert nach urchristlicher Überzeugung die Auferstehung Jesu Christi von den Toten. Die Woche davor wird als Kar-(Klage)-woche bezeichnet, welche die Kreuzigung Jesu einleitet und am Karfreitag - mit der Kreuzigung Jesu - ihren Höhepunkt nimmt.

    Das Osterfest findet seine Quellen und Entsprechung in zahlreichen nicht- und vorchristlichen Religionen, wenn die Rückkehr der Sonne und des Lichts gefeiert wurde. Diese richteten sich meist am so genannten Frühlingsäquinoktium am 20. oder 21. März aus, jenem Datum also, an dem die Sonne durch den so genannten Frühlingspunkt wandert. An diesen Tagen, die in der Mitte zwischen den Sonnenwenden um den 21. Dezember und 21. Juni liegen, sind Tag und Nacht fast gleich lang.


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    Zahlreiche Osterbräuche wie etwa die Osterfeuer, gehen somit auch auf vorchristliche Bräuche, Rituale und Traditionen des keltisch-germanischen Kulturkreises zurück. Über den Ursprung des deutschen und englischen (Easter) Namens sind sich Etymologen, Historiker und Volkskundler derweil oft uneins. Am populärsten vertreten ist die Ansicht, "Ostern" gehe auf eine heidnische Frühlings-, Licht- und Fruchtbarkeitsgöttin mit den Namen Eostrae bzw. Ostara zurück. Die Tatsächliche Existenz dieser Göttin wird jedoch ebenso kontrovers diskutiert, wie die namentliche Verbindung zum heutigen Osterfest. Andere Theorien leiten die Bezeichnung "Ostern" vom Sonnenaufgang im "Osten", dem althochdeutschen Wort für Morgenröte "eostarum", dem griechischen "Eos" (= Sonne) oder von dem heidnischen Wassertauf-Ritus "vatni ausa" ab.

    In anderen Sprachen wird das Fest namentlich von jeher vom jüdischen Pessach abgeleitet, wenn es etwa im Italienischen "Pasqua", auf Spanisch "Pascua", bei den Franzosen "Pâques", den Griechen "Pas'cha" und auf Russisch "Pashka" genannt wird. Auch in Schweden feiert man "Påskdagen" und in den Niederlanden "Pasen". Selbst im Niederdeutschen wird "Paaschen" und im rheinischen "Poschde" gefeiert.


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    Auch über die Herkunft der Eier- und Osterhasensymbolik wird bis heute gestritten.
Während sowohl Eier als auch Hasen grundsätzlich als Fruchtbarkeitssymbole gedeutet werden können, stammen die ersten bekannten Motive und Beschreibungen jedoch erst aus dem Mittelalter (Eier) und aus dem 17. Jahrhundert (Osterhase).
 

    Der Hasen als Symbol der Auferstehung ist hingegen schon seit Ambrosius (339-397) bekannt und spiegelt sich (als Symbol für den schwachen Menschen, der Zuflucht im Felsen Christus sucht – eine Deutung die jedoch selbst auf einer Fehlübersetzung des hebräische "schafan", also eines Klippdachses (Procavia capensis) beruht) in zahlreichen mittelalterlichen Bilderwerken wieder.

Durch die Verwendung des sogenannten Dreihasenbildes, einer symbolischen Abbildung, bei der sich drei im Dreieck angeordneten Hasen drei Ohren teilen (s.Abb.), auf den frühesten bekannten bemalten Ostereiern, lässt hier eine frühe Deutung des Hasen als Eierbringer vermuten.

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    Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de


  • Forscher suchen Dunkle Energie im Labor

    Neutronen zwischen parallelen Platten geben Aufschluss über mögliche Kräfte im Universum (Illu.). | Copyright: TU Wien

    Wien (Österreich) - Nicht mit einem großen Teilchenbeschleuniger, sondern in einem Labor suchen Wiener und Grenobler Wissenschaftler nach noch unbekannten Elementarteilchen und Dunkler Energie. Die von den Forschern entwickelte Gravitations-Resonanz-Methode erweitert dabei den Gültigkeitsbereich der Newton’schen Gravitationstheorie und schränkt Parameterbereiche für hypothetische Teilchen hunderttausendfach stärker ein als bisher.

    "Alle Teilchen, die wir heute kennen, machen nur fünf Prozent der Masse und Energie im Universum aus", erläutert die Pressemitteilung der TU Wien. "Der große Rest - die 'Dunkle Energie' und die 'Dunkle Materie' - bleibt bis heute mysteriös."


    Zwar kann man die Dunkle Materie nicht sehen, dennoch wirkt sie durch ihre Gravitationskraft auf die bekannte Materie ein - etwa auf die Rotation von Galaxien. Die Dunkle Energie hingegen, so die bisherige Vorstellung, ist dafür verantwortlich, dass sich das Universum immer schneller ausdehnt.


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    Dunkle Energie kann man mit einer zusätzlichen physikalischen Größe beschreiben, mit Albert Einsteins sogenannter Kosmologischer Konstante. Eine Alternative dazu sind sogenannte Quintessenz-Theorien: "Vielleicht ist der leere Raum gar nicht leer, sondern erfüllt von einem bisher unbekannten Feld, vergleichbar mit dem Higgs-Feld", erläutert Prof. Hartmut Abele vom Atominstitut der TU Wien.

    Gemeinsam mit dem Institut Laue-Langevin (ILL) in Grenoble führen die Wiener Physiker hochsensitive Untersuchungen von Gravitations-Effekten auf winzigen Abständen durch. Damit lässt sich nun der Bereich, in dem man neue Teilchensorten oder zusätzliche Naturkräfte vermuten könnte, hunderttausend mal stärker einschränken als bisher. Über ihre Experimente haben die Forscher vorab auf "arXiv.org" berichtet.


    Da sich andersartige Teilchensorten und zusätzliche Naturkräfte auch in Experimenten auf der Erde nachweisen lassen sollten, entwickelten Tobias Jenke und Hartmut Abele von der TU ein extrem sensitives Instrument, mit dem an der Neutronenquelle des ILL die Gravitationskraft vermessen werden kann. "Neutronen sind dafür optimal geeignet", erläutern die Forscher. "Sie sind elektrisch neutral und kaum polarisierbar. Auf sie kann im Experiment bloß die Gravitation wirken – und allenfalls auch neue, bisher unbekannte Zusatzkräfte."


    In den Experimenten werden die Neutronen zunächst abgekühlt und zwischen zwei parallelen Platten hindurchgeschickt. Nach den Gesetzen der Quantenphysik kann sich das Neutron dabei nur in ganz bestimmten Zuständen mit ganz bestimmten Energien befinden, die von der Stärke der Kraft abhängt, die von der Gravitation auf das Teilchen ausgeübt wird. Indem man die untere Platte vibrieren lässt, kann man die Neutronen zwischen den Zuständen hin und her wechseln lassen. So lassen sich die Abstände der Energieniveaus vermessen.


    "Das Experiment ist ein wichtiger Schritt zur Modellierung gravitativer Wechselwirkungen bei sehr kleinen Distanzen. Die Neutronen am ILL und die Messinstrumente aus Wien bilden zusammen das beste Werkzeug, um nach winzigen Abweichungen von der Newton‘schen Gravitationstheorie zu suchen, die von manchen Theorien vorhergesagt werden", sagt Peter Geltenbort vom ILL.


    Wie leicht eine solche Abweichung aufzufinden ist, hänge von verschiedenen Parametern ab - zum Beispiel von der Stärke der Kopplung eines hypothetischen neuartigen Feldes an die bekannte Materie. Bestimmte Wertebereiche für diese Parameter gelten längst als ausgeschlossen: Gäbe es eine "Quintessenz" mit solchen Kopplungsstärken, hätte man sie bereits in anderen Präzisions-Experimenten finden müssen. Doch noch immer blieb ein großer "erlaubter" Parameterbereich, in dem sich neue physikalische Phänomene verstecken könnten.


    Mit der neuen Neutronen-Methode lassen sich nun allerdings Theorien in diesem Bereich testen: "Bisher konnten wir bei unseren Messungen keine Abweichungen zum bekannten Newton’schen Gravitationsgesetz finden", sagt Hartmut Abele. "Dadurch können wir nun einen weiten Bereich von Parametern ausschließen." Die Messergebnisse legen nun ein Limit für den Kopplungsparameter fest, das hunderttausendmal unterhalb der Grenzen liegt, die sich aus anderen Messmethoden ergaben.


    Auch wenn sich auf diese Weise bestimmte hypothetische Teilchen ausschließen lassen, sei es noch immer möglich, dass sich unterhalb dieser verbesserten Nachweisgrenze neuartige Physik verstecke, so die Forscher abschließend und wollen deshalb ihre Gravitations-Resonanz-Methode noch weiterentwickeln. "Wenn sich auch dann keine Hinweise auf Abweichungen von den bekannten Kräften ergeben, könnte Albert Einstein schließlich noch Recht behalten: Seine Kosmologische Konstante erscheint dann immer plausibler."


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    Quelle: tuwien.ac.at

  • ...und zum Dritten: Weitere Rover-Aufnahme zeigt Leuchten am Mars-Horizont

    Vergrößertes Bilddetail einer Criosity-Aufnahme vom 568. Missionstag. | Copyright: NASA/JPL-Caltech

    Pasadena (USA) - Nachdem aufmerksame Beobachter auf zwei Aufnahmen des Mars-Rovers "Curiosity" ein rätselhaftes Leuchten am Mars-Horizont ausgemacht und die NASA-Forscher selbst dieses Bilddetail entweder als reflektierender Fels oder als von kosmischer Strahlung auf dem Bildchip verursachten Bildfehler bezeichnet hatten (...wir berichteten 1, 2), wurde im Bildarchiv des Mars-Rovers nun eine weitere Aufnahme mit einem fast identischen Leuchten und erneut direkt am Horizont des Roten Planeten ausfindig gemacht. Zugleich liefert die NASA selbst eine weitere Erklärung, wie derartige Erscheinungen auf die Bilder der Rover-Kameras gelangen könnten.

    Die neuentdeckte Aufnahme mit Lichtpunkt am Horizont, stammt vom 568. Missionstag, wurde von der rechten sogenannten Navcam der mobilen Laboreinheit der Mission "Mars Science Laboratory" (MSL) also am 12. März 2014 (18:33:10 UTC) aufgenommen. Auch in diesem Fall ist das "Licht" nur auf der Aufnahme der rechten Kamera sichtbar, während auf der simultan erstellten Aufnahme der linken Kamera des Stero-Bilder liefernden Navcam-Systems nicht zu sehen ist.


    http://mars.jpl.nasa.gov/msl/multimedia/raw/?rawid=NRB_447920587EDR_F0291020NCAM00295M_&s=568
    Aufnahme mit "Horizont-Leuchte" vom 568. Missionstag. (Klicken Sie auf die Bildmitte, um zur vergrößerbaren NASA-Originauafnahme zu gelangen.) | Copyright: NASA/JPL-Caltech

    Es ist gerade dieser Umstand, der die NASA selbst vermuten lässt, dass es sich bei diesem Leuchten nicht um einen Teil der natürlichen Szenerie, sondern um einen technischen oder von kosmischer Strahlung auf dem Bildchip verursachten Bild- bzw. Pixelfehler der Kamera handelt.


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    In anderen Aufnahmen mit einem auffallend ähnlichen hellen Bilddetail ist die Sachlage jedoch nicht ganz so eindeutig, da ein Hügel der zweiten Kamera den Blick auf den Ort des Leuchtens verdeckt. Hier, so erläuterten NASA-Wissenschaftler, könnte es sich also um einen stark das Sonnenlicht reflektierenden Felsen – also doch ein Teil der natürlichen Szenerie - handeln (...wir berichteten).


    Die Aufnahme der Navcam: Right B (NAV_RIGHT_B), am 588. Missionstag (Sol; 02.04.2014, 09:04:28 UTC) zeigt oben rechts ein "Licht" am vorgelagerten dunklen Horizont. (Klicken Sie auf das Bild, um zu einer vergrößerbaren Originalabbildung der NASA zu gelangen.) | Copyright: NASA/JPL-Caltech


    http://mars.jpl.nasa.gov/msl/multimedia/raw/?rawid=NRB_449790582EDR_F0310000NCAM00262M_&s=589
    Einen Tag später (Sol 589 = 03.04.2014, 10:00:03 UTC) das gleiche Spiel: Auf dem Bild der rechten Navcam zeigt sich am Horizont ein Licht. (Klicken Sie auf das Bild, um zu einer vergrößerbaren Originalabbildung der NASA zu gelangen.). | Copyright: NASA/JPL-Caltech


    Neben diesen beiden Erklärungen für das merkwürdige "Mars-Leuchten", lieferten NASA-Forscher nun noch einen dritten Erklärungsansatz: Wie Justin Maki vom Jet Propulsion Laboratory (JPL) der NASA, dessen Team die das Systems der Navcams an Bord des Rovers gebaut hat und betreut, in einer E-Mail gegenüber "Space.com" nun zusätzlich erklärte, könnte es sich auch um ein von einem "Belüftungsloch" der Kamera - sozusagen also um ein durch ein Lichtleck - verursachten Bildpunkt handeln.

    WEITERE MELDUNGEN ZUM THEMA

    Kontroverse um mysteriöses Leuchten am Mars-Horizont 8. April 2014
    Offizieller Kommentar der NASA zu den "Lichtern am Mars-Horizont" 10. April 2014

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    Quelle: NASA, Space.com

  • Forscher liefern Erklärungsansatz für vererbte traumatische Emotionen

    Die Folgen traumatischer Erlebnisse können von Generation zu Generation vererbt werden (Symbolbild). | Copyright/Quelle: Isabelle Mansuy / UZH / ETH Zürich

    Zürich (Schweiz) - Im vergangen November sorgte das Forschungsergebnis US-amerikanischer Wissenschaftler für Aufsehen und Rätselraten unter Genetikern - zeigte sich doch, das Eltern nicht nur physiologische Eigenschaften, sondern auch Emotionen traumatischer Erlebnisse an ihre Nachkommen vererben. Dies geschieht sogar selbst dann, wenn die Nachkommen ihre traumatisierten Väter selbst überhaupt nicht kennengelernt hatten. Schweizer Wissenschaftler glauben nun, einen Puzzlestein in der Frage entlarvt zu haben, wie die Vererbung von Traumata zustande kommen könnte.

    Während das Phänomen der durch traumatische Erlebnisse ausgelösten und von Generation zu Generation weitergegebenen Verhaltensauffälligkeiten in der Psychologie schon lange bekannt ist, scheint die Vererbung von Emotionen der traditionellen Vererbungslehre zunächst zu widersprechen.


    "Eltern übertragen Informationen an ihre Nachkommen schon lange, bevor diese überhaupt gezeugt werden", erläuterte Brian Dias vom Ressler Lab im November 2013 die Ergebnisse seiner Untersuchungen und führte weiterhin aus: "Gewöhnt sich eine männliche Maus beispielsweise Angst vor einem bestimmten Geruch an, so scheint sich diese Angst auf irgendeine Art und Weise in ihr Sperma übertragen. Dadurch werden auch die Nachkommen vor diesem Geruch Angst haben und diese wiederum an ihre Nachkommen weitergeben." Während eine solche Weitergabe von Emotionen aus evolutionärer Sicht durchaus Sinn mache, sei jedoch der Mechanismus, wie diese Angst übertragen wird, noch völlig unklar - zumal die Beobachtung sogar auch bei Nachkommen beobachtet werden kann, die durch künstliche Befruchtung der Weibchen entstanden und ihre traumatisierten Väter niemals zu Gesicht bekommen haben (...wir berichteten).


    Auch die Schweizer Forscher um Professorin Isabelle Mansuy von der ETH und Universität Zürich erläutern zu ihrem aktuell im Fachjournal "Nature Neuroscience" (DOI: 10.1038/nn.3695) veröffentlichten Ergebnissen, dass es "Erkrankungen, wie zum Beispiel bipolare Störungen (gibt), die familiär auftreten, aber nicht auf ein bestimmtes Gen zurückzuführen sind."


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    Mit ihrer Forschungsgruppe am Institut für Hirnforschung der Universität Zürich untersucht die Wissenschaftlerin die molekularen Prozesse der nicht-genetischen Vererbung von Verhaltensveränderungen nach extremen Stresserfahrungen.


    Jetzt ist es den Forschenden um Mansuy gelungen, eine wichtige Komponente dieses Phänomens zu identifizieren: kurze RNA-Moleküle. "Diese werden durch Enzyme hergestellt, welche einzelne Abschnitte der Erbinformation (DNA) ablesen und anhand dieser Vorlage RNA produzieren. Andere Enzyme schneiden anschließend diese RNAs zurecht, so dass daraus eine Vielzahl verschiedener als Micro-RNAs bezeichneten Moleküle entstehen", erläutert die ETH-Pressemitteilung. "Diese kommen natürlicherweise in Zellen vor und übernehmen regulierende Aufgaben, beispielsweise steuern sie, wie viele Kopien eines bestimmten Proteins produziert werden."


    Hierzu untersuchten Mansuy und Kollegen die Anzahl und Art verschiedener Micro-RNAs in Mäusen, die sie stressigen Situationen ausgesetzt hatten, und verglichen die Werte mit nicht-gestressten Mäusen. Dabei entdeckten sie, dass Stress - ähnlich wie dies schon die US-Forscher vermutet hatten - zu einem Ungleichgewicht der Micro-RNAs in Blut, Gehirn und in Spermien führt. Das heißt: von einigen Micro-RNAs gab es mehr, von anderen weniger als in entsprechenden Zellen der Kontrolltiere. Dadurch laufen Zellprozesse, die durch diese Micro-RNAs gesteuert werden, aus dem Ruder.


    Nach den Stresserfahrungen verhielten sich die Mäuse deutlich anders, berichten die Forscher um Masuy: "Sie verloren zum Teil ihre natürliche Scheu vor offenen Räumen und hellem Licht. Diese Verhaltensauffälligkeiten übertrugen sich auch auf die nächste Generation durch Spermien, obwohl der Mäusenachwuchs selbst keinem Stress ausgesetzt wurde."


    Zudem werde auch der Stoffwechsel des Nachwuchses der gestressten Mäuse beeinträchtigt, wenn Insulin- und Blutzuckerspiegel bei diesem tiefer liegen als bei Jungtieren, deren Elterngeneration keinen Stress erfahren hatte. "Wir konnten erstmals beweisen, dass traumatische Erfahrungen den Stoffwechsel beeinträchtigen und diese Veränderungen erblich sind", so Mansuy. Die Stoffwechsel- und Verhaltensänderungen setzten sich sogar noch bis in die nächste Generation fort.


    "Mit dem Ungleichgewicht der Micro-RNAs in Spermien haben wir einen Informationsträger entdeckt, über den Traumata vererbt werden könnten", erklärt Mansuy. Es seien jedoch noch einige Fragen offen, zum Beispiel wie genau es zu dem Ungleichgewicht der kurzen RNAs kommt. "Sehr wahrscheinlich sind sie Teil einer Wirkkette, die damit beginnt, dass der Körper zu viele Stresshormone produziert."


    Weiterhin vermutet die Forscherin, dass der gleiche Mechanismus auch der Vererbung anderer erworbener Eigenschaften zugrunde liegen könnten: "Die Umwelt hinterlässt ihre Spuren im Gehirn, den Organen und auch in Keimzellen. So werden diese Spuren teilweise an die nächste Generation weitergegeben."


    In einem nächsten Schritt wollen Mansuy und ihr Team nun die Rolle der kurzen RNAs in der Traumavererbung auch bei Menschen untersuchen. Da sie das Ungleichgewicht der Micro-RNAs bei Mäusen auch im Blut nachweisen konnten, sowohl bei der Eltern- als auch bei der ersten Nachwuchsgeneration, hoffen die Wissenschaftler zudem daraus einen Bluttest für die Diagnostik entwickeln zu können.


    WEITERE MELDUNGEN ZUM THEMA

    Vererbte Emotionen? Nachkommen zeigen die Ängste ihrer Väter - ohne diese jemals gesehen zu haben 27. November 2014


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    Quelle: ethz.ch

  • Meta-Analyse bestätigt: Der Mensch hat die Fähigkeit zur Vorahnung

    Symbolbild: PSI (Illu.). | Copyright: grewi.de

    Ithaca (USA) - Im Herbst 2010 schockierte der bis dahin selbst im wissenschaftlichen Mainstream angesehene Psychologe Prof. Daryl Bem die naturwissenschaftliche Gemeinde mit einer in der nicht weniger respektierten Fachzeitschrift "Journal of Personality and Social Psychology" veröffentlichten Studie. In dieser erklärte er, den Beweis für die Fähigkeit des Menschen zur Vorherahnung zukünftiger Ereignisse gefunden zu haben. Obwohl seither der Expertenstreit um die Interpretation der Ergebnisse unvermindert andauert, konzentrierten sich die meisten Medienberichte primär auf jene überprüfenden Experimente unabhängiger Forscher, die angesichts der von Bem ausführlich zur Replikation beschriebenen Experimente und Methoden zu negativen Ergebnissen gekommen waren. Tatsächlich gab es aber auch eine Vielzahl von Beispielen mit positivem, also Bems Ergebnisse bestätigendem Ausgang (...wir berichteten). Jetzt hat Bem gemeinsam mit Kollegen sämtliche Replikations-Experimente einer Meta-Analyse unterzogen. Das Ergebnis belegt Bems erste Ergebnisse und beweist damit, dass uns Menschen die Fähigkeit zur Vorahnung gegeben ist.

    Insgesamt haben die Forscher 90 Experimente in ihre Meta-Analyse der Studien einbezogen, die in 33 unterschiedlichen und voneinander unabhängigen Labors, in 14 Ländern und unter der Teilnahme von 12.406 Probanden durchgeführt wurden. 51 der auf diese Weise untersuchten Studien wurden zudem in Fachzeitschriften (Peer-Review) oder auch Expertenkonferenzen veröffentlicht.


    Das Ergebnis: Zusammengenommen belegen die Experimente Bems Schlussfolgerung über die Fähigkeit der anomalen Vorahnung zufälliger zukünftiger Ereignisse. Dieses Ergebnis liege deutlich über jeder Zufallsquote und erfülle sämtliche statistischen Anforderungen eines eindeutigen Beweises im Sinne der experimentellen Hypothese, schreiben Bem, Patrizio E. Tressoldi von der Università di Padova, Thomas Rabeyron von der Université de Nantes und der unabhängige Forscher Michael Duggan in ihrem auf der Seite des "Social Science Research Networks" (SSRN) veröffentlichten Artikel.


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    In ihrer Analyse beachteten die Forscher natürlich auch das sogenannte "Schubladenproblem" (Publikationsbias), welches das Risiko beschreibt, wonach bevorzugt Experimente mit positivem Ergebnis veröffentlicht wurden, da diese erwartungsgemäß sehr viel interessanter sind als negative Ergebnisse. In ihrer Publikation belegen die Autoren aber auch hier anhand ausführlicher Statistiken, dass dieser Effekt als unwahrscheinlich betrachtet werden kann.


    Zugleich gestehen die Autoren zwar ein, dass die Meta-Analyse zwar statistisch hochgradig signifikante Ergebnisse aufzeige, dass aber die statistische Größe des belegten "vorhersehenden" Effekts (Effektgröße/Effektstärke) aber sehr klein sei. Hierzu kommentieren sie, dass aber "selbst sehr kleine Effekte sowohl theoretische Bedeutung als auch praktischen Nutzwert haben können." Als vergleichendes Beispiel hierfür zitieren die Forscher etwa eine medizinische Studie, mit der untersucht werden sollte, ob die tägliche Gabe von Aspirin Herzschlägen vorbeugen könne. Diese Studie wurde nach sechs Jahren eingestellt, da anhand der bis dahin gewonnenen Daten gezeigt werden konnte, dass die Aspirinbehandlung wirkte und entschieden wurde, dass es ethisch nicht vertretbar sei, der Kontrollgruppe weiterhin Placebos zu verabreichen. Obwohl also die Studie selbst als großer medizinischer Durchbruch gefeiert wurde, war der bis dahin nachgewiesene Aspirin-Effekt mit (d ≈.07) sehr klein und entsprach damit nur einem Drittel der Effektgröße des in Bems ursprünglichen Experimenten nachgewiesenen Vorahnungseffekts.


    Interessanterweise geht aus der Meta-Analyse auch hervor, dass erotische Stimuli (beispielsweise erotische Fotografien) zu einer größeren Effektstärke führten als andere...

    Hintergrund:
    Prof. Daryl Bems Experimente und Ergebnisse
    In seinen Experimenten nutzte Bem bereits bekannte psychologische Phänomene - kehrte deren Chronologie jedoch um. So beruht eines der Experimente beispielsweise auf dem bekannten Phänomen, dass es leichter fällt, sich zukünftig Wörter zu merken, wenn diese zuvor eingeübt wurden.

    Hierzu wurden 100 CU-Studenten eine Liste mit bekannten Wörtern vorgelegt. Für jedes Wort hatten die Studenten drei Sekunden lang Zeit, um es sich zu merken und zu visualisieren. Danach sollten sich die Teilnehmer an so viele Wörter der Liste wie möglich erinnern und diese aufschreiben. Danach wählte ein Computer die Hälfte der Wörter aus der Liste nach dem Zufallsprinzip aus. Diese Wörter sollten die Studenten erneut mehrmals als Erinnerungsübung abschreiben.


    Das erstaunliche Ergebnis des Experiments zeigte, dass die Studenten mit höherer Wahrscheinlichkeit sich im vorigen Erinnerungstest an genau jene Wörter besser erinnerten, die sie erst später erneut aufgrund der zufallsgenerierten Computervorgabe abschreiben sollten.


    In einem weiteren Experiment drehte Bem die Chronologie des psychologischen sogenannten Priming-Tests um, in dem normalerweise die Versuchspersonen innerhalb kürzester Zeit die Darstellung eines Bildes oder Fotos positiv oder negativ bewerten sollen. Frühere Studien hatten gezeigt, dass mit dem Bild extrem kurzzeitig eingeblendete Wörter (sublimal priming) die Reaktionsgeschwindigkeit und die Richtigkeit der Zuordnung bei derartigen Tests deutlich erhöhen können. Der Grund hierfür liegt in dem Umstand, dass unser Hirn diese Wörter unterbewusst wahrnimmt, obwohl sie viel zu kurz eingeblendet werden, um bewusst wahrgenommen zu werden.


    Die Übereinstimmung des beschreibenden Wortes mit dem Bildinhalt beeinflusst nachweislich die Schnelligkeit unserer Reaktion auf das Bild. Wird beispielsweise das Wort "schön" zu dem Foto eines Kätzchens eingeblitzt, so erhöht sich die richtige Bewertung des Bildes deutlich im Vergleich zu jenen Versuchen, in denen gemeinsam mit der jungen Katze das Wort "hässlich" eingeblendet wird. Psychologen gehen davon aus, dass das unterbewusste Wahrnehmen des Wortes "schön" uns unterbewusst darauf einstellt, auch ein schönes Bild zu sehen. Stimmen Wort- und Bildeigenschaft nicht überein, wird die entsprechende Reaktion verzögert.


    In Bems Versuch wurde das sublimal eingeblendete und beschreibende Wort nun jedoch nicht "vor" oder zeitgleich mit dem Bild, sondern erst eingeblendet, "nachdem" die Testperson ihre Wahl bereits getroffen hatte.


    Die Versuchsergebnisse zeigten auch hier, dass die Probanden das Bild schneller richtig einschätzen konnten, wenn das Bild von einem passenden Wort gefolgt wurde. Es hatte also den Anschein, als wisse das Gehirn noch während das Bild gezeigt wurde, welches Wort eingeblendet werden wird.
    WEITERE MELDUNGEN ZUM THEMA
    Neue Meta-Analyse bestätigt: Wir können bis zu 10 Sekunden unbewusst in die Zukunft sehen 6. März 2014
    Präkognition: Überprüfende Studien bestätigen Daryl Bems Studie zur Vorahnung 21. Januar 2014  Neue Meta-Analyse: Haben wir die physiologische Fähigkeit des Vorfühlens? 26. Oktober 2012
    Kontroverse um Präkognitions-Studie: Meta-Analyse findet ebenfalls keine Hinweise für übersinnliche Vorahnung 10. September 2012
    Überprüfende Studie findet keine Bestätigung für übersinnliche Vorahnung 17. März 2012
    Studie zu übersinnlicher Vorahnung sorgt für Empörung unter Wissenschaftlern
    10. Januar 2011
    Präkognition: Haben Psychologen Beweise für übersinnliche Vorahnung gefunden? 22. Oktober 2010


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    Quellen: ssrn.com, dailygrail.com

  • Buchautorin sucht "wahre Geistergeschichten"

    Symbolbild "Spukschloss". | Copyright: L. Moiné

    Salzweg (Deutschland) - In vielen Familien kursieren Geschichten, die unheimlich oder unerklärbar sind, wie z.B. über jüngst Verstorbene, die sich noch einmal bei ihren Lieben verabschieden, ein Hausgeist, der die neuen Mieter durch allerlei Phänomene ängstigt, Kinder, die ins Nichts winken und sich scheinbar mit der Wand unterhalten. Es sind genau diese Erlebnisse, wie sie die Autorin Dr. Lucia Moiné für ihr aktuelles Buchprojekt über eben jene Phänomene und entsprechende Erfahrungen sucht.

    "Etwa jeder Drittel, das haben Umfragen bei den Spuknacht-Veranstaltungen gezeigt, hat in seinem Leben schon selbst scheinbar Unerklärliches erlebt - auch wenn - vor allem aus Angst, sich vor anderen lächerlich zu machen - selten offen darüber gesprochen wird", so die Autorin. "Trotz oder gerade wegen dieser Tabuisierung habe ich begonnen, diese 'wahren Geistergeschichten' zu sammeln, um sie bald in Buchform zu veröffentlichen."


    "Einige Personen werden sich sicher an dem Begriff 'wahre Geistergeschichten' stören. Es ist natürlich nicht nachzuweisen, dass es sich bei den einzelnen Erlebnissen tatsächlich um durch übernatürliche Eingriffe und Handlungen ausgelöste Vorfälle handelt, jedoch besteht, meiner Meinung nach, kein Zweifel an der Aufrichtigkeit der Personen, die diese Geschichten erlebt haben. Es handelt sich also um echte Begebenheiten im Kontrast zu fiktiven Geistergeschichten. Was diese Erlebnisse letztendlich hervorgerufen hat, muss offen bleiben und ist frei für die Interpretation des Lesers und seiner Glaubensvorstellungen."


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    Für besagtes Buchprojekt sucht Moiné nun noch weitere "wahre Geistergeschichten": "Die Geschichten müssen nicht unter Ihrem richtigen Namen erscheinen, sondern können auch anonym wiedergegeben werden. Unter allen, die mir Ihre persönliche Geschichte (oder auch aus dem Familien- und Freundeskreis) aufschreiben und für eine Veröffentlichung zuschicken, wird eine Spuknacht für 2 Personen, im Wert von 150 Euro, verlost."


    Dr. Lucia Moiné ist Mitveranstalterin der mittlerweile deutschlandweit bekannten "Spuknächte" (www.spuknacht.de): "Mein Interesse für scheinbar unerklärliche Phänomene wurde schon früh geweckt und Zeit meines Lebens begleitete mich dieses Thema. Zusammen mit einem Neurobiologen und einem sehr skeptischen, wenn auch generell aufgeschlossenen, Computerfachmann habe ich 2007 begonnen, mich der Aufklärung des scheinbar Unerklärlichen zu widmen und den Betroffenen so gut es geht zu helfen. Seit 2009 veranstalten wir auch die "Spuknächte“ in Schlössern, die einen gewissen geisterhaften Ruf haben. Diese sollen u.a. dazu dienen, das Thema zu öffnen, den Menschen die Scheu zu nehmen und auch die gängigen Vorurteile zu beseitigen. Auch wird durch die eine oder andere Besucherbefragung dazu beigetragen, ein wenig mehr Licht ins Dunkel zu bringen. Ein Teil der Einnahmen fließt in unseren Verein (Society for Transcendental and Anomalistik Investigation and Research - STAIR), der pro bono arbeitet.


    Viele Gäste haben mir im Laufe dieser Veranstaltungen ihre persönlichen Geschichten erzählt - Geschichten, die sie teilweise niemandem sonst anvertrauen wollten. Dies und auch die Erlebnisse während unserer Veranstaltungen, denen ich ein eigenes Kapitel widmen werde, brachten mich letztendlich auf die Idee, dieses Buch zu schreiben und zu zeigen, wie verbreitet auch heutzutage solche Erlebnisse noch innerhalb der Bevölkerung des deutschsprachigen Raumes sind.


    Wenn Sie von Ihren eigenen Erfahrungen und "wahren Geistergeschichte" berichten wollen, schicken Sie diese an: spuklegenden@gmail.com oder info@spuknacht.de

    Zudem gibt dazu auch eine eigene Facebook-Gruppe.

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    Quelle: spuknacht.de

  • Aufgeklärt: "Mars-Gebäude" sind nur stark reflektierende Felsen auf Aeolis Mons

    Blick des Mars-Rovers auf einen Hangabschnitt seines Forschungs- und Reiseziels, dem Zentralberg Aeolis Mons im Gale-Krater. (Klicken Sie auf das Bild, um zu einer vergrößerbaren Originalabbildung der NASA zu gelangen.) | Copyright: NASA/JPL-Caltech/MSSS

    Pasadena (USA) - Ein vermeintlicher Gebäudekomplex auf dem Mars, der vom NASA-Rover "Curiosity" aufgenommen worden sein soll, sorgte in den vergangenen Tagen gerade im Internet für kontroverse Diskussionen (...wir berichteten). Dank dem Hinweis einer aufmerksamen GreWi-Leserin können wir zumindest dieses Mars-Rätsel jetzt aber aufklären.

    Gebäudekomplex auf einem Mars-Hügel? (Klicken Sie auf das Bild, um zu einer vergrößerbaren Originalabbildung der NASA zu gelangen.) | Copyright: NASA/JPL-Caltech

    In ihrer Zuschrift machte uns die Mars-Enthusiastin auf Aufnahmen der sogenannten Mastcam aufmerksam, die der Rover am 530. Missionstag, also am 2. Januar 2014 (18:25:10 UTC) von seinem Forschungs- und Missionsziel, dem Zentralberg Aeolis Mons im Gale-Krater gemacht hat.


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    Betrachtet man sich alle Aufnahmen dieses Tages, so lässt sich aus diesen ein Gesamtpanorama des von der NASA auch als Mount Sharp bezeichneten Aeolis Mons gewinnen.


    Eine dieser Aufnahmen zeigt den Ausläufer des (vom Rover aus betrachtet) rechten Anstiegs des Zentralberges. Hier befinden sich – nun in deutlich besserer Auflösung zu erkennen - mit geologischen Schichtungen auf diesem Anstieg genau die stark reflektiven Felsen, wie sie auf der aktuellen Aufnahme des Rovers vom 595. Missionstag (Sol), also vom 9. April 2014 (14:59:42 UTC) zudem durch die jetzt größere Entfernung und vor allem durch den Verpixelungseffekt beim Heranzoomen als gebäudeartige rechtwinklige Strukturen erscheinen.



    Der fragliche Bildausschnitt auf der Aufnahme der rechten Flanke des Aeolis Mons vom 530. Missionstag. | Copyright: NASA/JPL-Caltech/MSSS

    Eine dieser Aufnahmen zeigt den Ausläufer des (vom Rover aus betrachtet) rechten Anstiegs des Zentralberges. Hier befinden sich – nun in deutlich besserer Auflösung zu erkennen - mit geologischen Schichtungen auf diesem Anstieg genau die stark reflektiven Felsen, wie sie auf der aktuellen Aufnahme des Rovers vom 595. Missionstag (Sol), also vom 9. April 2014 (14:59:42 UTC) zudem durch die jetzt größere Entfernung und vor allem durch den Verpixelungseffekt beim Heranzoomen als gebäudeartige rechtwinklige Strukturen erscheinen.


    Natürlich zeigen beide Aufnahmen die Szenerie aus unterschiedlichen Perspektiven, liegen dazwischen doch ganze 65 Missions- und damit gleichzeitig auch Reisetage des Rovers. Vergleicht man jedoch die beiden Aufnahmen bzw. den fraglichen Bildausschnitt auf beiden Aufnahmen, so wird deutlich, dass die hochauflösende Aufnahme vom 530. Missionstag tatsächlich dem verpixelten Landschaftsausschnitt entspricht, der den Gebäudekomplex zeigen soll.


    Zum Vergleich: Die aktuelle Aufnahme vom 595. Missionstag (o,) und die vom 535. sog. Sol (u.). | Copyright: NASA/JPL-Caltech/MSSS

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  • Studie: Marsatmosphäre war möglicherweise nie lebensfreundlich
    Vergleich zwischen dem Delta in der Mars-Region Aeolis Dorsa (l.) und eine heutigen irdischen Flussdelta am Baikalsee. | Copyright: DiBiase et al./Journal of Geophysical Research/2013 and USGS/NASA Landsat

    Pasadena (USA) - Während der Rote Planet heute eine trockene und lebensfeindliche Welt darstellt, könnte er vor mehr als 3.5 Milliarden Jahren über lange Zeiten hinweg große Wasserflächen, Flüsse und Meere beherbergt haben - so zumindest die bisherige Vorstellung vom frühen warmen, feuchten und damit auch potentiell lebensfreundlichen Mars. Eine neue Analyse der einstigen Marsatmosphäre stellt diese Vorstellung nun jedoch in Zweifel, kommt sie doch zu dem Schluss, dass diese möglicherweise auch früher nicht dicht genug war, um die Temperaturen längere Zeit über dem Gefrierpunkt und Wasser dadurch lange genug in flüssiger Form zu halten, damit Leben entstanden sein könnte.

    Wie die Forscher um Edwin Kite vom California Institute of Technology (Caltech) aktuell im Fachjournal "Nature Geoscience" (DOI: 10.1038/ngeo2137) berichten, gingen bisherige Klimamodelle für den Mars davon aus, dass die Atmosphäre vor mehr als 3,5 Milliarden Jahren über einen Druck von mindestens 5 Bar verfügte und das milde Klima erst nach dem Verlust dieser dichten Atmosphäre abkühlte.

    Für Ihre Analyse nutzten die Forscher die Geländedaten und Größen von Kratern in der Oberfläche der Marsregion Aeolis Dorsa, da anhand dieser regelrecht abgelesen werden kann, wie groß die sie verursachenden Meteoriten waren, um nicht von der Atmosphäre abgefangnen zu werden. Schließlich verhindert eine dichte Atmosphäre, dass kleinere Brocken die Oberfläche erreichen, da sich die Reibungshitze mit zunehmender dicht erhöht.


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    Grund für die Ortswahl der Forscher war der Umstand, dass sich in Aeolis Dorsa in zahlreiche Krater aus der Frühzeit des Mars zwischen Ablagerungen alter Flussbetten finden lassen und an vielerlei Orten diese Krater zudem teilweise von den Sedimenten überdeckt sind. "Die Krater und Landschaft spiegeln somit den atmosphärischen Zustand zu Zeiten wieder, als der Mars noch deutlich feuchter war als heute."


    Da die kleinsten Krater gerade einmal 20 bis 50 Meter groß sind, müssen sie also auch von entsprechend kleinen Brocken geschlagen worden sein. "Vor diesem Hintergrund schließen unsere Ergebnisse eine dichte und stabile Atmosphäre des Mars auch vor 3,6 Jahren aus." Die damalige Atmosphäre war demnach kaum dichter als 0,9 bis höchstens 1,9 Bar dicht - zu gering also, um die Oberflächentemperaturen lange genug über dem Gefrierpunkt zu halten: "Ein warmes, feuchtes Treibhaus-Szenario ist damit ausgeschlossen, die langfristigen Durchschnittstemperaturen lagen höchstwahrscheinlich unter dem Gefrierpunkt", so Kite.


    Dennoch gibt es auch heute noch deutliche Hinweise auf einst mächtige Gewässer auf dem frühen Mars. Diese Landschaftsmerkmale deuten die Wissenschaftler als das Ergebnis starker Klimaschwankungen durch eine variierende Ausrichtung der Achse des Planeten. In diesen Zeiten, so die Vorstellung der Forscher, gaste das an den Polen des Mars als Eis gebundene Kohlendioxid nahezu gänzlich aus und sorgte so für wiederkehrende Perioden mit Treibhauseffekt, während derer auch Wasser geflossen sein könnten. Immer dann, wenn die Achse wieder kippte, kühlte sich das Klima wieder ab, das Kohlendioxid gefror und der atmosphärische Druck sank. In diese Perioden verorten die Forscher denn auch die Entstehung der kleineren Marskrater, während die Gewässer eher in den Perioden mit dichterer Atmosphäre geflossen sind. Alternativ, so vermuten die Wissenschaftler, könnten auch große Meteoriteneinschläge oder Vulkanausbrüche für wiederkehrenden wärmere Phasen gesorgt haben.


    Folgt man der Argumentation von Kite und Kollegen, so hat es den dauerhaft warmen und feuchten Mars der bisherigen Vorstellungen nie gegeben. Vielmehr wäre das Marsklima hierfür möglicherweise viel zu instabil gewesen. Auch die Entstehung, geschweige denn die Entwicklung von Leben wäre unter solchen Bedingungen eher unwahrscheinlich.


    Weitere Aufschlüsse erhoffen sich Marsforscher weltweit von den Ergebnissen der im vergangenen November gestarteten NASA-Mission "MAVEN", mit der die atmosphärischen Prozesse auf dem Mar erforscht werden sollen (...wir berichteten).


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    Quelle: caltech.edu, nature.com

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